Sturmtief im Oktober

Immer noch Sturmschäden durch Xavier

Fast ein halbes Jahr nach Sturmtief Xavier arbeiten die Bremer immer noch gegen die Verwüstungen an, die der Sturm hinterlassen hat.
17.03.2018, 18:07
Lesedauer: 2 Min
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Immer noch Sturmschäden durch Xavier
Von Frank Hethey
Immer noch Sturmschäden durch Xavier

Lang hingestreckt: Das Sturmtief Xavier hat Anfang Oktober 2017 diese Bäume am Torfkanal in Findorff umgeworfen - seither bietet sich den Anwohnern das gleiche Bild.

Fotos: Koch

Mächtig ragt der Wurzelteller empor, im Erdreich sind gerissene Kabel zu erkennen. Fünf eng zusammenstehende Bäume hat der Sturm Xavier Anfang Oktober 2017 unweit des Torfkanals in Findorff umgeworfen. Doch nun, fast ein halbes Jahr nachdem Xavier auch durch Bremen eine Schneise der Verwüstung gezogen hat, ist endlich Abhilfe in Sicht. „Die Sache läuft, der Wurzelteller mit den fünf Bäumen wird demnächst entfernt“, sagt Kerstin Doty, Sprecherin des Umweltbetriebs Bremen.

Seit den Sturmtagen bietet sich den Anwohnern das gleiche Bild: Der Asphalt am Rand der Straße Am Weidedamm zwischen Utbremer Ring und dem früheren Bootshaus Bolte ist weggebrochen, ein rot-weißes Absperrgitter samt Warnbeleuchtung begrenzt das Areal. Das provoziert Fragen nach der Zuständigkeit, nach den Gründen für die lange Wartezeit.

Die umgestürzten Bäume liegen auf einer Grünbrache, die Immobilien Bremen gehört. „Von Immobilien Bremen haben wir jetzt den Auftrag erhalten, für die Entfernung dieser Bäume zu sorgen“, sagt Doty. Wieso das erst jetzt geschehen ist, kann sie nicht sagen. Wohl aber Peter Schulz, Sprecher von Immobilien Bremen. Es habe beim Sturmtief Xavier eine ganze Reihe von Beschädigungen gegeben, die würden jetzt nach und nach abgearbeitet. „Das ist überhaupt nichts Ungewöhnliches.“ Eine ortsbezogene Rangfolge bei der Beseitigung der Schäden gebe es nicht. Von den freiliegenden Kabeln geht nach seiner Kenntnis keine Gefahr aus.

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Für die Beseitigung der umgestürzten Baumgruppe holt der Umweltbetrieb gerade Preise ein. Mit anderen Worten, die Arbeit wird an einen Dienstleister vergeben und nicht in Eigenregie erledigt. „Theoretisch könnten wir das auch selber machen“, so Doty. Doch der Umweltbetrieb beschränkt sich darauf, das Loch im Boden auszufräsen. Als Grund für die Auftragsvergabe führt Doty die Vielzahl der Aufgaben des Umweltbetriebs an. Denn: „Wir haben selbst noch ganz viele Dinge abzuarbeiten.“

Gerade jetzt ist der Umweltbetrieb dabei, die letzten Sturmschäden im Innenstadtbereich, Gröpelingen und Walle anzugehen. Die Baumgruppe in Findorff gehört mithin zu den letzten Überbleibseln, die vom Zerstörungswerk des Sturms noch zu sehen sind. „Die Arbeiten haben sich sehr lange hingezogen“, sagt Doty.

Insgesamt seien 520 Bäume nicht mehr zu retten gewesen, davon 20 auf den Friedhöfen. Entweder, weil die Bäume ohnehin schon umgestürzt waren, die Stämme gespalten oder die Orkanböen die Baumkronen abgerissen hatten. Dazu kommen 1200 Bäume (davon 200 auf den Friedhöfen), die so stark in Mitleidenschaft gezogen waren, dass sie laut Doty „verarztet“ werden mussten. Damit ist vor allem die Entfernung von beschädigten Ästen gemeint. Insgesamt eine „immense Zahl“, wie Doty betont.

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