Staugefahr in Bremen und umzu Das sind die größten Baustellen 2018 in Bremen

Der Abriss eines abgebrannten Traditionskaufhauses, die nächste Großsperrung auf der A1 und vieles mehr: Das sind in diesem Jahr Bremens größte Baustellen mit Auswirkungen auf den Verkehr.
12.02.2018, 19:48
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Das sind die größten Baustellen 2018 in Bremen
Von Nina Willborn

Sie kosten Zeit, Geld und die Nerven von Auto-, Rad- und Straßenbahnfahrern sowie Fußgängern: Baustellen. Aber sie sind nötig, damit die Stadt auf Dauer funktioniert. Martin Stellmann, Sprecher des Amts für Straßen und Verkehr, drückt es scherzhaft so aus: „Wenn wir nichts machen würden, hätte Bremen ein echtes Problem.“ Das ist erst mal nicht in Sicht, zu tun gibt 's genug in den nächsten zwölf Monaten.

Für die „Innenstadt und Vorrangstraßen“, wie es offiziell heißt, sind bis jetzt 374 Bauvorhaben angemeldet, davon 186 neue und 188, die 2017 entweder aufgrund von Verzögerungen nicht begonnen haben oder nicht fertiggestellt werden konnten. Es werden bis Dezember voraussichtlich rund dreimal so viele sein, weil die Fristen oft nur zwei Wochen betragen und viele Vorhaben entsprechend kurzfristig angemeldet wurden. Im vergangenen Jahr stellte die Verkehrsbehörde 1176 „Anordnungen“ aus, also Auflagen zur Verkehrssicherung an Baustellen neben Straßen. „2018 wird vergleichbar mit 2017“, sagt Gunnar Polzin, Chefplaner der Verkehrsbehörde. Vor einem Jahr waren die Gleiserneuerung am Hauptbahnhof und der Umbau des Sterns die großen Innenstadt-Projekte. Polzin: „Das war zum Teil erst mal chaotisch, aber wir haben es überlebt.“ Stellmann ergänzt: „Wir haben eine anstrengende Sommersaison in der Innenstadt vor uns. Auch die Arbeiten auf der A 1 wird man wieder bis in die Quartiere merken. Aber die Erreichbarkeit aller Stadtteile ist gewährleistet.“

Ab April Stau im Norden

Hier die wichtigsten geplanten Bauvorhaben im Überblick: Ab März wird es auf der A 1 wieder eng. Zwischen Stuhr und Brinkum wird bis Anfang Dezember die Fahrbahn erneuert. Die Fahrbahn in Richtung Osnabrück wird gesperrt, der gesamte Verkehr rollt auf je zwei Spuren über die Fahrbahn Richtung Hamburg. Hinzu kommt, dass zwischen Juli und November in Brinkum eine neue Brücke über die Ochtum gebaut wird. Polzin: „Auf der A 1 werden sich auch kleinere Maßnahmen wie Baumfällarbeiten bemerkbar machen.“ Ab Anfang April gibt's Staus im Norden: Die Fahrbahn auf der B 6 zwischen Überseestadt und dem Fly-over muss saniert werden. Auch auf der B 75 wird es Sperrungen geben: Ende März ist für ein Wochenende eine Vollsperrung wegen Asphaltarbeiten zwischen A 281 und Duckwitzstraße geplant, im Oktober zwischen den Abfahrten Huchting und Heinrich-Plett-Allee (Vollsperrung an zwei Wochenenden).

Zu den größten neuen Bauvorhaben in der Innenstadt gehört der Abriss der Brandruine von Harms am Wall. Beginnen soll er im April. Bislang ist die Maßnahme grundsätzlich angemeldet, das Verkehrsressort wartet aber noch auf Unterlagen. Polzin: „Erst wenn sie da sind, können wir alles abstimmen. Das Ziel ist, investoren-, aber auch verkehrsfreundlich zu bauen. Es geht um einen Ausgleich der Interessen.“ Auswirkungen hätte eine Teilsperrung des Walls allemal. Sie wird kommen, fraglich ist aber noch, in welcher Form. „Sperrt man besser in Richtung Tiefer oder in die andere? Für beide Seiten gibt es Argumente“, sagt Polzin. Auch eine Lösung könnte das „Hamburger Einbahnstraßenmodell“ sein, bei dem mittags die Fahrtrichtung gewechselt wird. Polzin: „Das Thema Harms wird uns beschäftigen.“

Die erste größere Straßenbaustelle entsteht ab Mitte März am Kreisel Bismarckstraße/AmDobben/Schwachhauser Heerstraße. Sechs Wochen ist die Bismarckstraße stadteinwärts dicht, weil Fußgänger-Überwege und ein Leitsystem für Blinde installiert werden. Die Rembertistraße wird ab Mitte März an der Einmündung zum Rembertiring zur Fahrradstraße umgebaut. Auch der Herdentorsteinweg soll fahrradfreundlicher werden. Die Rechtsabbiegespur soll für einen breiteren Fahrradstreifen wegfallen – der Umbau ist zwischen Juni und September geplant.

Ab Herbst Baustellen vor allem in westlicher Innenstadt

Mitten in der Stadt beginnen in wenigen Monaten noch zwei weitere Baustellen, die die Wege der Verkehrsteilnehmer beschwerlicher machen werden. Nur wenige Meter von der Großbaustelle des City Gate entfernt, soll ab Ende Juli die Discomeile sicherer und angenehmer für Fußgänger werden. Der Gehweg wird verbreitert, ein Radweg kommt hinzu, Bauzeit: anderthalb Jahre. Auch der für Sommer geplante Neubau der Gewoba am Breitenweg „greift in den Verkehr ein“, sagt Polzin. Weil die Fassade des Gebäudes neu gestaltet wird, muss der Fuß- und Radweg zeitweise weichen. Die Bremer Straßenbahn AG erneuert in diesem Jahr in der Falkenstraße ihre Gleise. Deshalb ist ab Anfang September der Abschnitt zwischen Findorffstraße und Fruchthof für rund vier Wochen teils voll gesperrt.

Verkehrssprecher Stellmann: „Ab Herbst verlagert sich der Baustellenschwerpunkt in die westliche Innenstadt.“ Dort vor allem an die Bürgermeister-Smidt-Brücke: Anfang Oktober werden zwischen Jakobi- und Martinistraße neue Fußgänger-Überwege gebaut, dazu Übergangshilfen an der Schlachte und Am Deich. Nicht geplant ist übrigens für 2018 und voraussichtlich auch nicht für 2019 die Sanierung der Stephanibrücke und der Weserbrücke über die A 1. Stellmann: „Wir arbeiten an Konzepten.“

Lesen Sie auch

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+