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Zurückgeblättert: 5. Juli 1984
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„Barcelona will jetzt ein Geheimtreffen“

(wkf) 03.07.2019 0 Kommentare

(Archiv WESER-KURIER)

Der WESER-KURIER schrieb am 5. Juli 1984:

In die Gerüchte um einen Transfer von Rudi Völler zum spanischen Erstligisten CF Barcelona ist jetzt ein neuer Aspekt gekommen. Die Ablösesumme für Rudi Völler beträgt nur eine Million Mark. So steht es in dem Vertrag zwischen dem Nationalmittelstürmer und dem SV Werder — gleichgültig ob der Kontrakt ausgelaufen ist oder noch gültig ist. Eine darüber hinaus gehende zusätzliche Vereinbarung sichert dem 24jährigen Torjäger einen gehörigen Anteil an der Ablösesumme zu, die über einer Million Mark liegt. Dieser Betrag soll bei fünfzig Prozent liegen. Bei einem vorzeitigen Wechsel zum CF Barcelona wäre Völler also mit einem Schlage mehrfacher Millionär

Und die Spanier haben an Völler nach wie vor großes Interesse. Barcelonas Präsident Jose Luis Nunez erklärte: „Völler ist ein hochinteressanter Stürmer, den wir gern haben möchten." Der Chef des Millionen-Klubs wollte das Thema aber nicht zu hoch spielen: "Die Preise werden dadurch nur immer höher getrieben." Zuletzt wurde eine Summe von sieben Millionen Mark genannt, die aber vom CF Barcelona offiziell nicht bestätigt wurde.

Sollte es zu einem Abschluß in dieser Höhe kommen, würden Völler vertraglich also mindestens drei Millionen Mark zustehen. Trotz dieser horrenden Summen hat Rudi Völler bisher immer erklärt, daß er seinen Vertrag bis 1985 bei Werder erfüllen wolle. Aber auf die von Lemke angebotene Vertragsverlängerung bis 1987 zu verbesserten Bedingungen hat Völler noch nicht reagiert.

Völlers Begründung: „Ich fühle mich persönlich noch nicht soweit, ins Ausland zuwechseln. Und Geld ist schließlich nicht alles." Völlers Ziel: Erst nach der Weltmeisterschaft 1986 in Mexiko könnte ein Transfer ins Ausland akut werden.

Werders Manager Willi Lemke: „Ich bin zuversichtlich, daß wir den Vertrag mit Völler bis 1987 verlängern können." Sollte es dennoch zu einem Geschäft mit den Spaniern kommen (Lemke: „Die müssen jetzt auf uns zukommen"), glaubt der Fußball-Manager, daß Völler auf Teile seiner ihm zustehenden Ablösesumme verzichten müßte. Lemke: „Wenn er weg will, muß er auch Abstriche von seinem jetzigen Vertrag machen."

So stand es im Punkt zwei des Vorvertrages zwischen Werder und dem AC Mailand: „Sollte jedoch der Lizenzspieler Völler den Wunsch äußern, seinen Vertrag mit Werder Bremen zu lösen, so wird der SV Werder diesem Wunsch entsprechen, wenn Rudi Völler auf seinen ihm vertraglich zustehenden Anteil an der Ablösesumme verzichtet..."

Vizepräsident Juan Gaspar, der beim CF Barcelona als sportlicher Leiter fungiert, führte Anfang der Woche mit Werder-Manager Lemke Verhandlungen über die Möglichkeit eines Transfers. „Doch seitdem habe ich von den Spaniern nicht mehr gehört", versichert Lemke. Die Spanier wollen die weiteren Verhandlungen mit Torjäger Völler und dem SV Werder "in aller Stille" und nicht in Bremen führen, sondern an einem unbekannten ge-heimgehaltenen Ort.

Gleichzeitig wurde beim CF Barcelona erklärt: „Wir haben Zeit. Die spanische Meisterschaft beginnt erst Anfang September. Die Grenzen für ausländische Spieler in Italien sind zu. Kein anderer Klub in Europa kann Völler bezahlen."

Das hochauflösende PDF der originalen Zeitungsseite von damals gibt es hier (bei iOS den Link länger und fester gedrückt halten).


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