Bremen Hachez streicht weniger Stellen als angekündigt

Bremen. Der Bremer Schokoladenhersteller Hachez entlässt weniger Mitarbeiter als bisher angekündigt. Wegen der Verlagerung von Teilen der Verpackungsabteilung nach Polen sollten ursprünglich 71 Stellen gestrichen werden.
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Hachez streicht weniger Stellen als angekündigt
Von Jörn Hüttmann

Der Bremer Schokoladenhersteller Hachez entlässt weniger Mitarbeiter als bisher angekündigt. Wegen der Verlagerung von Teilen der Verpackungsabteilung nach Polen sollten ursprünglich 71 Stellen gestrichen werden. 38 dieser Jobs bleiben jetzt jedoch erhalten. Das ist das Ergebnis der Verhandlungen zwischen Unternehmen, Betriebsrat und der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), das am Donnerstag auf einer Mitarbeiterversammlung vorgestellt wurde.

Die Sicherung der Stammarbeitsplätze sei durch interne Umstrukturierungen ermöglicht worden, sagt Hachez-Geschäftsführer Martin Haagensen. Hachez verzichte zukünftig in Teilbereichen auf saisonale Aushilfen, um die Mitarbeiter aus der Verpackung weiterzubeschäftigen. „Außerdem holen wir einige an externe Dienstleister vergebene Aufgaben zurück ins Unternehmen“, sagt Haagensen. Zudem würden teilweise Mitarbeiter intern versetzt. Auch die Gewerkschaft ist mit dem Ergebnis zufrieden. „Wir haben die Zahl der Kündigungen gemeinsam mehr als halbiert“, sagt Dieter Nickel, Geschäftsführer der Bremer NGG.

Dennoch werden in Bremen 33 Stellen abgebaut. „Das bleibt bedauerlich“, sagt Martin Haagensen. „Wir hätten natürlich lieber eine Null gehabt“, sagt Dieter Nickel. „Aber es klappt nicht alles, was man will. Wir haben alles ausgereizt – mehr ging nicht.“

Für die betroffenen Mitarbeiter haben sich Unternehmens- und Arbeitnehmervertreter auf einen Sozialplan verständigt. Über Einzelheiten will Hachez nicht sprechen. Das Unternehmen teilt lediglich mit, dass die Vereinbarung Anreize für Teilzeitarbeit oder frühere Rentenübergänge enthalte. Dadurch sollen weitere Arbeitsplätze gesichert werden. Es sei jedoch noch unklar, wie viele von den verbleibenden Mitarbeitern freiwillig dauerhaft in Teilzeit gehen, um einem der gekündigten Kollegen den Arbeitsplatz zu sichern, sagt Dieter Nickel. Trotz in Aussicht gestellter Teilabfindungen sei das bei Hachez ein schwieriges Thema. „Das Verdienstniveau ist relativ gering.“ Dennoch ist Nickel zuversichtlich, dass sich auf diesem Weg die Zahl der Entlassungen weiter reduzieren lässt. „Am Ende werden es weniger als 30 sein.“

Die Verhandlungen mit der Arbeitnehmerseite seien durchweg konstruktiv gewesen, betont Martin Haagensen. „Gemeinsam haben wir eine Lösung erarbeitet, die zu jedem Zeitpunkt von dem Ziel geleitet war, für möglichst viele Mitarbeiter passende Lösungen zu finden.“ Das bestätigt auch Dieter Nickel von der Gewerkschaft NGG.

Es sei deutlich geworden, dass die Geschäftsleitung so viele Mitarbeiter wie möglich behalten wolle. „Der Mutterkonzern Toms ist ernsthaft am Geschäft in Bremen interessiert und auch bereit, langfristig zu investieren“, sagt Dieter Nickel. Losgelöst von der Diskussion über einen Sozialplan haben sich Unternehmer und Arbeitnehmer auch beim Thema Weihnachtsgeld aufeinander zubewegt. Alle der etwa 400 Mitarbeiter, die im Unternehmen bleiben, haben schon in diesem Jahr auf die Hälfte ihres 13. Jahresgehalts verzichtet. „Aber alle Arbeiter, die gehen müssen, haben das Weihnachtsgeld voll ausgezahlt bekommen.“ Hintergrund ist die schlechte Gewinnentwicklung von Hachez. Das Unternehmen schrieb in den Jahren 2012 und 2013 rote Zahlen. „Und auch in diesem Jahr sieht es nicht gut aus“, hatte Hachez-Geschäftsführer Martin Haagensen im Sommer gesagt. Die Verlagerung von Teilen der Verpackungsabteilung sei notwendig, um die Wettbewerbsfähigkeit der Marken Hachez und Feodora zu stärken. Die Überarbeitung des Markenauftritts allein sei dafür nicht ausreichend. In Polen verfügt die dänische Muttergesellschaft Toms, die Hachez 2012 übernommen hat, über ungenutzte Kapazitäten im Bereich Verpackung. Die Produktion von Pralinen- und Schokoladen verbleibe jedoch weiterhin in Bremen.

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