Immobilienpreise in Bremen-Südost

Im Bremer Südosten wird Wohnen teuer

Bei den Immobilienpreisen geht es im Bremer Südosten weiter aufwärts: Häuser und Wohnungen in Hemelingen, Osterholz und der Vahr sind teurer geworden. Das gilt für Neubauten und für Altbauten.
21.07.2019, 22:00
Lesedauer: 4 Min
Zur Merkliste
Im Bremer Südosten wird Wohnen teuer
Von Detlev Scheil
Im Bremer Südosten wird Wohnen teuer

Das Osterholzer Neubaugebiet im Bereich Scholener Straße ist ruckzuck vermarktet worden.

PETRA STUBBE

Gute Nachricht für Verkäufer, schlechte für Käufer: Im Bremer Südosten sind die Preise für Hauser und Wohnungen im vergangenen Jahr weiter gestiegen. Es ist ein Rekordniveau erreicht. Das gilt sowohl für Neubauten als auch für Altbauten. Der jetzt erschienene Grundstücksmarktbericht 2019 macht die Entwicklung der Preise transparent.

Deutschland gilt als Nation der Mieter. Lediglich etwa jeder zweite Deutsche hat Wohneigentum, in Bremen sind nur etwa 37 Prozent aller Wohnungen von Eigentümern bewohnt. In Südeuropa zum Beispiel ist der Anteil der Immobilieneigentümer erheblich höher. Die historisch niedrigen Zinsen für Immobiliendarlehen haben inzwischen hierzulande zu einem Umdenken geführt. So möchte aktuell laut Institut der deutschen Wirtschaft fast ein Drittel der Mieter unter 50 Jahren ein Eigenheim erwerben. Doch das Angebot in den Großstädten ist knapp.

Eigentumswohnungen begehrt

In Bremen sind neben Häusern auch Eigentumswohnungen sehr begehrt. Die Neubauwohnungen wurden stadtweit im vergangenen Jahr um elf Prozent teurer, nachdem der Preis ein Jahr zuvor um zwei Prozent gestiegen war. In dem Preisaufschlag schlagen sich nicht zuletzt die deutlich gestiegenen Baukosten nieder. Im Schnitt kostet eine neue Bremer Wohnung 4448 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. In den besonders gefragten Lagen wie Schwachhausen sind es bereits 5640 Euro.

Im Bremer Südosten allerdings gab es laut Marktbericht des Gutachterausschusses für Grundstückswerte im vergangenen Jahr keine entsprechenden Vertragsabschlüsse, während beispielsweise in der Überseestadt 52 und in Schwachhausen 34 neue Wohnungen verkauft wurden. Moderater geht es auf dem Markt der Gebrauchtwohnungen zu. Sie kosten in der Hansestadt im Durchschnitt aller örtlichen Lagen, Ausstattungs- und Altersklassen 1886 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Bei einer 70-Quadratmeter-Wohnung kommen also 132 000 Euro zusammen. In dieser Preisregion sind auch im Bremer Südosten die eigenen vier Wände zu haben.

Lesen Sie auch

Für die Stadtlage Ost stieg der mittlere Preis für gebrauchte Eigentumswohnungen allerdings binnen Jahresfrist um sieben Prozent. Im Südosten wurden 318 Altbauwohnungen verkauft, und zwar 113 in Osterholz, 108 in Hemelingen und 97 in der Vahr. Der mittlere Quadratmeterpreise lag zwischen 1460 und 1533 Euro, wobei die Vahr das höhere Preisniveau hat.

Für neu gebaute Reihenhäuser in normalen Stadtlagen Bremens wurden im Durchschnitt 309 000 Euro bei der Variante Normaleigentum gezahlt. Bei der Variante Reihenhaus als Wohnungseigentum waren es 284 000 Euro. Der mittlere Quadratmeterpreis betrug demnach 2810 Euro (Normaleigentum) beziehungsweise 2440 Euro (Wohnungseigentum). Eine Neubausiedlung von Interhomes mit 66 Reihenhäusern in Osterholz im Bereich Scholener Straße ist inzwischen nach Angaben des Unternehmens restlos ausverkauft. Die Preise lagen zwischen knapp 212 000 und 300 000 Euro je nach Größe, das entsprach etwa 2069 Euro pro Quadratmeter.

Altes Reihenhaus für 206 000 Euro

Wer ein gebrauchtes Reihenhaus im Bremer Osten erwarb, musste dafür durchschnittlich 206 000 Euro oder 1835 Euro pro Quadratmeter hinblättern. Dabei schwankte der Quadratmeterpreis je nach Baujahr zwischen 1765 Euro (Vorjahr: 1630 Euro) und 2090 Euro (2055 Euro) – das bedeutet eine erneute Verteuerung um bis zu zehn Prozent, nachdem die Preise in den vier Jahren zuvor bereits um rund 30 Prozent geklettert waren. 180 Reihenhäuser aus dem Bestand wechselten im vergangenen Jahr in Hemelingen (74), Osterholz (59) und der Vahr (47) den Besitzer.

Das Preisniveau bei den Weiterverkäufen von Doppelhaushälften ist ähnlich wie bei den Reihenhäusern. Der durchschnittliche Quadratmeterpreis im Bremer Osten lag bei 1830 Euro (Vorjahr 1765 Euro), der Hauspreis bei 226 000 Euro. 36 Eigenheime dieses Typs wurden in Hemelingen verkauft und, 22 in Osterholz, dagegen gab es in der Vahr keine Verkäufe. Neu gebaute Doppelhaushälften wurden in normalen Lagen für durchschnittlich pro Quadratmeter 2595 Euro (Normaleigentum) beziehungsweise 2630 Euro (Wohnungseigentum) veräußert. Das macht unterm Strich gut 300 000 Euro.

Lesen Sie auch

Neubauten von frei stehenden Einfamilienhäusern sind noch deutlich teurer. 346 000 Euro wurden in den Stadtlagen Ost, West, Süd und Nord im Durchschnitt für ein solches Eigenheim gezahlt. In bevorzugten Wohnlagen wie Schwachhausen oder Oberneuland waren es sogar 725 000 Euro.

Insgesamt 87 gebrauchte frei stehende Ein- und Zweifamilienhäuser wurden im Südosten verkauft, der Quadratmeterpreis betrug 1748 Euro in Hemelingen, 2131 Euro in Osterholz und 2577 Euro in der Vahr. Im Stadtgebiet gab es 523 Verkäufe von Ein- und Zweifamilienhäusern. „Im langjährigen Vergleich fällt auf, dass von 1994 bis 2010 jährlich etwa 400 freistehende Häuser aus dem Bestand in Bremen veräußert wurden, seit 2011 sind es regelmäßig alljährlich mehr als 500“, erläutert Ernst Dautert, Vorsitzender des Gutachterausschusses. Auf die gesamte Stadt bezogen wechselten im vergangenen Jahr auch 96 Mehrfamilienhäuser den Besitzer, davon neun in Hemelingen und ein Objekt in Osterholz, während in der Vahr keine entsprechenden Verkäufe registriert wurden.

Weitere Informationen

Der Grundstücksmarktbericht Bremen 2019 ist gegen eine Gebühr von 60 Euro bei Geoinformation Bremen, Lloydstraße 4,
Telefon 361 49 01, erhältlich oder kann per E-Mail an die Adresse gutachterausschuss@geo.bremen.de bestellt werden.

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+