Eine Idee mit Anlaufproblemen Betrieb der Pendelfähre "Alma" endet vorerst

Seit Juli pendelt die Fähre „Alma“ zwischen der Überseestadt und dem Weserstadion als öffentliches Verkehrsmittel. Ende Oktober endet die Testphase.
11.10.2018, 07:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Matthias Holthaus

Der Transport von Fahrrädern ist noch nicht möglich, als öffentliches Verkehrsmittel ist das Schiff vergleichsweise langsam und bislang macht es noch keinen Stopp an der anderen Weserseite: Beim Hafen-Klönschnack zog Sandra Veith vom IT-Unternehmen Team Neusta kürzlich Fazit nach drei Monaten Fährverkehr zwischen Weserstadion und Landmarktower. „Einige Parameter waren nicht stimmig“, sagte Veith. „Doch das Schiff wird dennoch von Berufspendlern und von Touristen genutzt.“

Seit Juli fährt die „Alma“ mehrmals täglich im Pendelverkehr. Das Schiff der Reederei Hal Över soll eine Alternative für Pendler in und aus der Überseestadt sein. Gut 40 Minuten dauert die gesamte Fahrt.

Am 30. Oktober endet der Betrieb vorerst. Es war ein viermonatiger Test, den der Neusta-Gründer und CDU-Spitzenkandidat Carsten Meyer-Heder zusammen mit Partnern wie Justus Grosse, der Zech Group, Hansewasser, Datenschutz Nord und Werder Bremen ins Leben gerufen hatte. Gemeinsam haben sie die Charterkosten für die Fähre von 135.000 Euro aufgebracht. „Ich finde die Grundidee gut und richtig, und diese Idee wird uns auch weiter beschäftigen“, sagte Veith. Perspektivisch wäre es aber gut, wenn auch die Waterfront als Haltepunkt dazugenommen könne.

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„Wir sind stolz, froh und glücklich, Teil dieses Projekts zu sein“, sagte Harro Koebnick, Sprecher von Hal Över, bei der Veranstaltung. Auch er sieht die Kritikpunkte, hält an der grundsätzlichen Idee aber fest: „Das ideale Schiff dafür fährt schnell, ohne viel Wellen zu machen, und ist mit einem alternativen Antrieb ausgestattet. Es ist behindertengerecht gebaut und so konzipiert, dass es automatisch, zum Beispiel mit Magneten, anlegen kann.“ Auch ein zweites Schiff zur besseren Taktung wäre hilfreich. Gleichzeitig ist nach Koebnicks Angaben aber von Anfang an klar gewesen, dass solch ein Dienst immer ein Zuschussgeschäft bleiben werde.

Sandra Veith schlug daher vor, auch europäische Fördertöpfe anzuzapfen. „Ich werde versuchen, die Möglichkeiten auszuloten und wie man konkret mit der Stadt in Verhandlung kommen kann“, kündigte sie an. Auch der Verkehrsverbund Bremen/Niedersachen ist nach ihren Angaben im Rahmen seiner Möglichkeiten interessiert. „Wenn wir es im nächsten Jahr noch mal probieren würden, mit einem anderen Schiff und einem Anleger auf der anderen Weserseite in Höhe der City, dann könnten wir Erfolg haben“, sagte Veith.

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