Co-Trainer Nelson Valdez will Werders U 23 treu bleiben: "Einfach mein Ding"

Nelson Valdez ist bei Werder Bremen einst als U-23-Spieler durchgestartet – als Trainer soll es jetzt ähnlich laufen. Diese Arbeit sei einfach sein Ding, erzählt der inzwischen 38-Jährige.
27.12.2022, 07:19
Lesedauer: 3 Min
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Von Daniel Cottäus

Die Geschichte hört sich gut an. Vielleicht sogar etwas zu gut, um wahr zu sein. Das jedenfalls dachte sich Samuel Valdez, der kürzlich nicht so recht glauben wollte, was sein Vater ihm da erzählte. „Wir mussten es tatsächlich googeln, damit er sieht, dass ich die Wahrheit sage“, sagt Papa Nelson Valdez und schmunzelt – ihm war am 10. September 2009 ein ganz besonderes Kunststück gelungen.

In der WM-Qualifikation schoss der Ex-Profi sein Heimatland Paraguay zu einem 1:0-Erfolg gegen Argentinien – und besiegte damit zwei der Allergrößten des Weltfußballs auf einen Streich: Lionel Messi auf dem Platz und Diego Maradona als Trainer an der Seitenlinie.

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Nachdem sich Messi in Katar jüngst zum Weltmeister gekrönt hatte, erzählte Vater Valdez zu Hause von diesem Tag, der nunmehr gut 13 Jahre zurückliegt – und präsentierte dem 16-jährigen Samuel zudem zwei Trikots des siebenfachen Weltfußballers (eines von Argentinien, eines von Barcelona), die er im Laufe seiner insgesamt zehn Duelle mit Messi getauscht hatte. „Mein Sohn und seine Freunde sind komplett ausgeflippt“, sagt Valdez, dessen fußballerische Realität im Winter 2022 zwar sehr viel weniger Glanz versprüht – ihn aber dennoch mit großer Freude erfüllt.

Nelson Valdez blickt auf das erste halbe Jahr als Co-Trainer zurück

„Es fühlt sich wirklich gut an“, betont der 38-Jährige, der seit dem Sommer als Co-Trainer von Werder Bremens U 23 im Einsatz ist und in der Regionalliga Nord eine neue sportliche Heimat gefunden hat. Gemeinsam mit Marco Grimm, der ebenfalls als Co-Trainer fungiert, unterstützt Valdez Chefcoach Konrad Fünfstück bei der täglichen Arbeit. Nach dem ersten halben Jahr in dieser Rolle spricht er von „vielen tollen Erfahrungen“ und versichert: „Ich kann jede Menge lernen und für mich mitnehmen.“

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Und irgendwie, dieses Gefühl hatte auch Valdez von Anfang an, hat sich mit der Aufgabe eine Art Kreis für ihn geschlossen. Zur Erinnerung: Als junger Spieler hatte der Stürmer, frisch aus Paraguay eingereist, seine Laufbahn in Deutschland einst ebenfalls in Werders U 23 begonnen, von wo aus sie ihn um die Welt führen sollte. Zehn Profistationen in sieben verschiedenen Ländern stehen in Valdez’ Vita, er gewann das Double mit Werder, wurde Pokalsieger in Russland und Meister in Griechenland – und nahm mit Paraguay 2006 und 2010 jeweils an der Weltmeisterschaft teil. Vielleicht nicht das schlechteste Omen also, auch die Trainerlaufbahn am Osterdeich zu starten.

Valdez lacht. Natürlich will er am liebsten auch an der Seitenlinie hoch hinaus, aber eben Schritt für Schritt. Die B-Lizenz als Trainer hat er bereits in der Tasche, aktuell wartet er auf die Rückmeldung des Deutschen Fußball-Bundes, ob er im Jahr 2023 die A-Lizenz ablegen kann. Theoretische Grundlagen, ohne die es ab einem gewissen Punkt nicht mehr weitergeht. Die praktische Erfahrung holt sich Valdez derweil Tag für Tag am Osterdeich. Künftig, so sei es im Trainerteam besprochen, soll er sich verstärkt um die Stürmer der U 23 kümmern, was bei einem ehemaligen Bundesliga-Angreifer ja auch nahe liegt.

Nelson Valdez traut Nachwuchs den Sprung zu Werder-Profis zu

„Ich mache bei den Übungen gerne mit“, sagt Valdez, „das ist schon ein Vorteil, wenn man selber zeigen kann, worum es einem geht“. Innerhalb des „jungen und qualitativ guten“ U-23-Kaders hat Valdez gleich mehrere Spieler ausgemacht, denen er zeitnah den nächsten Schritt zutraut. Nur Namen nennen möchte er nicht. Stattdessen betont er allgemein: „Einige Jungs haben definitiv das Potenzial, es zu den Profis zu schaffen.“ In Tom Berger, Lasse Rosenboom und Tim-Justin Dietrich dürfen sich aktuell drei U-23-Talente während der Winter-Vorbereitung innerhalb des Bundesliga-Kaders zeigen.

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Valdez’ Vertrag mit Werder läuft vorerst noch bis zum Sommer. Mit den Verantwortlichen Björn Schierenbeck (Direktor des Leistungszentrums) und Thomas Wolter (Sportlicher Leiter des Leistungszentrums) befindet er sich in Gesprächen, um auszuloten, wie es danach weitergehen könnte. „Ich würde mich freuen, wenn wir die Zusammenarbeit fortsetzen“, betont Valdez – und hält ganz grundsätzlich fest: „Die Arbeit als Trainer ist einfach mein Ding.“

Ähnlich wie Sohn Samuel nach der Messi-Geschichte seines Vaters mussten allerdings auch einige U-23-Spieler im Sommer kurz Google bemühen, als es um Nelson Valdez ging. „Viele der Jungs sind ja erst 18, 19 Jahre alt, und ich habe vor 16 Jahren als Profi bei Werder aufgehört“, sagt der Double-Sieger – und fügt lachend an: „Klar mussten da einige erst mal nachlesen, was für ein Typ da eigentlich vor ihnen steht.“

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