Umwelt- und Klimaschutz Blaualgen im Unisee: Gewässer wird aufwendig untersucht

Weil es vermehrt zu Blaualgen im Bremer Stadtwaldsee (Unisee) kam, hat das Umweltressort ein Gutachten in Auftrag gegeben. Weitere Themen der Umweltdeputation: das Waldgesetz und eine Biodiversitätsstrategie.
19.01.2022, 19:24
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Blaualgen im Unisee: Gewässer wird aufwendig untersucht
Von Pascal Faltermann

Im Sommer schwimmen, planschen und surfen hier Tausende Bremer. Der Stadtwaldsee (Unisee) gehört zu den beliebtesten Naherholungsgebieten in der Stadt. Ob Stand-up-Paddling, Segelkurse oder Tauchlehrgänge der Feuerwehr – das Gewässer ist meist gut frequentiert. Doch in den vergangenen Jahren traten in dem Badesee vermehrt Probleme mit Blaualgen auf, genauer gesagt mit "lang anhaltenden Blaualgen-(Cyanobakterien-)Blüten". Im Sommer 2020 musste vom Umweltressort fast die gesamte Badesaison eine Warnung ausgesprochen werden. Den Ursachen soll nun auf den Grund gegangenen werden. In der Sitzung der Umweltdeputation am Mittwochnachmittag ging es auch um das Waldgesetz, einen Runden Tisch für eine Biodiversitätsstrategie (Artenvielfalt) und die Gasumstellung.

Blaualgen im Stadtwaldsee: Der Beirat Horn-Lehe hatte im Mai 2021 das Umweltressort aufgefordert, die Wasserqualität des Stadtwaldsees zu untersuchen und geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um die Situation zu verbessern. Dafür sei eine "eine vertiefte Erkenntnis des Sees erforderlich", heißt es aus der Behörde. Seit den 90er Jahren wird der See mit einem Basis-Messprogramm untersucht, doch die Daten reichen nicht aus. Die Firma Hanseatische Naturentwicklung (Haneg) soll nun in einem Projekt die Gewässerqualität untersuchen. In einem ersten Teil werden alle Daten ausgewertet und ein "limnologisches Gutachten" vorbereitet. In einem zweiten Schritt wird das Gewässer dann untersucht und daraus Maßnahmen abgeleitet. Die Gesamtkosten für beide Teile werden auf 88.957 Euro geschätzt.

Streit ums Waldgesetz: Die Fachpolitiker waren sich einig, dass sie sich was das Bremische Waldgesetz angeht, nicht einig sind. Wie berichtet, haben die rot-grün-roten Koalitionspartner unterschiedliche Sichtweisen, was die Definition betrifft, wie und wann ein Verlust von Wald ausgeglichen werden soll. Aus diesem Grund wurde das Waldgesetz von der Tagesordnung genommen. Eigentlich hätte es in einem Paket von Neuerungen (ein Mantelgesetz) beschlossen werden sollen. Die Regierungspartner einigten sich darauf, die Änderungen von bremischen Naturschutz-, Jagd- und Wasserrechten zu beschließen und in Sachen Wald nach einem Konsens zu suchen. Kritik kam von der Opposition. "Das ist absurdes Theater", sagte Martin Michalik (CDU). Wie auch Magnus Buhlert (FDP) kritisierte er, dass es die geänderten Fassungen erst kurz vor der Sitzung gegeben hatte.

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Runder Tisch für eine Biodiversitätsstrategie: Bremens rot-grün-rote Regierungskoalition hatte den Senat aufgefordert, eine übergreifende Biodiversitätsstrategie zu erarbeiten – einen Plan zum Schutz der Natur, der Ökosysteme und vor allem der Artenvielfalt. Die Forderungen sehen unter anderem ein Schutzprogramm für Insekten, den Verzicht auf den Einsatz von Pestiziden, mehr Grünflächen mit einer Mischung von Blütenpflanzen oder begrünte Bus- und Bahnhaltestellen vor. Diese Strategie soll nun ein Runder Tisch erarbeiten, das beschlossen die Mitglieder der Umweltdeputation einstimmig. In diesem Arbeitskreis sollen zwölf bis 17 ständige Mitglieder sitzen, zu bestimmten Themenfeldern können weitere Akteure eingeladen werden. Die ständigen Mitglieder sollen aus den staatlichen Deputationen, aus den Ressorts, der Zivilgesellschaft sowie den Bereichen Naturschutz, Wissenschaft, Landwirtschaft, Wirtschaft, Bildung kommen. "Es ist eine sehr ambitionierte Sache, die handlungsorientiert arbeiten soll", sagte Ralph Saxe (Grüne).

Gasumstellung in Bremerhaven: Die Gasumstellung in Bremen und Bremerhaven ist bis auf Restarbeiten abgeschlossen. Diese werden
noch bis in das kommende Jahr reichen. Insgesamt wurden laut der Behörde in Bremerhaven 85.000 Hausbesuche durchgeführt. Bei rund 2000 Geräten konnte dort nicht auf das H-Gas umgestellt werden.

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