Sieling und Ditzfeld reden über Achim-West Bremen zahlt für Autobahnabfahrt in Achim

Die Menschen im Achimer Ortsteil Uphusen leiden seit vielen Jahren unter der Verkehrsbelastung. Daher pochen sie auf eine zusätzliche Autobahnabfahrt an der A 27 zwischen Achim-Nord und Bremer Kreuz.
04.08.2015, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Bremen zahlt für Autobahnabfahrt in Achim
Von Anke Landwehr

Die Menschen im Achimer Ortsteil Uphusen stöhnen seit vielen Jahren unter der Verkehrsbelastung, die sie vor allem dem Nachbarn Bremen zu verdanken haben. Deswegen pocht die einwohnerstärkste Stadt im Landkreis Verden auf eine zusätzliche Autobahnabfahrt an der A 27 zwischen Achim-Nord und Bremer Kreuz. Nach einem Treffen der Bürgermeister Rainer Ditzfeld (parteilos) und Carsten Sieling (SPD) könnte nun Bewegung in die Sache kommen: Sieling hat zugesagt, dass sich die Hansestadt an den Planungskosten beteiligt. Nach Ditzfelds Einschätzung werden sie um die 1,5 Millionen Euro betragen. Wie viel Bremen beitragen will, ist noch ein Geheimnis. Die Beteiligten haben Stillschweigen vereinbart.

Die Anbindung der Theodor-Barth-Straße an die geplante Anschlussstelle Achim-West wird im Bremer Koalitionsvertrag als „ein Schlüsselprojekt der Region“ bezeichnet. Mit ihr werde die Verkehrserschließung der bremischen Einzelhandels- und Gewerbebetriebe am Bremer Kreuz „nachhaltig verbessert“, heißt es in dem Papier. Und: „Das Projekt kann als interkommunales Projekt gemeinsam mit Achim entwickelt werden.“ Mit dem Bund, dem Land Niedersachsen und Achim sei ein tragfähiges Finanzierungskonzept zu entwickeln.

Die Bedeutung der Maßnahme ist keine neue Erkenntnis, sie war immer wieder Gegenstand der Verhandlungen zwischen Klein- und Großstadt. Mit Sieling, den er in dessen Amtssitz besuchte, ist Ditzfeld jetzt auf jemanden getroffen, „der die ganze Entstehungsgeschichte in seiner Zeit als Bundestagsabgeordneter begleitet hat. Der steckt in der Materie, da hat man gleich einen ganz anderen Einstieg.“

Auch mit Sielings Vorgänger Jens Böhrnsen hatte Ditzfeld schon über die Sache gesprochen – und war erschrocken, als er von dessen Rücktritt hörte. „Ich dachte, jetzt sei alles für die Katz.“ Doch nun ist das Achimer Stadtoberhaupt wieder guter Dinge, dass es vorangehen wird. Und dass Bremen sogar die Bedenken des kleinen Nachbarn hinsichtlich der geplanten Ansiedlung eines Möbelzentrums in Osterholz teilt, wo sich der Unternehmer Kurt Krieger auf mehr als 50 000 Quadratmetern niederlassen will. „Wenn das passiert, bricht in Uphusen alles zusammen. Schon durch den Weserpark ist der Ort mehr als gebeutelt“, sagt Ditzfeld. Er setzt seine Hoffnungen auf ein Moderationsverfahren im Kommunalverbund, das Anfang 2016 starten soll. Sein Eindruck aus dem Gespräch mit Sieling: „Wir verfolgen da mehr oder weniger die selbe Strategie.“

Was die neue Anschlussstelle Achim-West angeht, erwarten die Achimer von den Bremern mehr als eine Beteiligung an den Planungskosten. Sie müssten auch die neun Millionen Euro für die Brücke über die A 1 mittragen. Ditzfeld: „Nur damit kann Bremen seinen Verkehr los werden.“ Die Lkw-Fahrer, die in Mahndorf und Arbergen große Probleme hätten, könnten dann über Achim-West und das Bremer Kreuz alle Richtungen einschlagen.

Dem Achimer Stadtrat soll das Ganze nach den Sommerferien zur Entscheidung vorgelegt werden. „Wir warten noch auf die schriftliche Zusage aus Bremen und auf Hannover, das den geplanten Zubringer klassifizieren muss“, erklärt Ditzfeld. Achim wünsche ihn sich als Kreisstraße, um sich 22 Millionen Euro „Entflechtungsmittel“ zu sichern, die es auch für eine städtische oder gemeindliche Straße gäbe. „Aber dafür rollt zu viel Verkehr drüber“, so Ditzfeld. Alles in allem soll das Projekt 92 Millionen Euro kosten, den Löwenanteil würde der Bund übernehmen.

Der Achimer Bürgermeister schätzt, dass es 2022/23 losgehen kann. Dass Tiere wie ein Feldhamster das Vorhaben ausbremsen könnten, glaubt Ditzfeld nicht. „Dazu haben wir schon ein Gutachten, da kann eigentlich nichts schiefgehen.“

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