Bio-Essen an der Uni

Bio-Quoten sollen auch für Uni-Essen gelten

Für die Speisepläne der Mensen und Kantinen in Bremens Kitas, Schulen und städischen Krankenhäusern gibt es seit 2018 Bio-Quoten. Die sollen auch für Uni und Hochschulen gelten, fordern die Grünen.
18.03.2019, 06:00
Lesedauer: 3 Min
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Bio-Quoten sollen auch für Uni-Essen gelten
Von Ralf Michel

In Bremen sorgt der „Aktionsplan 2025“ in der öffentlichen Gemeinschaftsverpflegung für gesünderes Essen. „Mehr Bioprodukte, weniger Fleisch aus Massentierhaltung“ ließe sich die Zielrichtung des 2018 vom Senat beschlossenen Planes auf einen kurzen Nenner bringen. Auslöser hierfür war ein Bürgerantrag gegen Billigfleisch im September 2016.

In Kindergärten, Schulen und den städtischen Krankenhäusern wird der Plan längst umgesetzt, nicht aber in den Mensen von Universität und Hochschulen. Das soll sich ändern, einen entsprechenden Antrag haben jetzt die Grünen auf den Weg gebracht. Beim Studierendenwerk rennen sie damit offene Türen ein, sagt deren Pressesprecher Maurice Mäschig. „Aber einfach nur Prozentzahlen in den Raum zu stellen, reicht nicht.“

Womit Mäschig auf den beschlossenen Aktionsplan anspielt. Denn der sieht nicht einfach nur ein generelles Bekenntnis zur Biokost vor, sondern legt genaue Quoten fest, bis wann die Essensangebote auf Lebensmittel aus ökologischem Landbau und artgerechter Tierhaltung umgestellt sein müssen. Nicht auf einen Schlag, sondern stufenweise, aber bis 2022 müssen die Speisepläne in Bremens Kindergärten, Schulen und den Kantinen des Öffentlichen Dienstes komplett auf Biokost umgestellt sein.

Allein für die Krankenhäuser der Gesundheit Nord (Geno) gelten andere Regeln. Hier lautet die Zielvorgabe bei tierischen und pflanzlichen Produkten lediglich 20 Prozent. Und die ist auch nicht bis Ende 2022 zu erfüllen, sondern erst bis Ende 2024. Doch zumindest ist der Klinikverbund nach anfänglichem Widerstand mit im Boot.

„Großer Nachholbedarf“

Nicht so die Universität und die Hochschulen. Die Mensen des Studierendenwerkes seien zunächst auch Bestandteil des Bürgerantrags gewesen, im weiteren Verfahren dann aber rausgeflogen, erklärt Jan Saffe, ernährungspolitischer Sprecher der Grünen-Fraktion. „Sie gehören nicht zum Aktionsplan und nicht zum Beschlussteil der Bürgerschaft.“ Formeller Grund dafür: Der Bürgerantrag wurde für die Stadtbürgerschaft gestellt, das Studierendenwerk ist aber Sache des Landes.

Der aktuelle Antrag der Grünen geht deshalb an den Landtag. Der soll den Senat auffordern, binnen eines Jahres auch für die Mensen des Studierendenwerks Bremen einen mehrstufigen Aktionsplan aufzustellen. Auch hier soll die Beschaffung tierischer Erzeugnisse bis 2025 auf die gleichen Kriterien, die für Schulmensen gelten, umgestellt werden, erklärt Saffe. Zudem soll geprüft werden, wie künftig täglich ein veganes Essen zum subventionierten Preis, also das „Essen 1“ oder das „Essen 2“ angeboten werden kann.

„Längst ein Riesenthema“

Die Umsetzung in den Schulen und Kindertagesstätten sei auf einem guten Weg, erklärt Saffe. „Mehrere Schulmensen haben die Umstellung bereits fast komplett vollzogen, sind bei 100 oder fast 100 Prozent bio angelangt und erfüllen damit schon heute nahezu die Vorgaben des Aktionsplans.“ Und auch die Gesundheit Nord befinde sich im Prozess der Umstellung. In den Mensen an den Bremer und Bremerhavener Hochschulen bestehe dagegen angesichts des hohen Anteils an Fleisch aus industrieller Produktion noch großer Handlungsbedarf. „Dies entspricht auch den Erwartungen vieler Studierender an den Hochschulen, von denen immer mehr Fleisch aus industrieller Tierhaltung ablehnen“, sagt Saffe. „Auch die Nachfrage nach veganen Gerichten ist dort gestiegen.“

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„Wir behandeln dieses Thema längst intensiv“, hält Maurice Mäschig dagegen. „Schon allein aus Eigeninteresse, schließlich ist das bei den Studierenden ein Riesenthema.“ Was im Übrigen ein wesentlicher Unterschied zu den meisten Schulen, Kindergärten und Krankenhäusern sei, betont der Pressesprecher. „Bei uns muss niemand essen, unsere Gäste kommen freiwillig.“

Und so finde die Diskussion um Biokost auch schon ihren Niederschlag in den Angeboten der Mensen. So gebe es an Uni und Hochschule in Bremen jeden Tag auch ein vegetarisches und ein veganes Angebot. Bei Kaffee, Tee und Milch kümmere man sich ebenfalls um Bioqualität und Nachhaltigkeit. „Und jeden Mittwoch ist das subventionierte Hauptessen 1 vegetarisch.“ Es gebe jedoch zwei Punkte, die für das Studierendenwerk von zentraler Bedeutung seien, betont Mäschig. Zum einen müssten Liefersicherheit und Qualität gesichert sein, zum anderen müssten die Mensen so ausgestattet sein, dass die Bioprodukte vor Ort auch vernünftig verarbeitet werden könnten.

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