Neue Räume am Hafen bezogen Martinsclub weitet Angebote aus

Stefan Kubena, Stadtteilkoordinator des Martinsclubs, ist begeistert. Die neuen Räume seien ein absoluter Glücksgriff. Der Martinsclub will damit präsenter im Stadtteil werden.
14.05.2018, 17:14
Lesedauer: 2 Min
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Von Imke Molkewehrum

Vegesack. Der Martinsclub, eine der größten Einrichtungen der Hilfe für behinderte Menschen, hat sein Domizil in Vegesack bezogen. Seither können sich Angehörige und Menschen mit Beeinträchtigungen auch spontan im Gebäude an der Straße Zur Vegesacker Fähre 12 beraten lassen. Wo früher Filialen der Post, einer Bank und zuletzt ein Sportgeschäft ansässig waren, empfängt der Martinsclub seine Gäste auf rund 400 barrierefreien Quadratmetern.

Knapp 800 Mitarbeiter aus 28 Ländern beschäftigt die Behindertenhilfe in Bremen. In Vegesack organisiert jetzt ein fünfköpfiges Team die Projekte, Kurse und Hilfen für behinderte Kinder, Jugendliche und Erwachsene aus Bremen-Nord. Dabei geht es um Wohnbetreuung, Assistenz in Schulen, integrierte Pflegedienstleistungen sowie Bildungs- und Freizeitangebote – auch für Menschen ohne Beeinträchtigungen. Erklärtes Ziel des Trägers ist die Inklusion jedes Menschen.

Stefan Kubena ist Stadtteilkoordinator und begeistert: „Das war ein absoluter Glücksgriff. Der Standort ist zentral, ruhig, komplett barrierefrei und gut zu erreichen.“ Bushaltestellen, Bahnhof, Fähre und Parkhaus sind in unmittelbarer Nähe.

Seit 2004 arbeitet der 37-jährige Sozialfachwirt und Erzieher für den Martinsclub. „Wir sind sehr breit aufgestellt“, sagt er und blättert im umfangreichen Jahresprogramm mit Kursen und Reisen für Erwachsene. In Bremen-Nord gibt es bereits Schulungen für angehende Discjockeys, eine monatliche Samstagsdisco, eine Malwerkstatt und einen Politikkurs. Die jeweiligen Kursgebühren hängen vom Materialaufwand und dem zeitlichen Umfang ab. Das gilt auch für die speziellen Angebote für Kinder, Jugendliche oder Senioren.

Im hellen und geräumigen Veranstaltungssaal in Sichtweite zum Vegesacker Hafen stehen weiße Tische und rot gepolsterten Stühlen. Am Nachmittag findet hier turnusgemäß das Treffen „Bunte Zeiten“ statt. Zwischen 16 und 20 Uhr kommen derzeit wöchentlich 18 Besucher, um gemeinsam zu kickern, Billard zu spielen, zu plaudern, im Internet zu surfen, zu tanzen und gemeinsam zu Abend zu essen. „Die meisten kommen mit dem Fahrdienst“, sagt die Kursleiterin Petra Bluhm.

Unter der Decke hängen noch die roten und weißen Luftballons mit dem Martinsclub-Logo. „Die sind noch von der Einweihungsfeier“, erzählt Stefan Kubena. Der Saal trägt den Namen "Hafen". „Wir wollen hier das maritime Flair Vegesacks aufgreifen“, sagt der Stadtteilkoordinator und zeigt den angrenzenden Seminarraum namens „Utkiek“ – moderne Technik inklusive. Die Räume können auch angemietet werden.

Gegründet worden ist der Martinsclub 1973. „Er ist aus einer Elterninitiative hervorgegangen und eine rein bremische Institution“, erklärt Stefan Kubena. Kontinuierlich steige die Anzahl der Mitarbeiter, wobei es derzeit schwierig sei, Fachkräfte zu bekommen. Die sind aber dringend erforderlich, denn der Martinsclub arbeitet derzeit am Konzept „M 2020“. Vorgesehen sind dezentrale Angebote in den Quartieren. „Wir wollen Kurse und Hilfen direkt vor Ort anbieten“, so der Stadtteilkoordinator. Ideen dazu seien sehr willkommen und die Zusammenarbeit mit Sportvereinen eine mögliche Option.

Schon jetzt bietet der Martinsclub mit 150 Mitarbeitern „Assistenz in der Schule“ für Kinder mit Beeinträchtigungen. „Wir suchen aber noch händeringend Erzieher und Krankenschwestern für die Betreuung von katheterpflichtigen Kindern oder Schülern mit Diabetes“, so Kubena.

Zum Spektrum gehören zudem Erziehungsbeistand, Jugendhilfe und die Betreuung in Wohngemeinschaften. „Das ambulant betreute Wohnen wollen wir nun auch in Bremen-Nord anbieten“, erzählt Kubena. „Dabei wird die Hilfe ganz individuell und pragmatisch am Bedarf ausgerichtet.“

Das Martinsclub-Büro, Zur Vegesacker Fähre 12, ist montags bis donnerstags zwischen 8 und 17 Uhr und freitags zwischen 8 und 15 Uhr geöffnet.

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