Bremen-Weidedamm Festival in der Gospel-Hochburg Bremen

"Oh, happy day", so könnte das Motto des ersten Bremer Gospelwochenendes lauten, das am Sonnabend, 18., und Sonntag, 19. August, in der Bremer Innenstadt mit 16 Gospelchören über die Bühne geht.
16.08.2018, 07:07
Lesedauer: 4 Min
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Festival in der Gospel-Hochburg Bremen
Von Sigrid Schuer

Altstadt/Weidedamm. „Kumbaya, my Lord, Kumbaya“, „Sei gelobt, mein Herr“ ist eines seiner Lieblingslieder. Für Elombo Bolayela gehört der Dreiklang von Musik, Kultur und Religion zusammen. Als Sohn eines Pastors aus der Demokratischen Republik Kongo ist er mit der traditionellen Gospel-Musik aufgewachsen und leitet in Bremen selbst den Gospel-Chor „Ohne Grenzen“ mit Mitgliedern aus der Demokratischen Republik Kongo, aus Kamerun, Frankreich und Deutschland. Vor 16 Jahren hat er den Chor gegründet. „Ich hatte immer viel mit Kirche zu tun. Kultur, Musik, Glauben, das ist schon immer meine Sache gewesen“, betont er und fügt hinzu: „So gut wie jede Bremer Kirchengemeinde hat einen, wenn nicht zwei Gospel-Chöre“. Das musikalische Gottesbekenntnis wird dabei in den Gemeinden auch fröhlich getanzt. „Das ist in Bremen eine Riesen-Community, die hier aber bisher leider noch keine richtige Bühne hat“, bedauert er.

Gospel-Songs waren ursprünglich Protest-Songs, die die Afroamerikaner auf den Plantagen im tiefen Süden der USA sangen, um ein Fanal gegen ihre Versklavung zu setzen. Die von tiefer Gläubigkeit geprägte Musik war ihre Zuflucht. So heißt es in dem kongolesischen Gospel „Tata eh“: „Vater, höre unser Gebet“. Wie groß die Begeisterung in Bremen ist, zeigt, dass ein Gospel-Chor aus der Hansestadt vor vielen Jahren sogar die Chor-Olympiade in China gewann. Damals waren Addi Ariwolo, aber auch schon Chris Lass federführend in der Bremer Gospel-Szene. Nur an der Vernetzung mangele es noch, das soll sich nun mit einem bunten Chor-Event ändern, bei dem interkulturelle, christliche Lieder gesungen werden, sagt Elombo Bolayela.

Also hat der kulturpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, der seit 2011 Bürgerschaftsabgeordneter ist, das erste Bremer Gospel-Wochenende ins Leben gerufen, das am Sonnabend, 18., und Sonntag, 19. August, in der Innenstadt, aber auch in Findorff über die Bühne geht. Los geht‘s am Sonnabend, 18. August, von 13 bis 15 Uhr mit einem offenen Gospel-Workshop in der Martin-Luther-Kirche, Neukirchstraße 86, in Findorff. Insgesamt 16 Chöre, die Gospel, Jazz, Pop, Blues und Weltmusik im Repertoire haben, sind in Bremen zu erleben. Und ob nun „Rock my Soul“ oder Harry Belafontes „Bananaboat Song“, allgemeines Mitsingen ist bei dem Umsonst- und Draußen-Festival erwünscht.

Zwei bis drei Gospel-Lieder, die zuvor in dem Workshop mit Chris Lass in Findorff geprobt worden sind, sollen dann beim großen Abschlusskonzert am Sonntag, 19. August, um 18 Uhr im St.-Petri-Dom gemeinsam gesungen werden. Auf das jene Bremerinnen und Bremer, die sonst vornehm vor sich hinfrösteln, ihre Liebe zum Gesang entdecken mögen. „Vorkenntnisse sind nicht nötig, wir wollen alle zusammen Spaß und gute Laune haben!“, sagt der Initiator. Mit dabei sind der Chor der Eonyak Koreanischen Kirchengemeinde, Soulution, der Gospelchor am Bremer Dom, der Chor ohne Grenzen, die Fulfillment Voices, die Gospel Swingers, Good News Schwanewede sowie Chris Lass und der City Gospel Choir. Moderiert wird die Abschluss-Veranstaltung von Barbara Lison, Direktorin der Stadtbibliothek Bremen. Chris Lass ist deutschlandweit eine Koryphäe in Sachen Gospel, betont Bolayela. Zuvor werden den ganzen Sonntag über Bremer Gospel-Chöre die City mit ihren Liedern zum Klingen bringen.

Und die Gottesdienste am Sonntagmorgen werden in folgenden Kirchen durch Gospelgesang bereichert: So ist um 10 Uhr in der St.-Michaelis-Kirche der Kirchenchor Rekum und Neuenkirchen gemeinsam mit dem Posaunenchor Georgsdorf zu Gast. Nach dem Gottesdienst um 11 Uhr singt der Gospelchor am Bremer Dom dann beim Bibelgartenfest der St.-Petri-Domgemeinde. Anschließend sind der Kirchenchor Rekum und Neuenkirchen um 13 Uhr in der Liebfrauenkirche am Markt. Zur selben Uhrzeit ist Bolayelas „Chor ohne Grenzen“ in der Stadtbibliothek am Wall zu erleben. Und um 15 Uhr sind nochmals Spirituals in der Liebfrauen-Kirche zu hören. Der SPD-Politiker freut sich, dass er für sein Festival eine so breite Unterstützung gewinnen konnte. So haben Bürgermeister Carsten Sieling und Edda Bosse, Präsidentin der Bremischen Evangelischen Kirche, die Schirmherrschaft übernommen. „Ohne die Hilfe und Unterstützung der Bremischen Evangelischen Kirche und der Stadtbibliothek hätten wir das erste Bremer Gospelwochenende nicht realisieren können“, sagt Elombo Bolayela.

Als Moderator des Gospelfeuerwerks, das am Sonnabend, 18. August, um 18 Uhr auf der Open-Air-Bühne auf dem Marktplatz abgebrannt werden soll, ist es Elombo Bolayela gelungen, Günther Meyer zu gewinnen, der bis 2013 die prominente Stimme der Radio-Bremen-Hafenkonzerte war. Auf dem Marktplatz gibt zunächst der Posaunenchor Georgsdorf einen Weckruf zum ersten Bremer Gospelwochenende. In der Folge sind dann der Kirchenchor Rekum und Neuenkirchen, der Living Word Ministries Choir, der Mountain Praise Choir, der Good News Chor Schwanewede, The Levites Choir Bremen, der New Convenant Church Zion Choir, die Gospelswingers und Chris Lass und der City Gospel Choir zu erleben. Nach dem Vorbild von Bremens Schwesterstadt Hamburg soll das Gospel-Wochenende auch hier künftig eine feste Institution werden, so Bolayelas Wunsch, der inzwischen nicht mehr in Oslebshausen, sondern in Blumenthal wohnt. Na, dann kann es ja losgehen: „Oh happy day!“ Und Bolayela kündigt an: „Wir wollen den Marktplatz vibrieren lassen!“

Um einen besseren Überblick zu bekommen, wer speziell zum Workshop am Sonnabend, 18. August, kommen möchte, wird um eine kurze Nachricht unter gospel-chorwochenende.bremen@web.de oder per SMS an 01 63 / 4 80 73 54 oder an Elombo Bolayela, Telefon 22 29 33 39 gebeten.

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