Berufsschule für Groß- und Außenhandel und Verkehr: Waller Ortspolitiker begrüßen Senatsbeschluss für Neubau Beteiligung von Beirat und Schule gefordert

Walle. Im Herbst 2020 soll die Berufsschule für Großhandel, Außenhandel und Verkehr (BS GAV) in der Überseestadt in Betrieb gehen – die Stadt hat einen Neubau für die seit Jahren sanierungsbedürftige Schule beschlossen: Diese Nachricht aus dem Bildungsressort hat unter Waller Ortspolitikern vorige Woche durchaus für gute Laune gesorgt.
10.07.2017, 00:00
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Von Anne Gerling

Walle. Im Herbst 2020 soll die Berufsschule für Großhandel, Außenhandel und Verkehr (BS GAV) in der Überseestadt in Betrieb gehen – die Stadt hat einen Neubau für die seit Jahren sanierungsbedürftige Schule beschlossen: Diese Nachricht aus dem Bildungsressort hat unter Waller Ortspolitikern vorige Woche durchaus für gute Laune gesorgt.

„Mit großer Genugtuung hat die SPD-Fraktion im Waller Beirat die Mitteilung aufgenommen, dass der Senat der Freien Hansestadt Bremen beschlossen hat, den Weg für einen Neubau der Berufsschule für Großhandel, Außenhandel und Verkehr freizumachen“, teilte etwa Wolfgang Golinski (SPD) mit, der Sprecher des Fachausschusses Überseestadt im Waller Beirat ist.

„Ich finde es generell schön und freue mich darüber, dass es diese Entscheidung gibt, sodass ein Schritt nach vorne getan wird“, sagt auch Bildungsausschusssprecher Jupp Heseding (Grüne). Er selbst hat sich im Rahmen der Ortspolitik seit 2007 immer wieder mit dem schlechten baulichen Zustand der Schule befasst und währenddessen von Schülern gehört, deren Eltern auch schon als Berufsschüler unter der schlechten Ausstattung der Einrichtung gelitten haben sollen: „Wenn man sich das mal überlegt – das ist schlicht Schlamperei vonseiten des öffentlichen Bereichs.“

Vor diesem Hintergrund stört Heseding nun eines ganz gewaltig: „Jetzt wird so getan, als sei die Idee für den Neubau auf dem Mist der Behörde gewachsen. Dabei haben eigentlich wir als Beirat gemeinsam mit der Schule die Behörde immer wieder vor uns hergetrieben und eingefordert, dass sie etwas macht. Über Jahre hinweg haben wir dabei wenig substanzielle Antworten bekommen.“

Eine Sichtweise, die Beiratssprecher Wolfgang Golinski teilt, wenngleich er deutlich gemäßigtere Worte findet: „Bekanntlich hat der Erfolg ja viele Väter und Mütter. Zu der jetzigen Entscheidung muss dennoch objektiv festgestellt werden, dass erst durch diverse Interventionen des Waller Beirates beziehungseweise seiner Fachausschüsse die langjährige Diskussion um einen Neubau Fahrt aufgenommen hat. Die dazu gefassten Beiratsbeschlüsse der letzten Monate sprechen eine eindeutige Sprache." „Das kommt eigentlich fast schon zu spät“, sagt auch CDU-Fraktionssprecher Franz Roskosch zu den Neubau-Plänen, „denn wir sind ja schon seit Jahren da hinterher.“

Fraktionsübergreifend hoffen die Waller Ortspolitiker nun, dass möglichst bald ein geeignetes Grundstück in der Überseestadt gefunden wird. Die Berufsschule müsse dabei nicht nur optimal an den ÖPNV angebunden sein, sondern auch genügend Parkplätze haben, da der Parkdruck in der Überseestadt ohnehin schon sehr hoch sei, sagt dazu Golinski: „Eine Situation wie derzeit in der Ellmersstraße muss von vornherein vermieden werden.“

Dass die Schule am Ende tatsächlich mit Unterstützung von Bauunternehmer Klaus Hübotter auf einem Grundstück nahe dem Speicher XI gebaut werden kann, daran mag Jupp Heseding noch nicht glauben – schließlich seien ja noch andere Interessenten an dieser Fläche interessiert. Die Lage wäre seiner Meinung nach aber gut: „An dieser Stelle wäre die Schule über den ÖPNV relativ gut erreichbar.“ Und auch der Investor gefiele ihm: „Man sollte darauf achten, dass man einen verlässlichen Partner hat. Und Klaus Hübotter ist sicherlich einer der verlässlichsten, die wir in Bremen haben.“ Das von der Stadt angepeilte Modell einer öffentlich-privaten Partnerschaft (ÖPP) findet Jupp Heseding dabei wiederum problematisch. „Die Erfahrung zeigt: Der öffentliche Bereich trägt das Risiko und der private Bereich den Gewinn. So etwas ist in den seltensten Fällen eine Win-win-Situation“, sagt Heseding.

Anders als in der Vergangenheit, wo die Schule und der Beirat in der Beteiligung nicht auftauchten, müssten sie nun in die weitere Planung mit einbezogen werden, mahnt der Grüne an und erinnert dabei an eine frühere Anregung der Waller Ortspolitiker: „Wir haben ein Wohnungsbauproblem und ein Raumproblem. Das Gelände an der Ellmersstraße – ein riesengroßes Areal – könnte man für innenstadtnahen Wohnungsbau nutzen und damit einen Teil zu finanzieren.“ Eine weitere Anregung kommt von CDU-Fraktionssprecher Franz Roskosch. Bei der Planung sollte bedacht werden, dass sich auch Berufsschüler sportlich betätigen. „Da sollte man gleich eine Sporthalle mit einplanen. Es gibt im Stadtteil definitiv großen Bedarf und für die Waller Vereine wäre eine zusätzliche Halle wunderbar.“ Und das Allerwichtigste: „Je schneller die Schule kommt, desto besser.“

„Das kommt eigentlich fast schon zu spät.“ Franz Roskosch, CDU
„Wir haben ein Wohnungsbauproblem und ein Raumproblem.“ Jupp Heseding, Grüne
Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+