Nach Wechsel in AfD-Vorstand Hinrich Lührssen darf nicht mehr für Radio Bremen arbeiten

Nach seiner Berufung in den AfD-Vorstand darf der Journalist Hinrich Lührssen nicht mehr für Radio Bremen tätig sein. Ein Funktionärsposten sei etwas anderes als ein Parteibuch zu haben, teilte der Sender mit.
30.08.2018, 15:08
Lesedauer: 1 Min
Zur Merkliste
Hinrich Lührssen darf nicht mehr für Radio Bremen arbeiten
Von Pascal Faltermann

Der Sender Radio Bremen wird TV-Reporter Hinrich Lührssen keine Aufträge mehr geben. Nachdem bekannt geworden war, dass Lührssen in den Landesvorstand der Bremer AfD berufen wurde (wir berichteten), hatte die Rundfunkanstalt den freiberuflichen Journalisten, der neben Radio Bremen bundesweit für TV-Sender wie Stern TV arbeitet, erst zu einem Gespräch gebeten.

Lesen Sie auch

Nun hat Radio Bremen angesichts der Vorgänge klargestellt, dass der Sender keine journalistischen Auftritte von Funktionären politischer Parteien zulässt. "Dies gilt für alle Parteien gleichermaßen", sagt Pressesprecher Michael Glöckner. Für Radio Bremen sei es entscheidend wichtig, in seinen Programmen die politische Unabhängigkeit zu wahren. „Für unser Publikum soll immer klar sein, dass Radio Bremen seine redaktionellen Entscheidungen jenseits aller Parteipolitik trifft“, sagt Programmdirektor Jan Weyrauch. Radio Bremen werde mit Hinrich Lührssen deshalb keine redaktionellen Aufträge mehr erteilen, solange er Mitglied im Landesvorstand der Bremer AfD ist. Um diese Unabhängigkeit zu gewährleisten, habe sich Radio Bremen vor Kurzem auf einen Ehrenkodex verständigt, der für alle redaktionell Mitarbeitenden gilt. „Danach erwarten wir von unseren Programmmacherinnen und -machern, dass sie professionelle Distanz zu den Gegenständen ihrer Berichterstattung wahren, das heißt auch zu Politikern. Auch bei beruflichen oder privaten Nebentätigkeiten darf diese Unabhängigkeit nicht berührt werden“, so Chefredakteurin Andrea Schafarczyk.

Die Mitgliedschaft in einer Partei sei Privatsache. Etwas anderes sei eine herausgehobene Funktion in einer Partei: Ein Partei-Funktionär handelt nicht mehr nur als Bürger, sondern vertritt offiziell eine Parteilinie und ist ein Repräsentant seiner Partei. Dies gelte für alle Parteien gleichermaßen, heißt es vom Sender.

"Schluss mit lustig – aber die Zeiten sind ja auch ziemlich ernst geworden", sagt Hinrich Lührssen, der diese Entscheidung bedauert, wie er dem WESER-KURIER mitteilt. Nach den Reaktionen in den letzten Tagen sei er sich sicher, dass "viele Zuschauer meine Beiträge bei buten un binnen vermissen werden."

++ Diese Meldung wurde um 16.11 Uhr aktualisiert. ++

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+