Erbbaurecht für 99 Jahre

Bührmann übernimmt Lankenauer Höft

Die Zukunft des Lankenauer Höfts auf der linken Weserseite ist geklärt. Eine Bietergemeinschaft um den Unternehmer Theo Bührmann übernimmt das Areal und setzt dort ein Konzept für Gastronomie und Freizeit um.
24.04.2019, 18:24
Lesedauer: 3 Min
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Von Jürgen Theiner und Jean-Pierre Fellmer

Eine Bietergemeinschaft um den Bremer Unternehmer Theo Bührmann übernimmt das städtische Grundstück am Lankenauer Höft für 99 Jahre. Die Wirtschaftsdeputation hat der Vergabe eines Erbbaurechts als Ergebnis einer entsprechenden Ausschreibung am Mittwoch zugestimmt.

Die Bietergemeinschaft besteht aus Bührmanns Bremer Veranstaltungs- und Event GmbH und der Firma HBJu Immobilien GmbH und wird künftig als Lankenauer Höft Projektgesellschaft mbH auftreten. Sie plant auf dem knapp 8000 Quadratmeter großen Grundstück unter anderem einen Neubau für Gastronomie und Veranstaltungen mit drei Geschossen. Dort sollen zwei circa 600 Quadratmeter große Veranstaltungsflächen über zwei Etagen und ein Restaurant mit einer großzügigen Terrasse entstehen.

Wunsch nach einem Bereich für Wassersport

Im Außenbereich sieht das Konzept einen Beachclub, drei Beachvolleyballfelder und einen Mehrgenerationenspielplatz vor. Ebenfalls geplant sind eine Fahrradstation mit Ladestation für E-Bikes und Ladesäulen für E-Autos. Die Außenflächen sollen künftig auch für Outdoor-Veranstaltungen wie zum Beispiel Kinderflohmärkte, Kulturveranstaltungen und Konzerte genutzt und entsprechend hergerichtet werden.

„Darüber hinaus haben wir die Vision, auch Hausboote zur Verfügung zu stellen, die wie Ferienwohnungen betrieben werden“, so Bührmann. „Außerdem würden wir gerne einen Bereich für Wassersport auf der Weser umsetzen. Dies könnte eine Wakeboardanlage oder Wasser-Go-Kart sein.“ Beides müsse allerdings zuvor mit den zuständigen Behörden besprochen werden. Die Bietergemeinschaft will einen mittleren einstelligen Millionenbetrag auf dem Gelände investieren. Etwa 20 Arbeitsplätze sollen entstehen. Zurzeit ist das Areal mit einem ehemaligen Radarturm und einem Gebäude für Gastronomie bebaut. Der Turm soll stehen bleiben.

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Aus Sicht von Wirtschaftssenator Martin Günthner (SPD) stellt das Nutzungskonzept der Bietergemeinschaft "einen echten Gewinn für alle Bremerinnen und Bremer und auch für Gäste von außerhalb dar". Ziel der Ausschreibung sei eine städtebauliche Aufwertung des Gebietes mit hohem Naherholungswert und Freizeitangeboten für die angrenzenden Stadtteile gewesen. Günthner: "Das Angebot der Bietergemeinschaft erfüllt diese Anforderungen in hervorragender Art und Weise."

Das Ausschreibungsverfahren für das Lankenauer Höft war im Dezember vergangenen Jahres von der städtischen Wirtschaftsförderungsgesellschaft WFB gestartet worden. Zuvor hatten die Wirtschaftsbehörde, der Beirat Woltmershausen und das Bürgerforum zur Weiterentwicklung der Landzunge in Rablinghausen Eckpunkte einer künftigen Grundstücksnutzung entwickelt. Im nächsten Schritt sollen nun die planungsrechtlichen Voraussetzungen für die Umsetzung des Bührmannschen Projekts geschaffen werden. Wann ein Entwurf für einen Bebauungsplan vorliegen wird, steht noch nicht fest.

Musikalische Koalition

Im kommenden Sommer wird das Lankenauer Höft auf jeden Fall noch vom Kulturprojekt "Golden City" bespielt, das nach einer Hafenkneipe im Bremer Westend der Nachkriegszeit benannt ist. Das umfangreiche Programm in der alten Gastronomie auf dem Lankenauer Höft wurde am Mittwoch vorgestellt, es bietet von Anfang Mai bis Ende August Musik, Theater und mehr.

Zur Eröffnung der Saison am 4. Mai sind mehrere Höhepunkte angekündigt: Nomena Struß wird als Ramon Locker den Hafenmeister spielen und mit mehr als 20 Booten des Yachtclub Bremens und Bremer Bootsvereine eine Choreografie mit dem Titel "Markusplatz" auf dem Wasser aufführen. Sie soll an den Bootsverkehr am gleichnamigen Platz in Venedig erinnern. Bei der Show prüft außerdem Frauke Wilhelm als Ramona Ariola die musikalische Koalitionsfähigkeit von fünf Bremer Politikern: Stephanie Dehne (SPD) an der Blockflöte, Magnus Buhlert (FDP) an der Posaune, Bausenator Joachim Lohse (Die Grünen) und Jan Restat (Linke) an den E-Gitarren und Carsten Meyer-Heder (CDU) an den Kongas unterstützen die "Golden-City-Band" kurzfristig. Musik gibt es außerdem vom Bremer Rapper Flowin Immo sowie vom Trio "Ramona, Ramon, Rammé".

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Weitere Höhepunkte im Programm sind etwa die "Golden-City"-Lokalrunden, Videovorstellungen zum Neustädter Hafen als Umschlagplatz oder ein Erzählcafé zur Geschichte der ehemaligen Werft AG Weser in Gröpelingen. Die Fähre Pusdorp legt ab dem 4. Mai am Freitagabend und an den Wochenenden am Lankenauer Höft an, Abfahrtszeiten und Preise stehen im Internet unter www.weserfähre-bremen.de. Ab dem 5. Mai fährt dann auch die Linie 24 von der Domsheide an den Wochenenden nicht nur bis Rablinghausen, sondern auch zum Lankenauer Höft. Die letzte Rückfahrt ist an den Freitag- und Samstagabenden gegen Mitternacht. Mehr Infos zum Programm, alle Termine und die Fahrtzeiten von Fähre und Bus gibt es im Internet auf www.goldencity-bremen.de.

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