Kommentar über Bremens Klimaziel

Blamage

Bremen und Bremerhaven müssten sich beim Klimaschutz eigentlich ganz besonders ins Zeug legen. Denn ein starker Anstieg des Meeresspiegels würde Seestadt und Flussstadt besonders hart treffen.
15.01.2018, 20:26
Lesedauer: 1 Min
Zur Merkliste
Blamage
Von Norbert Holst
Blamage

Die Mehrheit der Pendler setzt auf das Auto.

dpa

Schöne Blamage. Bremen verfehlt meilenweit das Klimaziel für 2020. Es zeigt wieder einmal, dass nicht jedes politische Programm das Papier wert ist, auf dem es gedruckt ist. Zumal, wenn die Ziele sehr ambitioniert sind. Angepeilt war eine Senkung der Kohlendioxid-Emissionen um 40 Prozent im Vergleich zu 1990. Nur knapp zehn Prozent waren 2014 geschafft.

Viele Faktoren haben zu diesem Ergebnis geführt. Für manche kann das Land nichts: Etwa wenn der Bund sich nicht traut, aus der Kohle auszusteigen; oder wenn Spritschleudern plötzlich wieder im Trend sind. Aber andere Gründe fallen in Bremer Zuständigkeit: beispielsweise die miese Quote von Pendlern, die sich mit Bus und Bahn auf den Weg zur Arbeit machen.

Lesen Sie auch

Das ist auch einem komplizierten Geflecht aus Tarifzonen und unattraktiven Preisen geschuldet. Zudem bremst die Finanzlage mögliche Maßnahmen aus – so ließe sich bei der energetischen Sanierung älterer Häuser mehr machen. Bremen und Bremerhaven müssten sich beim Klimaschutz eigentlich ganz besonders ins Zeug legen. Denn ein starker Anstieg des Meeresspiegels würde Seestadt und Flussstadt besonders hart treffen.

norbert.holst@weser-kurier.de

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+