Verband will Schwung aus Bayern nutzen Freie Wähler in Bremen formieren sich

Gegründet haben sie sich bereits im Oktober, in Kürze wollen die Freien Wähler in Bremen nun eine Führungsspitze wählen. Im Mai 2019 wollen sie bei den Bürgerschafts- und Beiratswahlen erfolgreich sein.
06.11.2018, 17:18
Lesedauer: 2 Min
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Freie Wähler in Bremen formieren sich
Von Jürgen Theiner

In Bayern ziehen die Freien Wähler (FW) gerade mit drei Ministern in die nächste Landesregierung ein. Von diesem Schwung will ihr jüngster Ableger etwas mitnehmen. Nach seiner Gründung Mitte Oktober wählt der Bremer Landesverband am kommenden Montag einen Landesvorstand, der dann auch gleich die Vorbereitungen für die Teilnahme an der Wahl im Mai des kommenden Jahres in die Wege leiten soll. Denn das ist das Ziel der neuen politischen Kraft: Die Freien Wähler wollen als ideologisch ungebundene Kraft nach der bayerischen auch die Bremer Parteienlandschaft aufmischen und erstmals in das Landesparlament einziehen.

Wie sich das anfühlt, weiß einer der Köpfe des Projekts. Olaf Dinné war 1979 einer von vier Abgeordneten, die mit der Bremer Grünen Liste überraschend den Sprung die Bürgerschaft schafften. „Damals haben wir uns auch gesagt: Versuch macht klug. Und schließlich klappte es.“

Laut Dinné haben sich bisher etwa 35 Personen den Freien Wählern in Bremen angeschlossen. An der Spitze der provisorischen Führung steht Katharina Büntjen. Sie war 2013 Bremer FW-Spitzenkandidatin bei der Bundestagswahl, ohne dass damals allerdings eine örtliche Basis existierte. Die formiert sich nun gerade. Nach Dinnés Darstellung wurde mit dem Bundesverband der Freien Wähler abgesprochen, dass sich die Bremer an seinen Statuten orientieren werden, innerhalb dieses Rahmens aber programmatisch freie Hand haben.

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Worin soll nun dieses besondere Bremer Profil bestehen? Geht es nach Olaf Dinné, werden die Freien Wähler insbesondere die Belange von Bürgerinitiativen wahrnehmen, die sich bei den Grünen nicht mehr gut aufgehoben fühlen. Beispielhaft nennt er die Rettung der Platanen am Neustädter Weserufer. Auch andere ökologische Themen wie die Luftreinhaltung und die Sicherung einer Wasserversorgung ohne Schädigung der natürlichen Ressourcen sind für den 82-jährigen Politikveteranen wichtig. „Die jetzige Regierungskoalition macht keinerlei Anstalten, diese Aufgaben ernsthaft anzugehen“, findet er. Innenpolitisch klingen seine Vorstellungen eher konservativ. Die Behörden müssten energischer gegen „rechtsfreie Zonen“ vorgehen, die sich in einigen Stadtteilen bereits ansatzweise gebildet hätten. Im Viertel beispielsweise seien Geldwäsche, Gewaltkriminalität und ungeregelte Prostitution Alltag. „Als Freie Wähler wollen wir diese Probleme offen ansprechen. Wenn wir dadurch Leute von der AfD wegziehen können – umso besser“, sagt Dinné.

Ein offizielles Programm mit Wahlaussagen wird die FW-Basis voraussichtlich Anfang Dezember beschließen, eine Kandidatenliste für den Mai 2019 kurz darauf. Laut Dinné wollen die Freien Wähler nicht nur in die Bürgerschaft einziehen, sondern möglichst flächendeckend auch in die Stadtteilbeiräte. Für die Listen sollen auch Bewerber ohne Mitgliedschaft rekrutiert werden.

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