Abgebranntes Kaufhaus "Harms am Wall"

Behörde will historische Fassade erhalten

Das Gebäude des abgebrannten Modehauses „Harms am Wall“ kann voraussichtlich nicht abgerissen werden. „Das gesamte Ensemble der Häuser am Wall steht unter einer Erhaltungssatzung“, sagt ein Behörden-Sprecher.
13.05.2015, 15:47
Lesedauer: 2 Min
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Behörde will historische Fassade erhalten
Von Sara Sundermann
Behörde will historische Fassade erhalten

Zwei Frauen blicken auf die Ruine von Harms am Wall.

Karsten Klama

Das Gebäude des abgebrannten Modehauses „Harms am Wall“ kann voraussichtlich nicht abgerissen werden. „Das gesamte Ensemble der Häuser am Wall steht unter einer Erhaltungssatzung“, sagt Jens Tittmann, Sprecher der Baubehörde. „Es ist der erklärte Wille der Baubehörde, das Haus oder zumindest die Fassade von Harms zu erhalten.“ Zuvor war die Behörde davon ausgegangen, dass das Gebäude nicht sanierungsfähig ist.

Einzelne Gebäude stünden am Wall auch unter Denkmalschutz, das Harms-Gebäude gehöre zwar nicht dazu, es ist aber dennoch alt: Die Fassade des ausgebrannten Hauses stammt aus dem Jahr 1909. Sie ist damit eine von wenigen Fassaden aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg in diesem Gebiet.

Der Erhaltungsschutz geht auf einen Beschluss der Bürgerschaft zurück. Er habe zur Folge, dass Gebäudeeigentümer oder Behörde nicht einfach ein Gebäude stark verändern oder abreißen könnten, so Tittmann. Ob es tatsächlich möglich und verhältnismäßig ist, das gesamte Harms-Gebäude wiederaufzubauen, müsse nun aber erst durch Gutachter geprüft werden. „Das ThemaHarms wird uns noch Monate beschäftigen“, sagt Tittmann.

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Derzeit wird das Gebäude von „Harms am Wall“ gesichert. Damit auch bei Wind keine Gebäudeteile auf die Straße fallen und jemanden verletzen können, entfernen nun Steiger mit Unterstützung eines Hubwagens mit Gondel die verbliebenen Dachpfannen und andere lose Teile. Das Gebäude ist schwer zu begehen, weil auch Zwischenböden bei dem Brand beschädigt wurden. Der Großbrand verursachte einen Schaden in zweistelliger Millionenhöhe.

Auf der Rückseite des Gebäudes, die in Richtung Schüsselkorb weist, sei die Fassade bereits durch ein Netz gesichert, sagt Tittmann: „Dort ist der Putz von der Hitze des Feuers beschädigt worden und drohte abzuplatzen.“ Vor Fenster, Türen und andere Öffnungen des abgebrannten Gebäudes sollen zudem Platten geschraubt werden.

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„Wir hoffen, dass der Verkehr am Wall ab kommender Woche wieder fließen kann“, so der Behördensprecher. Nur der Fußweg vor den betroffenen Gebäuden solle dann weiterhin gesperrt bleiben. Behörde, Versicherung und die beteiligten Firmen würden sich darum bemühen, die Straße möglichst bald wieder freizugeben. „Wir müssen auch an die Gastronomen und Einzelhändler dort denken“, sagt Tittmann.

Nicht nur das Modehaus Harms wurde vom Feuer zerstört, auch Nachbargeschäfte sind betroffen, am Wall bleiben die Kunden aus. Ein Traditionsgeschäft muss nach Totalschaden umziehen.

>> Mehr zum Großbrand bei "Harms am Wall" finden Sie in unserem Dossier

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