Kleingartengebiete Naherholungspark Bremer Westen soll attraktiver werder

Bis 2030 sollen die Kleingartengebiete „Am Waller Fleet“ und „In den Wischen“ zu einem attraktiven Naherholungspark werden. Schritt für Schritt kommt Projektleiter Thomas Knode damit voran.
21.09.2018, 20:32
Lesedauer: 4 Min
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Naherholungspark Bremer Westen soll attraktiver werder
Von Anne Gerling

Bremens größtes Parzellengebiet umfasst stolze 480 Hektar und ist damit fast fünf Mal so groß wie die Innenstadt. Trotzdem ist es aber gar nicht so einfach, in diese grüne Oase überhaupt hineinzukommen. Es gibt von Walle und Gröpelingen aus nämlich nur einige wenige Zugänge oder sogar Zufahrtsmöglichkeiten. Zum Beispiel den düsteren „Mäusetunnel“, der Fußgänger und Radfahrer von der Almatastraße aus unter den Bahngleisen hindurch zum Hagenweg bringt. Zwei weitere Unterführungen unter den Bahngleisen und der Autobahn hindurch sind in Gröpelingen am Kleingärtnerweg beim Kletterbunker und am Schwarzen Weg.

Wer sich in das Gebiet hineinbegibt und sich darin nicht so gut auskennt wie die Kleingärtner der zehn dort ansässigen Vereine, auf den wartet die nächste Herausforderung. Landschaftsarchitekt Thomas Knode, der in der Umweltbehörde das Projekt „Naherholungspark Bremer Westen“ betreut, das bis 2030 entstehen soll und in der Hauptsache die beiden Kleingartengebiete „Am Waller Fleet“ und „In den Wischen“ südlich beziehungsweise nördlich der Autobahn umfasst, weiß: „Da ist dann die Frage: Wie orientiere ich mich? Man findet kaum raus, Wege sind nicht ausgeschildert und auch nicht immer durchgängig.“

Besseres Wegenetz

Deshalb ist das Umweltressort schon seit einiger Zeit dabei, das Wegenetz in diesem Gebiet zu verbessern. So war vor drei Jahren eine neue Brücke für Fahrradfahrer und Fußgänger über das Waller Fleet gebaut worden, wodurch die Lücke in der Strecke zwischen Unionweg und Waller Straße – und damit einer attraktiven Wegeverbindung von Findorff bis nach Gröpelingen – geschlossen werden konnte. Seitdem kommen nun Radfahrer von Findorff aus über Salzburger Straße, Kuhkampsweg, Unionweg, Storchenweg, Chrysanthemenweg und Schildblattweg bis zur Waller Straße, von wo aus sie dann den Waller Feldmarksee, das Gröpelinger Kleingartengebiet „In den Wischen“ mit Wassersportmöglichkeiten am Maschinenfleet oder auch das Blockland ansteuern können. Ein toller Weg – den bisher allerdings kaum jemand kennt, da er bisher nicht ausgeschildert ist. „Das ist eine unserer nächsten Maßnahmen“, sagt Knode, der hierzu mit dem Amt für Straßen und Verkehr (ASV) im Gespräch ist.

Kürzlich ist außerdem der Rundweg um den Waller Feldmarksee herum frisch asphaltiert worden, sodass dort nun keine Stolperfallen mehr lauern und auch Radfahrer äußerst komfortabel voran kommen.

Seit einiger Zeit beschäftigt sich Thomas Knode mit zwei weiteren Maßnahmen. Eine davon betrifft die Anbindung des Parzellengebiets über den Mäusetunnel. An dessen östlichem Ausgang finden sich Fußgänger und Radfahrer bisher etwas verloren auf dem stark befahrenen Hagenweg wieder und fragen sich dort unweigerlich, wie es von dort aus weiter geht. Zukünftig können sie über Eisblumenweg, Tulpenweg und Husheerweg zum Hagenweg spazieren: Das Umweltressort wird demnächst den Eisblumenweg –bisher eine Sackgasse – öffnen. Dafür hat die Stadt die Parzelle am Ende des Weges erworben und auch schon geräumt, über die demnächst ein Weg zum Tulpenweg führen wird. Auch zwischen Tulpenweg und Montbretienweg gibt es inzwischen eine derartige Verbindung; am Montbretienweg sind außerdem acht verwilderte Parzellen aufgekauft und ein Weg und eine Streuobstwiese angelegt worden. Nun fehlt noch eine kleine Brücke über einen Graben – dann landet man beim Wupp-Naturerlebnisgelände am Hagenweg, erklärt Thomas Knode: „Das ist zum Beispiel ein schöner kleiner Abendspaziergang für die Bewohner des Almata-Hochhauses.“ Demnächst soll der Weg gebaut werden, 40 000 Euro stehen für diese Maßnahme bereits zur Verfügung.

Anders sieht es bei der zweiten – und größeren – geplanten Maßnahme aus. Hier müssen zunächst EU-Mittel beantragt werden, eine entsprechende Deputationsvorlage ist gerade in Arbeit. Es geht dabei um einen gut erschlossenen neuen Rundweg vom Waller Feldmarksee aus am Maschinenfleet entlang, über den Weg im Vogelschutzgehölz und etwas weiter südlich wieder zurück zum See. „Damit haben wir dann einen Fünf-Kilometer-Rundweg, den man auch als Laufstrecke ausschildern kann. Dort könnte man dann zum Beispiel Laufveranstaltungen wie an anderen Orten organisieren“, so Knode.

Möglichst schöne Ausblicke

Wer auf diesem Weg unterwegs ist, soll dabei möglichst auch schönere Ausblicke haben als bisher; momentan nämlich gucken Spaziergänger am Maschinenfleet auf eine „grüne Wand“, weiß Thomas Knode: „Man sieht weder das Wasser noch das Blockland. Deshalb wollen wir zum Teil dort Gehölze wegnehmen.“ In diesem Zuge sollen auch der Kleingärtnerweg und der Waller Marschweg – beide sind momentan von Unebenheiten und Stolperfallen durchsetzt – zu einladenden breiten asphaltierten Wegen werden. Am Schirmdeichsgraben muss außerdem eine Überquerungsmöglichkeit geschaffen werden.

Die Waller Beiratsmitglieder begrüßen zwar die geplanten Maßnahmen – eine kritische Anmerkung konnte sich Karsten Seidel (Grüne) allerdings nicht verkneifen. „Das sind ehrgeizige Pläne, aber es ist kein Geld für die Instandhaltung da“, merkt er an und führt als Negativbeispiel den Verbindungsweg zwischen Chrysanthemenweg und Schildblattweg an: „Hier hat die Stadt alle Parzellen aufgekauft um für den Naherholungspark West eine Achse zu schaffen. Das ist von der Idee her fein gedacht, nur nicht konsequent umgesetzt und jetzt leider zugewachsen.“ Wichtig sei deshalb, dass am Ende auch etwas Sinnvolles dabei herauskomme. Thomas Knode zufolge sollen die hergerichteten Wege in Zukunft vom Umweltbetrieb Bremen (UBB) gepflegt und unterhalten werden.

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