Theater Bremen

Börgerding setzt auf zeitgenössisches Theater

Bremen. Michael Börgerding tritt seinen Job als Intendant des Bremer Theaters 2012 an. Wie er die vier Sparten dann aufstellen will, erläuterte er bereits jetzt schon - alle Inszenierungen müssten einen "Bezug zur Gegenwart" haben, betonte er. Unter
12.08.2010, 16:19
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Börgerding setzt auf zeitgenössisches Theater
Von Iris Hetscher
Börgerding setzt auf zeitgenössisches Theater

Kluger Theaterkopf: Michael Börgerding, momentan Direktor der Theaterakademie Hamburg, wird 2012 Generalintendant am Theater Bremen.

Hamburger Abendblatt/Reto Klar

Bremen. Michael Börgerding tritt seinen Job als Intendant des Bremer Theaters 2012 an. Wie er die vier Sparten dann aufstellen will, erläuterte er bereits jetzt schon - alle Inszenierungen müssten einen "Bezug zur Gegenwart" haben, betonte er. Unter anderem.

Eigentlich sollte der neue Chef des Hauses am Goetheplatz zunächst den Beschäftigten vorgestellt werden und dann erst der restlichen Welt. Weil der Name Michael Börgerding aber nun schon vorher an die Öffentlichkeit gelangt war, wurde der Mann, der ab 2012 Generalintendant des Bremer Theaters werden wird, auf einer eilig einberufenen Pressekonferenz präsentiert.

50 Männer und Frauen hätten sich beworben, mit acht habe man Gespräche geführt, erklärt Dieter Mützelburg (Grüne), der Mitglied der Findungskommission war. Für Michael Börgerding habe sich das Gremium einstimmig entschieden - und zwar nicht nur, weil seine inhaltichen Vorstellungen überzeugten. Börgerding habe auch deutlich erklärt, mit dem Etat des Hauses am Goetheplatz auskommen zu wollen. Denn klar ist: Der Zuschuss der Stadt von 25 Millionen Euro pro Jahr werde nicht steigen, der Rest müsse selbst erwirtschaftet werden.

Das möchte Michael Börgerding, der derzeit die Theaterakademie in Hamburg leitet, vor allem durch zwei inhaltlich-ästhetische Schwerpunkte. "Zeitgenössisches Theater für die Stadt" lautet ein Schlagwort. Jeder Stoff, egal, ob er im Schauspiel, in der Oper, im Moks oder im Tanztheater präsentiert werde, werde auf seinen Bezug zur Gegenwart und zu aktuellen gesellschaftspolitischen Zusammenhängen abgeklopft, kündigte Börgerding an. Das bedeute auch, dass verstärkt Stoffe zeitgenössischer Autoren aufgeführt würden - an Namen ließ sich der neue Mann nur Dea Loher und John von Düffel entlocken. "Außereuropäische Autoren" interessierten ihn ebenfalls.

Börgerding setzt zudem auf Kooperationen mit anderen kulturellen Institutionen in der Stadt, beispielsweise der Kunsthalle, aber auch der freien Theaterszene. Was das Tanztheater angeht, möchte er die Kooperation mit dem Staatstheater Oldenburg auswerten, bevor es eine Entscheidung darüber gibt, ob sie weitergeführt wird oder nicht.

Der "Ensemblegedanke" sei wichtig für ihn, betonte der neue Mann. Er halte nichts davon, mit Gästen zu arbeiten, sondern wolle sich auf die Kräfte konzentrieren, die am Haus angestellt seien. Das bedeute auch, dass es spartenübergreifende Projekte geben wird.

Ob die vier Spartenleiter, die bis 2012 das Theater führen werden, in der Ära Börgerding noch eine Rolle spielen werden, ließ er offen. Er habe sich in Bremen mit einem Team vorgestellt, erklärte der designierte Intendant.

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