Staatsschutz ermittelt Anschlag auf Rheinmetall: Gebäude offenbar mit Buttersäure beworfen

Unbekannte haben das Personalbüro der Firma Rheinmetall in Bremen offenbar mit Buttersäure beworfen. Mitarbeiter mussten ärztlich versorgt werden. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen aufgenommen.
05.04.2022, 15:57
Lesedauer: 3 Min
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Von Saskia Hassink

Unbekannte haben die Fassade eines Gebäudes in der Östlichen Vorstadt in der Nacht von Montag auf Dienstag offenbar mit Buttersäure beworfen. Das bestätigte ein Sprecher der Polizei Bremen am Dienstag gegenüber dem WESER-KURIER. In dem Gebäude ist die Personalabteilung der Firma Rheinmetall Electronics Mieter – ein Unternehmen, das Rüstungsgüter herstellt. Die Fassade des Hauses war erst im März mit Farbe beschmiert worden – damals handelte es sich vermutlich um eine politisch motivierte Tat. Die Bremer Grünen und FDP verurteilten den Anschlag.

Nach Angaben der Polizei soll eine Mitarbeiterin am frühen Morgen einen beißenden Geruch vor dem Eingangsbereich festgestellt haben. Um was es sich dabei handelte, war zunächst unklar. Erste Einschätzungen deuteten aber darauf hin, dass es sich um Buttersäure oder eine ähnliche Flüssigkeit handeln könnte. Fünf Mitarbeitende klagten über Unwohlsein, sowie Kopf- und Halsschmerzen und mussten von dem notärztlichen Dienst vorsorglich behandelt werden. 

Der Osterdeich wurde wegen des groß angelegten Polizeieinsatzes zeitweise gesperrt. Der Staatsschutz der Polizei Bremen hat die Ermittlungen aufgenommen

Bereits dritter Anschlag auf das Gebäude

Zuletzt hatte die Firma in der Östlichen Vorstadt Ende März einen Farbanschlag auf die Fassade des Gebäudes gemeldet. Damals sollen Unbekannte mit roter und schwarzer Farbe gefüllte Weihnachtskugeln gegen die Vorderseite eines Gebäudekomplexes am Osterdeich geworfen haben. Die Polizei ging von einer politisch motivierten Tat aus. 

Die Eigentümerin des Gebäudes zeigte sich in einem Gespräch mit dem WESER-KURIER fassungslos. Es ist bereits der dritte Anschlag in wenigen Wochen auf ihr Elternhaus, das sie seit acht Jahren an Rheinmetall vermietet. Die roten Farbflecken der letzten Attacke sind auf der Fassade noch immer gut zu sehen. Vor Kurzem wurde erst das Gerüst des Malers aufgestellt, der die Flecken nun eigentlich beseitigen sollte. Zum 1. Juli soll nun eine IT-Firma in das Haus einziehen. Die Vermieterin hatte gehofft, dass die Anschläge mit dieser Nachricht aufhören würden.

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Bremer Politik verurteilt Tat

Die Bremer Politik verurteilte den Anschlag auf Rheinmetall am Dienstag. So sei die gesundheitliche Gefährdung von Menschen kein Protest, sondern schlicht kriminell, sagte Henrike Müller, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen. "Solche Taten sind durch nichts zu rechtfertigen. Demokratie lebt von der gewaltfreien Debatte." Sie erwartet, dass die Ermittlungsbehörden die Täter mit Hochdruck ermitteln.

Auch die innenpolitische Sprecherin der FDP-Fraktion, Birgit Bergmann, erklärte: "Wir können und werden es nicht hinnehmen, dass die politische Meinungsäußerung die demokratischen Wege verlässt, auch wenn uns zurzeit Fragen nach Krieg und Frieden, nach Waffenlieferung und ziviler Hilfe stark beschäftigen!" Die Politikerin habe für die nächste Sitzung der Innendeputation eine Berichtsbitte zu diesen und weiteren Anschlägen auf Rheinmetall eingereicht. "Unternehmen, wie die Firma Rheinmetall Electronics, müssen für ihre Mitarbeiter in Bremen ein sicherer Arbeitsort sein, egal, was dort hergestellt wird", erklärte Bergmann. 

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