Behörden uneins über neues Bordell

Senatorin fehlen Beweise für Betrieb durch die „Hells Angels“

Die „Hells Angels“ hält auch Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt (Die Linke) zu Recht für verboten. Dies allein reiche aber nicht, um einem beantragten neuen Bordell die Genehmigung zu versagen.
19.02.2021, 17:00
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Senatorin fehlen Beweise für Betrieb durch die „Hells Angels“
Von Ralf Michel
Senatorin fehlen Beweise für Betrieb durch die „Hells Angels“

Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt (Die Linke) sieht keine ausreichenden Gründe, um das beantragte Bordell in der Bürgermeister-Smidt-Straße nicht zu genehmigen.

Christina Kuhaupt

In der Frage, ob in der Bürgermeister-Smidt-Straße 31 ein Bordell eröffnet werden kann, scheint es einen Dissens zwischen Wirtschafts- und Innenbehörde zu geben. Während das Wirtschaftsressort dem Vernehmen nach zu einer Genehmigung des Betriebes tendiert, will Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) ihn mit allen Mitteln verhindern, wie er am Donnerstag unmissverständlich in der Innendeputation erläuterte. Für ihn steht fest, dass hinter den Plänen die in Bremen verbotene Rockergruppe „Hells Angels“ steht.

Neues Bordell in Bremen: Wirtschaftssenatorin spricht sich für Verbot aus

Zu den Rockern hat indes auch Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt (Die Linke) eine klare Position: „Die Hells Angels sind in Bremen zu Recht verboten. Wenn sie nachweisbar die Fäden im Hintergrund ziehen, und es rechtlich möglich ist, den Betrieb zu untersagen, wäre mir das sehr recht", erklärte Vogt am Freitagnachmittag auf Anfrage des WESER-KURIER.

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Eine Erlaubnis zum Betrieb einer Prostitutionsstätte könne aber in einem verwaltungsrechtlichen Verfahren nur versagt oder widerrufen werden, wenn ein Strohmann-Verhältnis klar nachgewiesen werden kann, betont die Wirtschaftssenatorin. Ebenso könne ein Gewerbe untersagt werden, wenn beispielsweise Straftaten durch den Gewerbebetreibenden nachgewiesen werden können.

Polizeibericht zu neuem Bordell in Bremen reicht Wirtschaftssenatorin nicht

Die Bremer Polizei dagegen hält die Geschäftsführerinnen der Firma, die die Bordellgenehmigung beantragt haben, für Strohfrauen im Auftrag der Hells Angels. Sie hat hierzu einen entsprechenden Bericht verfasst, der der Wirtschaftsbehörde vorliegt, die Senatorin aber nicht überzeugt: „Die uns bisherigen vorgelegten Erkenntnisse sind für eine Versagung der Erlaubnis leider nicht ausreichend“, sagt Vogt. „Ich hatte mir da deutlich mehr erhofft.“ Sollten sich neue Erkenntnisse ergeben, würden diese umgehend ausgewertet. Zudem werde es regelmäßige Kontrollen geben.

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