Restaurant im Großsegler geplant

"Alexander von Humboldt" soll an die Schlachte kommen

Der grüne Großsegler „Alexander von Humboldt“ soll ab Frühjahr kommenden Jahres einen festen Platz an der Schlachte bekommen. Dies gehört zu einem Plan, der nun in einer Deputation auf den Tisch kommt.
02.02.2015, 14:13
Lesedauer: 3 Min
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Von Wigbert Gerling

Alles im grünen Bereich – das gilt voraussichtlich ab dem kommenden Jahr buchstäblich für eine zentrale Passage an der Schlachte. Am „Anleger 1“ etwa in Höhe Martinikirche soll die renovierte „Alexander von Humboldt“ auf Dauer festmachen. Mit ihren grünen Segeln war sie als Werbeschiff für Beck’s Bier bekannt geworden. Die „Alex“ lockt nicht nur mit einem Restaurant, sondern bietet Gästen einen Grund, in Bremen zu übernachten.

Die grüne Farbe für das Schiff, das 1906 von Stapel gelaufen war, wurde nach einem Umbau in den 80er-Jahren zur Erinnerung an die Seglertradition der Bremerhavener Rickmers Reederei gewählt. Geradezu weltbekannt wurde die „Alexander von Humboldt“, als sie ab 1988 unter grünen Segeln für das Bremer Bier in Flaschen mit derselben Farbe auf Werbekurs ging. Diese historischen Daten und Verweise stammen aus einem Konzept, das am Mittwoch in der Deputation für Wirtschaft, Arbeit und Häfen diskutiert wird. Der Großsegler, benannt nach dem deutschen Naturforscher, würde nach diesen Plänen voraussichtlich ab 2016 an der Schlachte zum Essen, Trinken und Übernachten einladen.

Für das „Beck’s Schiff“ ist der „Anleger 1“ etwa in Höhe Martinikirche vorgesehen. Dort liegt derzeit die „Admiral Nelson“, das „Pannekoekschip“. Es würde voraussichtlich ein kleines Stück weiter westlich in Richtung Teerhof-Brücke festmachen. Gefragt ist offenbar ein weiterer Liegeplatz, an dem ein Raddampfer auf Dauer anlegen könnte. Folgt man den Ressortvorstellungen, die in der Vorlage für die Deputierten zusammengefasst sind, dann muss ohnehin für einige Schiffe noch beraten werden, an welchem Anleger sie künftig am besten auf Dauer festmachen.

Die „Alex“, die derzeit restauriert wird, soll nach einem Zwischenaufenthalt in diesem Jahr im Europahafen an die Schlachte verholt werden. Wirtschaftssenator Martin Günthner hatte jüngst auf einem Neujahrsempfang bereits einige Anmerkungen gemacht, die dazu führten, dass die Zuhörer die Ohren spitzten: Neben Roland, Stadtmusikanten und Rathaus sei die „Alexander von Humboldt“ ein „weiteres Motiv, mit dem wir Bremen national und international vermarkten können“. Hintergrund: Ein Investor aus Goslar hatte einige Monate zuvor den sozialdemokratischen Ressortchef besucht und seine Überlegungen vorgestellt. Günthner signalisierte Unterstützung und bat die bremische Hafengesellschaft Bremenports um genauere Berechnungen. Das Vorhaben soll, so der Senator, jetzt in der Februar-Sitzung der Deputation behandelt werden, damit es möglichst auf der Internationalen Tourismus- Börse Anfang März in Berlin vorgestellt werden kann. Günthner: „Wir haben damit neben dem neuen Universum und der neuen Botanika eine Reihe von guten neuen Tourismusthemen.“

Der grüne Großsegler wird laut Senatsressort von der Schiffseignern so restauriert, dass der „traditionelle Charakter“ nicht verloren geht – die grünen Segel gehörten dazu. An Deck solle es rund 200 Sitzplätze geben und dazu auf einem Ponton eine Außengastronomie. Im Zwischendeck würden die alten Maschinenräume in einen Veranstaltungssaal für etwa 70 Personen umgewandelt. Der Offiziersraum – „Blue Saloon“ – werde originalgetreu renoviert. Damit gebe es viel Platz mit maritimem Flair für Feiern und Empfänge.

Hinzu kommen im Inneren der „Alexander von Humboldt“ nach diesem Konzept rund 40 Übernachtungsmöglichkeiten. Die meisten Kajüten hätten zwei Betten, es sollen allerdings auch „Familienzimmer“ angeboten werden.

Wenn das Vorhaben einen zeitlichen Vorlauf von gut einem Jahr hat, dann liegt das offenbar auch daran, dass der „Anleger 1“ als Liegeplatz für den Großsegler zunächst ausgebaut wird. Dabei müssen unter anderem der Abstand zur Fahrrinne der Weser und die Strömung des Flusses beachtet werden. Und auf längere Sicht seien beispielsweise auch „Unterhaltungsbaggerungen“ nötig. Die öffentliche Hand ist dabei finanziell „mit im Boot“. Die gesamten Kosten sind mit rund zwei Millionen Euro kalkuliert, wobei in der Darstellung des Ressorts für die Sitzung der Parlamentarier am Mittwoch hervorgehoben wird, dass sich der Investor an diesen Kosten mit einem sechsstelligen Betrag beteilige.

Parallel wird darauf verwiesen, dass Bremen vom Ausbau der Weserpromenade profitiert habe. Dies gelte besonders für die Schlachte „mit ihren vielfältigen Gastronomieangeboten und den Schiffen“. Unverkennbar habe dies „einen wesentlichen Beitrag zur Image-Verbesserung und zur Steigerung der Besucher- und Übernachtungszahlen geleistet“. Diese Entwicklung solle gestärkt werden.

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