Schwarzes Hakenkreuz Farbanschlag auf Synagoge in Bremerhaven

Fraktionen reagieren mit Entsetzen und fordern rasche Aufklärung. Sie betonen auch: Der alltägliche Antisemitismus habe auch in Bremen und Bremerhaven zugenommen.
30.11.2017, 18:19
Lesedauer: 1 Min
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Von Sabine Doll Jan Oppel

Unbekannte Täter haben in der Nacht auf Dienstag ein schwarzes Hakenkreuz an die Synagoge in Bremerhaven geschmiert. Der Staatsschutz habe die Ermittlungen übernommen, teilte ein Sprecher der Polizei am Donnerstag mit. Vertreter der jüdischen Gemeinde zeigten sich schockiert. Die Farbschmiererei wurde zwischenzeitlich entfernt. Die Polizei bittet unter 0471 953 4444 um Hinweise. Bereits im August war ein Gedenkstein an der Synagoge mit Hammerschlägen schwer beschädigt worden. Er musste erneuert werden.

Klare Null-Toleranz-Politik

„Derartige antisemitische Taten sind abscheulich und werden mit aller Kraft polizeilich verfolgt“, sagte Bremerhavens Bürgermeister Paul Bödeker. „Gegen derartige Taten betreibt der Magistrat eine klare Null-Toleranz-Politik.“ Auch in Bremen sorgte der Farbanschlag auf die Synagoge für Entsetzen, der Vorsitzende der SPD-Fraktion, Björn Tschöpe, sagte: „Dieses Symbol an eine Synagoge zu sprühen, zeugt von einer menschenverachtenden Einstellung und ist ein Fußtritt für die sechs Millionen jüdischen Opfer der Nationalsozialisten.“ Die Tat belege, Antisemitismus sei keineswegs überwunden. Die Grünen-Fraktion erwartet eine rasche Aufklärung „dieser widerlichen Tat“, heißt es in einer Mitteilung. Der alltägliche Antisemitismus nehme zu und werde von Parteien mit rechtsradikalen Tendenzen durch geistige Brandstiftung noch geschürt.

Der Vorsitzende der CDU-Fraktion, Thomas Röwekamp, sagte: „Ich bin entsetzt über diesen feigen und verachtenswerten Anschlag. Gewalt und Antisemitismus haben in unserem Rechtsstaat keinen Platz.“ Er forderte, über eine dauerhafte Videoüberwachung an der Synagoge u diskutieren, um Täter schneller überführen zu können. „Meine Fraktion verurteilt jegliche Form von antisemitischen Übergriffen“, sagte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Linken, Klaus-Rainer Rupp. Der alltägliche Antisemitismus nehme bedrohlich zu, das passiere nicht zufällig. „Mit der AfD hat sich in den letzten Jahren eine Partei gebildet, die geistige Brandstifter und Holocaust-Relativierer zu ihren Mitgliedern zählt“, so Rupp.

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