Geschichte des Unternehmens Von Jacobs zu Mondelez

Das Engagement von Mondelez International in Bremen ist eng mit Jacobs verbunden. Wie aus dem traditionsreichen Bremer Kaffeeunternehmen eine internationale Marke wurde.
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste

Das Engagement von Mondelez International in Bremen ist eng mit Jacobs verbunden. Wie aus dem traditionsreichen Bremer Kaffeeunternehmen eine internationale Marke wurde.

1869

Am 20. Mai wird Johann Jacobs in Borgfeld geboren. 1895 gründet er in Bremen das „Specialgeschäft in Caffee, Thee, Cacao, Chocoladen, Biscuits“.

1926

Das Kaffeeunternehmen Joh. Jacobs & Co. entsteht, die Firma gewinnt die Reederei Norddeutscher Lloyd als Kunden und steigt damit in die erste Liga der Bremer Kaffeehändler auf.

1930

Walther Jacobs, Neffe des kinderlosen Firmengründers, tritt als Nachfolger ins Unternehmen ein. Er trägt dazu bei, dass sich Jacobs Kaffee zu einer führenden Marke in Deutschland entwickelt.

1972

Der älteste Sohn von Walther Jacobs, Klaus, übernimmt die Geschäftsleitung. Er verlegt kurze Zeit später den Sitz des Handelshauses in die Schweiz.

1982

Jacobs kauft die Schweizer Interfood AG, zu der Tobler und Suchard gehören. Das Unternehmen firmiert nun unter dem Namen Jacobs Suchard.

1989

Klaus Jacobs übernimmt die Firmenanteile seiner Geschwister. Er verfügt über etwa 60 Prozent der Stimmrechte, knapp ein Drittel des Aktienpakets – und nun jede Menge Schulden.

1990

Der Druck wird zu groß: Jacobs verkauft sein Unternehmen für etwa 6,4 Milliarden D-Mark an Philip Morris. Philip Morris hatte Mitte der 80er-Jahre die Firmen General Foods und Kraft übernommen, zu denen Marken wie Kaffee Hag, Philadelphia, Scheibletten und Miracoli gehören. Der neu entstandene Lebensmittelriese aus Kraft General Foods Europe und Jacobs Suchard nennt sich ab sofort Kraft Jacobs Suchard (KJS).

2000

Der Konzern firmiert unter Kraft Foods. In Bremen arbeiten zu diesem Zeitpunkt 1800 Menschen für Kraft.

2004

Die US-Zentrale kündigt ein globales Restrukturierungsprogramm an. Dieses sieht den Abbau von 6000 Stellen und die Schließung von 20 Produktionsstätten vor. In der Bremer Zentrale werden 100 Arbeitsplätze gestrichen, in der Hemelinger Produktion stehen 60 bis 80 Beschäftigte auf der Streichliste.

2006

Auch das Werk in Bad Fallingbostel ist betroffen: Hier sollen bis zu 250 der 850 Arbeitsplätze abgebaut werden. Die Buchhaltung wird nach Bratislava verlagert. Bremen bleibt Sitz der Deutschland-Zentrale, die Europa-Zentrale wird – statt vormals aus Wien und London – von Zürich aus geführt. Kraft Foods Deutschland konzentriert sich auf Kaffee, Schokolade, Käse und Food (Miracel Whip und Miracoli).

2007

Kraft Foods wird aus der Muttergesellschaft, der Philip-Morris-Gruppe, herausgelöst und ist börsennotiert.

2009

Das Werk in Bad Fallingbostel bekommt neue Produktionsanlagen für 20 Millionen Euro. Weitere 21 Millionen Euro gehen in die Kaffeewerke in Hemelingen und im Holzhafen. Im selben Jahr wird bekannt, dass 150 der 1200 Arbeitsplätze in der Bremer Verwaltung wegfallen sollen.

2010

Kraft Foods schluckt den britischen Schokoladenhersteller Cadbury für 13,1 Milliarden Euro. Die Arbeitnehmer befürchten wegen der hohen Kosten weitere Sparmaßnahmen.

2012

Konzernchefin Irene Rosenfeld trennt das nordamerikanische Lebensmittelgeschäft aus dem Konzern heraus. In der US-Gesellschaft, die Kraft Foods heißt, konzentriert man sich auf das nordamerikanische Lebensmittelgeschäft, die andere Gesellschaft kümmert sich ums internationale Geschäft. Diese Firma heißt Mondelez International. Der Konzern verkauft seine Marke Miracoli an Mars.

2014

Mondelez und D.E Master Blenders 1753 legen ihre Kaffeemarken zusammen. Unter dem Namen Jacobs Douwe Egberts mit Sitz in den Niederlanden entsteht die weltweit führende reine Kaffeefirma. Durch den Zusammenschluss sollen 180 Stellen in der Bremer Verwaltung wegfallen, am Ende geht es um 60 Jobs. Weiteren Mitarbeitern seien Angebote gemacht worden, heißt es, auf deren Basis sie den Konzern freiwillig verlassen könnten.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+