Drei Projekte geplant Wie Bremen neue Pflegekräfte gewinnen will

Parteiübergreifende Einigkeit: Mit einstimmigen Beschlüssen hat die Gesundheitsdepuation drei Vorhaben mit dem gleichen Ziel auf den Weg gebracht. Über die Projekte muss aber auch die Bürgerschaft abstimmen.
06.09.2022, 19:45
Lesedauer: 2 Min
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Wie Bremen neue Pflegekräfte gewinnen will
Von Timo Thalmann

In drei Tagesordnungspunkten ging es in der Gesundheitsdeputation am Dienstag um die künftigen Pflegekräfte in Bremen und drei Mal gab es dazu einstimmige Beschlüsse von CDU, SPD, Grünen, Linken und FDP. Auf den Weg gebracht wurden so eine Förderrichtlinie, um Lehrkräfte für die Bremer Pflegeschulen zu gewinnen, ein Landesgesetz über einen neuen, einjährigen Ausbildungsgang für Pflegefachkräfte sowie Haushaltsmittel für eine Werbekampagne, um jungen Menschen eine Ausbildung in der Pflege nahezulegen. 

Mehr Lehrkräfte

Um mehr Pflegekräfte auszubilden, hat Bremen eigens den Masterstudiengang "Berufspädagogik Pflegewissenschaft" etabliert, um auch entsprechende Lehrkräfte für die Pflegefachschulen zu schulen. Ab kommendem Wintersemester sollen Studierende mit 416 Euro monatlichem Zuschuss gefördert werden, wenn sie sich für das zweijährige Studium in Bremen entscheiden und sich zugleich verpflichten, danach für wenigsten vier Jahre in einer Bremer Pflegeschule als Lehrkraft tätig zu werden. Mit den zunächst bereitgestellten rund 160.000 Euro für dieses Sonderprogramm „Lehre an Pflegeschulen" können 16 künftige Studierende über die gesamte Studiendauer in den Genuss der monatlichen Zuwendung kommen. Falls sich dafür zu diesem Wintersemester bis zum Bewerbungsschluss am 15. September nicht genügend Interessenten finden, können auch Personen mit späteren Studienbeginn oder Studierende gefördert werden, die bereits ihre Ausbildung angefangen haben.

Neuer Ausbildungsgang

Eine neue, einjährige Ausbildung zum Pflegefachhelfer soll an die Stelle des bisherigen Ausbildungsganges zur Altenpflegehilfe treten. Der Unterschied: Das neue Berufsbild erfüllt die von den Ländern gemeinsam beschlossenen Mindestanforderungen für Hilfsberufe in der Pflege. Außerdem entspricht sie dem generalistischen Ansatz, nach dem inzwischen auch die examinierten Gesundheits- und Krankenpfleger ausgebildet werden, sodass Absolventen nach ihrem Abschluss in der Alten- oder Krankenpflege gleichermaßen arbeiten können. Die neue Ausbildung soll zudem für alle Bewerber offen stehen. Die alte Altenpflegehilfe konnte nur über Bildungsgutscheine und eine geförderte Weiterbildung des Bildungsressorts erlangt werden. Gleich geblieben ist der niedrigschwellige Zugang, für den in der Regel die Berufsbildungsreife nach neun Jahren Schule ausreicht. Der einjährige Ausbildungsgang wird ergänzt durch zwei jeweils zweijährige Ausbildungsgänge zum Pflegeassistenten sowie – mit deutlich höheren Qualitätsanforderungen – zum Gesundheits- und Krankenpflegehelfer.

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Die Neuregelung ist vor dem Hintergrund der ab kommendem Jahr geltenden neuen Vorschriften für die Personalausstattung in der Pflege notwendig. Danach ist vorgesehen, deutlich mehr Personal in der Pflege zu beschäftigen. Zugleich ist damit eine Umorganisation verbunden, die im Verhältnis weniger examinierte Fachkräfte und stattdessen mehr Hilfskräfte vorsieht. Diese Hilfskräfte sollen aber keine schnell angelernten Aushilfen mehr sein, sondern eine wenigstens einjährige Ausbildung nach aktuellem pflegedidaktischen und wissenschaftlichen Stand durchlaufen haben.

Werbekampagne

Mit jeweils 25.000 Euro in diesem und im kommenden Jahr soll eine Kampagne des Weser Bildungsverbundes Gesundheit und Pflege (WBV) gefördert werden, um mehr junge Menschen für eine Berufsausbildung in der Pflege zu begeistern. Im Mittelpunkt der Kampagne steht die persönliche Ansprache etwa auf Jobmessen oder auch die direkte Präsenz in Schulen im Land Bremen, um über Berufe in der Pflege zu informieren.

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