Umsatzverluste durch Corona

Städtische Firmen in Bremen sind angeschlagen

Die Corona-Krise trifft nicht nur Privatunternehmen, auch diverse Beteiligungen der öffentlichen Hand in Bremen sind durch Umsatzeinbußen in Schieflage geraten. Das zeigt eine Übersicht der Finanzbehörde.
05.05.2020, 15:49
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Städtische Firmen in Bremen sind angeschlagen
Von Jürgen Theiner

Eine ganze Reihe Bremer Unternehmen, die vollständig oder überwiegend der öffentlichen Hand gehören, sind durch coronabedingte Umsatzeinbußen in finanzielle Bedrängnis geraten. Das geht aus einer Übersicht der Finanzbehörde für den Senat hervor, die dem WESER-KURIER vorliegt.

Zu den betroffenen Firmen gehören der Hafenlogistiker BLG, die Flughafen GmbH, die BSAG oder die Messegesellschaft m3b, die auch für Großmarkt und Ratskeller verantwortlich zeichnet. So hatte zum Beispiel die BLG für 2020 mit einem Jahresüberschuss von 21,6 Millionen Euro kalkuliert. Daraus wird nichts, im schlechtesten Fall könnte am Jahresende nach derzeitigem Stand ein Minus in zweistelliger Millionenhöhe zu Buche stehen. Auch m3b ist durch den Ausfall wichtiger Messen und Kongresse schwer gebeutelt. Die Geschäftsleitung erwartet eine Ergebnisverschlechterung zwischen sechs und acht Millionen Euro. Schon vor dem aktuellen Senatspapier waren die drastisch verschlechterten Aussichten des kommunalen Klinikkonzerns Gesundheit Nord und der Bremer Straßenbahn AG bekannt geworden. Insgesamt listet die Übersicht der Finanzbehörde 17 angeschlagene Unternehmensbeteiligungen auf.

Das Rathaus wird einigen dieser Firmen Überziehungskredite gewähren, die bei der Überbrückung der Schwierigkeiten helfen sollen. Voraussichtlich reicht das aber nicht in allen Fällen. So signalisiert beispielsweise die Messegesellschaft jetzt schon, dass sie diese Hilfen 2021 nicht wird zurückzahlen können. Als Gesellschafter würde sich die Stadt in solchen Fällen wohl gezwungen sehen, Kapital nachzuschießen, um einen Kollaps des betroffenen Unternehmens abzuwenden. Aus Sicht von Finanzsenator Dietmar Strehl (Grüne) unterstreicht die teils kritische Lage diverser städtischer Beteiligungen die Notwendigkeit des geplanten Bremen-Fonds. „Ohne den 1,2-Milliarden-Euro-Fonds wären größere Finanzspritzen nicht möglich“, so Strehl. Auch vom Bund werde ein Engagement erwartet, etwa in den Bereichen Kliniken, Häfen und Flughafen.

Lesen Sie auch

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+