Immobilien immer teurer Rekordumsatz mit Bremer Immobilien

Der Immobilienmarkt in der Stadt Bremen hat im vergangenen Jahr einen Rekordumsatz in Höhe von rund 1,9 Milliarden Euro erreicht. Die Preise für alle Haustypen und Eigentumswohnungen sind weiter gestiegen.
14.07.2019, 21:06
Lesedauer: 3 Min
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Rekordumsatz mit Bremer Immobilien
Von Detlev Scheil

Der Immobilienmarkt in der Stadt Bremen hat im vergangenen Jahr einen Rekordumsatz in Höhe von rund 1,9 Milliarden Euro erreicht. Nimmt man den Umsatz in Bremerhaven mit 190 Millionen Euro hinzu, wurde im Land Bremen die Zwei-Milliarden-Euro-Marke deutlich übertroffen. Das geht aus den Grundstücksmarktberichten der Gutachterausschüsse beider Städte hervor.

Der Bericht für das Bremer Stadtgebiet, der auf der Auswertung der notariellen Kaufverträge 2018 beruht, liegt druckfrisch vor. Danach ist die Anzahl der Käufe geringfügig um knapp ein Prozent auf 6560 gefallen, der Gesamtumsatz aber um 36 Millionen Euro oder zwei Prozent gestiegen.

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Die Angebotsknappheit treibt die Preise in fast allen Kategorien hoch: ob Einfamilienhaus, Mehrfamilienanlage, Eigentumswohnung oder Baugrundstück. Die größten Preissteigerungen gibt es bei den Einfamilienhäusern in bevorzugten Wohnlagen, die um 23 Prozent teurer wurden. Darin spiegelt sich die enorme Nachfrage bei einem geringen Angebot wider. Die Preise von Reihenhäusern in normalen Stadtlagen haben um 13 Prozent zugelegt. In bevorzugten Stadtlagen verteuerten sich Reihenhäuser dagegen nur um vier Prozent. „Dort sind die Preise bereits in sehr hohen Regionen angekommen, sodass die Steigerungen geringer ausfallen“, sagt Ernst Dautert. Der Vorsitzende des Bremer Gutachterausschusses für Grundstückswerte und stellvertretende Leiter von Geoinformation Bremen sieht einige Anzeichen dafür, dass der Preisauftrieb bei den Immobilien auch in den nächsten Jahren anhält.

Neue Eigentumswohnungen um elf Prozent teurer

Für ein durchschnittliches Reihenhaus aus dem Altbestand ist im vergangenen Jahr in Bremen 229.000 Euro bezahlt worden. Neu gebaute Eigentumswohnungen haben sich in allen Lagen um elf Prozent verteuert, gebrauchte Wohnungen um acht Prozent. Etwas günstiger geworden sind allein gebrauchte Doppelhaushälften, die einen Preisrückgang von drei Prozent verzeichneten.

„Neu ist, dass sich Anleger nicht mehr nur von Renditeaussichten leiten lassen“, sagt Dautert. Angesichts der Zinsflaute sei die Flucht ins „Betongold“ bei Investoren, denen Börsengeschäfte zu risikoreich seien, mehr denn je angesagt. Kritisch kommentiert Dautert die Knappheit von Bauplätzen für den individuellen Hausbau in Bremen: „Im Resultat ist seit einigen Jahren ein Ausweichen von Kaufinteressenten auf das passende Angebot im Bremer Speckgürtel zu beobachten.“ Diese Abwanderungen junger Familien seien bedauerlich für die Hansestadt. Im Stadtgebiet sind 2018 nur rund 50 Bauplätze für individuelle Häuser verkauft worden – der weit überwiegende Teil davon entfällt auf Bremen-Nord.

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Ingmar Vergau, Geschäftsführer des Eigentümerverbandes Haus & Grund Bremen, räumt ein, dass er den deutlichen Preisanstieg nach den Steigerungen in den Vorjahren nicht erwartet habe. Überraschend sei, dass sich Mehrfamilienhäuser als klassische Anlageobjekte nur um knapp vier Prozent verteuert hätten. Bei diesen Gebäuden erwartet Ernst Dautert künftig noch Preissprünge. „Die Aufholjagd wird kommen“, ist er überzeugt. Auch Vergau hält es für wahrscheinlich, dass die Preiskurve auf dem Bremer Immobilienmarkt weiter nach oben zeigt. Das entscheidende Kriterium sei immer die Lage. Im hochpreisigen Schwachhausen, so Vergau, könnte bald das Ende der Fahnenstange erreicht sein, während sich in Stadtteilen wie Walle und Neustadt das Preiskarussell noch schneller drehen könnte.

Wertzuwachs bis 2060 möglich

In Metropolen wie München und Berlin, aber auch in Großstädten wie Bremen und Hannover könne sogar bis 2060 mit Wertzuwächsen gerechnet werden, bilanziert die kürzlich veröffentlichte Studie „Soziodemografischer Wandel und regionale Immobilienmärkte“ von Bernd Raffelhüschen und Roman Witkowski (beide Universität Freiburg) für die Schwäbisch-Hall-Stiftung aufgrund von umfangreichen Berechnungen. Bei Mehrfamilienhäusern seien bis 2030 in fast allen Ballungsräumen steigende Preise zu erwarten.

Langfristig bis 2060 könnte es in kleinen und mittleren Städten Wertverluste wegen Angebotsüberhängen geben. In den wachsenden Großstädten sei jedoch durch Zuzüge von EU-Ausländern, die vermehrten Single-Haushalte und den wachsenden Ansprüchen an die Wohnungsgröße weiter mit Wohnungsknappheit und Preisstabilität zu rechnen.

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