Stöbern und ausleihen erlaubt

Zentralbibliothek Bremen seit Montag wieder geöffnet

Stöbern und ausleihen in der Zentralbibliothek Bremen ist seit Montag wieder möglich. Allerdings ist das dortige verweilen verboten.
05.05.2020, 05:30
Lesedauer: 2 Min
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Zentralbibliothek Bremen seit Montag wieder geöffnet
Von Iris Hetscher
Zentralbibliothek Bremen seit Montag wieder geöffnet

Ohne Korb und Mundschutz geht hier gar nichts: ­Gudrun Schacht-­König leiht vor allem Hörbücher aus der Zentralbibliothek aus.

Frank Thomas Koch

Überall in der Stadt sind Menschen zu sehen, die sich in Warteschlange einreihen. Vor Supermärkten, Banken, Postfilialen. Und seit Montag auch vor der Zentralbibliothek am Wall. Um 11 Uhr haben Direktorin Barbara Lison und ihre Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen die wochenlang zugesperrten Türen aufgeschlossen – und wurden von Bücherfreunden begrüßt.

„Ich war schon um 10 Uhr hier und habe dann einfach gewartet“, sagt Bernd Meese. 10 Uhr ist als Prä-Corona-Öffnungszeit zunächst einmal passé. Von Montag bis Freitag von 11 Uhr bis 19 Uhr (mittwochs: ab 13 Uhr) ist es nun wieder möglich, Medien aller Art auszuleihen oder zurückzugeben.

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Mehr nicht. 100 Menschen gleichzeitig dürfen sich genau zu diesem Zweck mit Mund-Nasenschutz in den Räumlichkeiten aufhalten, jeder muss sich am Eingang einen blauen Korb nehmen. Sind keine Körbe mehr da, darf kein weiterer Besucher eintreten. „In den ersten 30 Minuten waren gleich 80 Körbe weg“, sagt Barbara Lison und freut sich, dass die Bremer jetzt so schnell wieder ihre Bibliothek in Beschlag nehmen wollen.

Was derzeit allerdings nicht geht: Auf Sofas herumlümmeln, Schach spielen, sich an die Tische setzen und Referate ausarbeiten, im Internet surfen, Zeitung lesen. „Minimalbetrieb“ nennt Lison das und ist nicht glücklich darüber, weil eine Bibliothek auch von der Aufenthaltsqualität lebt. Genau das ist im Moment ausgesetzt. Von daher sieht es überall so aus, als würde großflächig renoviert.

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Tische sind aufeinandergestapelt, rot-weißes Absperrband grenzt die Bereiche ein, in denen man sich bewegen darf. Pfeile auf dem Fußboden weisen Wege. In die oberen Etagen – mit Ausnahme der ersten – gelangt man nur per Fahrstuhl. Wer wieder ins Erdgeschoss will, muss die Treppe nehmen. Auf einigen wenigen Stühlen finden sich weiße Zettel mit einem rotem Kreuz in der Mitte, „falls jemand sich kurz hinsetzen muss“, erklärt Barbara Lison.

Auch die Beratung in der Stadtbibliothek ist eingeschränkt und findet hinter Plexiglasscheiben statt. Gudrun Schacht-König nimmt all das gelassen hin. „Ich habe es richtig vermisst, hier zu sein“, sagt die Besucherin. Sie leihe sich regelmäßig Hörbücher aus und sei froh, dass das wieder möglich ist. Franziska Schragel zieht das Buch „Monster zähmen leicht gemacht“ von Larry Correia aus dem ­Regal und überlegt, es in ihren gut gefüllten Korb zu legen. Sie entscheidet sich vorerst noch dagegen. Denn: „Das Gute ist, jetzt kann man wieder regelmäßig herkommen, da muss ich nichts horten.“

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