Baustelle auf der Autobahn 27

Sanierung der Lesumbrücke dauert bis ins Frühjahr

Die Lesumbrücke der A27 wird ab November mit Stahl verstärkt. Der Beginn der Sanierung hat sich verzögert und wird nun bis ins Frühjahr hinein andauern. Die Arbeiten werden von Schwimmpontons aus gemacht.
06.10.2020, 18:22
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Sanierung der Lesumbrücke dauert bis ins Frühjahr
Von Pascal Faltermann
Sanierung der Lesumbrücke dauert bis ins Frühjahr

Die Lesumbrücke wird ab November saniert.

Christian Kosak

Der marode Teil der Lesumbrücke wird ab November mit Stahl verstärkt. Die Sanierung des seit Ende 2018 teilgesperrten Bauwerks der Autobahn 27 hat sich um ein paar Monate verzögert. Unklar war, wie genau die Arbeiten vonstatten gehen sollen. Nun steht fest, dass die Brücke nicht von oben aus mit zusätzlichen Bauteilen ertüchtigt wird, sondern von in der Lesum schwimmenden Arbeitsflächen – sogenannte Pontons – aus. Das teilten Vertreter des Amtes für Straßen und Verkehr (ASV) und der Verkehrsbehörde am Dienstag mit.

Die Querung zwischen den Anschlussstellen Bremen-Nord und Industriehäfen soll so saniert werden, dass sie bis zu einem Neubau im Jahr 2028 auf drei Fahrspuren pro Richtung genutzt werden kann. Seit 2018 rollen die Autos über je zwei schmalere Spuren auf dem östlichen Brückenteil, das soll auch während der Arbeiten so bleiben. Die Vorbereitungen für die Maßnahme haben bereits begonnen.

Die Frage, wie der Verkehr über die Lesum fließen soll, beschäftigte monatelang mehrere Fachleute. Ein erstes Gutachten stellte als Übergangslösungen drei Varianten vor: eine Erneuerung des gesamten Brückenüberbaus, eine Behelfsbrücke und eine Ertüchtigung, bei der das Bauwerk mit Stahl verstärkt wird. Erst nach einem zweiten Gutachten stand fest, dass eine Verstärkung des westlichen Brückenbauteils möglich ist. Das ASV entschied sich damit gegen die Empfehlung des ersten Gutachtens für die schnellere Lösung.

Der Zeitplan sah eigentlich vor, dass bis Ende 2020 alles umgesetzt und die Brücke wieder tragfähig ist. Wegen der umfangreichen Planungen und einer Ausschreibung, mit der ein Bauunternehmen gesucht wurde, dauerte es laut Verkehrsressort aber länger. Ursprünglich war im November 2019 vorgesehen, die Stahlträger mit mobilen Arbeitsgeräten (sogenannte Unterflursteiger) von der 100 Meter langen Brücke aus einzubauen. Das lasse sich aber durch das hohe Gewicht der Bauteile nicht umsetzen, erklärt ASV-Sprecher Martin Stellmann. Stattdessen müssen nun Flächen im Fluss unter der Autobahn geschaffen werden, damit die Brückenbauer im Herbst und Winter an 40 Stellen auf der Unterseite des Bauwerkes die 15 Tonnen zusätzlichen Stahl (Untergurtverstärker) montieren können. Die schwimmenden Pontons sollen auf der Bundeswasserstraße Lesum eine Durchfahrt für den Schiffsverkehr freihalten.

Lesen Sie auch

Das Straßenbauunternehmen schätzt, dass die Arbeiten bis März/April 2021 andauern werden. Zudem sollen sich notwendige Arbeiten am Asphaltbelag anschließen. Die Kosten für die gesamte Maßnahme belaufen sich auf eine Million Euro.

„Auch wenn wir den ehrgeizigen Zeitplan bis zum Ende des Jahres nicht halten konnten, haben wir jetzt eine Lösung, um schnellstmöglich wieder zu drei Spuren zurückzukehren“, sagt Mobilitätssenatorin Maike Schaefer (Grüne). Zudem habe man ein belastbareres Ergebnis für den weiteren Weg und einen verlässlichen Plan für die Verkehrsteilnehmer und Wirtschaftsverkehre. „Es ist die praktikabelste Variante“, sagt auch ASV-Leiter Sebastian Mannl, der an den schlechten Zustand vieler Brücken in Deutschland erinnert. „Als die Brücken gebaut wurden, war noch nicht vorherzusehen, wie viel Verkehr mal darüber fährt“, so ASV-Chef Mannl.

Um einen guten Zustand und die Sicherheit von Brücken zu gewährleisten, werden bundesweit die Bauwerke systematisch nach Vorgaben des Bundes statisch nachgerechnet. Im November 2018 hatten erste Ergebnisse im Zuge der Nachrechnung für die A27-Lesumbrücke Defizite bei der Tragfähigkeit der Brücke ergeben.

++ Dieser Artikel wurde um 18.22 Uhr aktualisiert ++

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+