Rapper in ausverkaufter Bremer ÖVB-Arena Kontra K formuliert Kampfsport in Reimform

Der Rapper und Kampfsportler Maximilian Diehn, der sich hinter dem Pseudonym Kontra K verbirgt, trat in der Bremer ÖVB-Arena auf. Seine Botschaft: Ziele sind erreichbar, wenn man bereit ist, dafür alles zu geben.
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Von Lars Fischer

Zwei riesige Wölfe, drei Rapper, vier Musiker links und rechts der Showtreppe – die Größe der Produktion ist mit dem Erfolg gewachsen. Kontra K ist angekommen in den größten Hallen des Landes, die Bremer ÖVB-Arena ist restlos ausverkauft. Für Maximilian Diehn, der sich hinter dem Pseudonym verbirgt, ist das alles kein Zufall. „Erfolg ist kein Glück, sondern nur das Ergebnis von Blut, Schweiß und Tränen“ rappt er in einem der Schlüsselsongs seiner Karriere – und das ist auch seine Botschaft an die 10.000 in der Halle: Ziele sind erreichbar, wenn man bereit ist, dafür alles zu geben.

Kämpfen wie beim Kickboxen

Klingt wie ein Faustschlag in die Magengrube eines jeden Sozialdemokraten und Klassenkämpfers, der erst mal Chancengleichheit herstellen möchte. Der proletarische Poet aus Berlin sieht sich selbst als ein Beispiel für einen anderen Weg – aber nicht als Vorbild, wie er betont. Er ist Kampfsportler und wie beim Kickboxen hat er sich Runde für Runde nach oben gekämpft. Von der romantischen Vorstellung von Talent hält der bis in die letzte Faser seines nahezu voll tätowierten Körpers Durchtrainierte nichts, von Disziplin dafür umso mehr. Eine Vokabel, die im wortreichen Hip-Hop-Kanon eher selten zu hören ist.

Das wiederum sollte verzweifelte Grundschullehrer aufhorchen lassen: Wenn der Star ihrer Schüler nicht von dicken Autos, dicken Goldkettchen und ebensolchen Hosen singt, sondern von Beharrlichkeit, Ausdauer und eisernem Willen, dann taugt er vielleicht doch zum Vorbild. Der Ruhm bedeute nichts, sagt er an diesem Abend, bis zu dem Moment, wo er den Zusammenhalt mit seinen Fans spüre. Statt Drogen und Deppengetue kommen Demut und Dankbarkeit zur Disziplin. Und ja, man nimmt es dem 32-Jährigen ab, wenn er sagt, trotz allem nehme er den Erfolg nicht als selbstverständlich wahr.

Kontra K als Arbeitstier

Ein Star ist Kontra K ohne Frage: Seine letzten vier CDs erreichten alle die Spitzenposition der Charts. Und ein Arbeitstier ist er nicht auf der Bühne: Acht Alben in neun Jahren sind eine beeindruckende Bilanz. Die stete Weiterentwicklung ist dabei unübersehbar. Vom aggressiven Gangsta-Rap des Debüts „Dobermann“ (2010) ist heute wenig übrig, das derbe Frühwerk mit einigen grenzwertigen Formulierungen spielt keine Rolle mehr.

Auch musikalisch hat er genauso hart wie im Ring an sich gearbeitet. Die Zeilen haben heute einen grandiosen Flow, zu den Strophen im Sprechstakkato kommt fast immer ein gesungener Refrain. Mit seiner Liveband vermeidet er eine allzu statische Live-Umsetzung, und auch das zweite große Manko zahlreicher Rapper, auf der Bühne nie die Qualität der Studioaufnahmen zu erreichen, besteht für Kontra K nicht – das macht ihn zu einem der größten Liveacts der Szene. Er habe immer hoch geträumt, sagt er, aber es gibt Momente an diesem Abend, die machen selbst den sprachgewandten Rapper ein wenig sprachlos. Aber vielleicht ist auch das nur ein Klischee, das Kontra K längst überwunden hat.

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