Kommentar zu Sperrstunden Die Kontrolle auf der Straße fehlt

Eine Sperrstunde wegen zahlreicher Corona-Verstöße einzuführen, macht keinen Sinn, weil sie nicht das Problem behandelt, meint Pascal Faltermann.
16.06.2020, 05:00
Lesedauer: 1 Min
Zur Merkliste
Die Kontrolle auf der Straße fehlt
Von Pascal Faltermann

Das Ausgehverhalten und die Feierkultur haben sich verändert: Die Menschen stellen die Sofas vor die Tür, trinken am Bordstein und tanzen auf der Straße. Durch das Cornern, das Feiern am Eck, werden das Bier, der Schnaps oder der Cocktail nicht mehr in der Bar oder Kneipe getrunken, sondern auf den Geh- und Fußwegen. Das ist nicht nur in Bremen seit Jahren zu beobachten.

Lesen Sie auch

Dieser Effekt verstärkt sich gerade. Durch die Hygiene- und Abstandsregeln der Corona-Krise meiden die Feierwütigen die Clubs und Gaststätten noch stärker. Umso unverständlicher wird es, dass auf der Straße jeglicher Anstand, alle Regeln und Vorschriften über den Haufen geworfen werden. So riskiert man eine neue Virus-Welle.

Doch eine Sperrstunde für alle Gastronomen einzuführen, macht keinen Sinn. Sie behandelt nicht das Problem. Ein Großteil der Kneipen und Bars hält die Regel und Auflagen brav ein. Auf der Straße fehlt dagegen die soziale Kontrolle, also müsste der Außer-Haus-Alkoholverkauf von Kiosken und Supermärkten zu später Stunde eingeschränkt werden. Das funktioniert in vielen anderen Ländern.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+