Sparkassen-Areal am Brill

Das sind die Reaktionen auf die Libeskind-Pläne

Die Pläne von Stararchitekt Daniel Libeskind für das Sparkassen-Areal am Brill kommen bei der Bremer Politik überwiegend gut an. Auch im Netz gibt es viele begeisterte Stimmen. Es hagelt aber auch Kritik.
05.04.2019, 22:20
Lesedauer: 5 Min
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Von Jürgen Hinrichs, Alice Echtermann

„Es zeugt von Respekt vor den Bremer Bürgerinnen und Bürgern, sich jetzt mit den Entwürfen für ein Bauprojekt an einem sehr prominenten Platz in der Hansestadt in die Öffentlichkeit zu begeben“, kommentiert Bau-Staatsrat Ronny Meyer (Grüne) die Präsention vom Freitag. Der Standort am Brill stelle höchste städtebauliche und architektonische Anforderungen. „Dazu haben Herr Libeskind und die Schapira-Gruppe einen überzeugenden Aufschlag gemacht“, so Meyer.

Geprüft werden müsse nun, ob die avisierte Baumasse hinsichtlich Verkehr, Brandschutzmöglichkeiten und Erschließung überhaupt funktionieren kann. Und, ganz wichtig, ob sich der Entwurf für die Neubauten mit dem denkmalgeschützten Sparkassengebäude verträgt. „Dieser Entwurf bietet eine sehr gute Grundlage für die weitere Diskussion, die nun stringent zur Entscheidung geführt werden sollte“, so das Fazit des SPD-Fraktionsvorsitzenden Björn Tschöpe.

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Jetzt sei es an der Zeit, dass neben dem bereits angekündigten Gestaltungsbeirat auch die Stadtgesellschaft und die Politik ihre Erwartungshaltungen an die Investoren formulieren. Die Erwartungen der SPD seien dabei klar, betont Tschöpe: „Das Bauvorhaben muss auch einen Beitrag dazu leisten, dringend benötigten bezahlbaren Wohnraum zu schaffen und gleichzeitig die Innenstadt beleben.“ Die Ideenskizze von Libeskind biete dafür viele Ansätze. „Ein guter Anfang ist gemacht!“

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Die FDP-Bürgerschaftsfraktion ist vom Libeskind-Entwurf begeistert. „Die Verbindung der denkmalgeschützten historischen Sparkassenhalle mit einer neuen modernen zukunftsweisenden und offenen Architektur ist höchst eindrucksvoll“, erklärt Fraktionschefin Lencke Steiner. Ihre Partei sei froh, dass die Diskussion um diese wichtige Fläche im Herzen von Bremen jetzt öffentlich geführt wird. „Wir unterstützen den Wunsch der Handelskammer, dass Bremen den Mut haben wird, dieses Projekt umzusetzen, um damit einen Schritt in die Zukunft zu machen“, betont Steiner.

Ohne jeden Abstrich gut findet die Pläne Matthias Fonger, Hauptgeschäftsführer der Handelskammer Bremen. „Ich bin begeistert und fasziniert“, sagte er nach der Präsentation. Was Libeskind abgeliefert habe, bedeute einen qualitativen Sprung für die Innenstadt. „Wir haben unsere schöne historische Architektur, brauchen aber auch so etwas“, so Fonger. Überzeugend sei für ihn nicht nur die Architektur, sondern auch das Konzept dahinter, die besondere Mischung. Die Frage sei jetzt, ob Bremen für so einen Sprung bereit ist. Fonger: „Ich hoffe, wir sind es.“ Der Geschäftsführer appellierte an die Runde der Abgeordneten, bei den Libeskind-Plänen aktiv zur Meinungsbildung beizutragen.

Und wie reagiert das Netz?

Im Internet wurden die Pläne von Daniel Libeskind eifrig diskutiert. Wir haben eine Auswahl an Reaktionen aus den sozialen Netzwerken zusammengestellt. Bei Twitter fielen die Kommentare überwiegend positiv aus.

Auf Instagram gibt es ebenfalls viele positive Stimmen, aber auch ein paar kritische. Manche sind generell gegen Hochhäuser in Bremen (vor allen bitte nicht höher als der Dom!), andere zweifeln an, dass die Studentenwohnungen bezahlbar sein werden. Viele sind aber euphorisch gestimmt, finden den Entwurf „genial“ und sind der Ansicht: „Endlich mal ein vernünftiger Impuls“ oder „Endlich wird aus Bremen etwas gemacht“.

Reaktionen auf Facebook

Auf Facebook zeigten sich viele Leser des WESER-KURIER ebenfalls begeistert. Es gab aber auch Kritik.

„Absolut geschmacklos. Wie viele wollen sich eigentlich noch an Bremen versuchen und scheitern?“ (Natasha Sin-Tao)

„Was soll die frankfurtisierung der Innenstadt. Seelenlos!“ (Daniel Schumacher)

„Die Leute fliegen und reisen in fremde Länder, Dubai usw. Staunen und bewundern alles, aber wenn hier mal etwas verändert werden soll, dann kommt immer eine große Skepsis auf. Eigentlich schade!“ (Edda Jahn)

„Als Entwurf spannend, aber für mich ist es schwer, mir das an Ort und Stelle vorzustellen, wenn ich den Brill, so wie er jetzt ist, vor Augen habe. Wir die gesamte Kreuzung mit umgebaut?“

„Wow! Grün, nicht klotzig, modern, gewagt und innovativ. Hoffentlich wird genau so gebaut!“ (Matthias Schmitt)

„Gefällt mir sehr die Verbindung zwischen alter und neuer Architektur, und zugleich wird auch noch an das Klima gedacht.“ (Jens Hagens)

„Komisch, das erste, was ich dachte, war, das passt. Das hat gefehlt. Wenn es genauso gebaut wird, dann ist es eine kollossale Aufwertung, die auch einen Übergang ins Faulenquartier ermöglichen wird. Alt und neu nebeneinander! Auch das Alte war mal neu und passte sicherlich vielen nicht.“ (Emilio Fergis)

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