Kommentar über geringere Klinik-Kapazitäten Das neue Normal in Krankenhäusern

Weil Corona die Kapazitäten in den Kliniken senkt, muss sich das Gesundheitssystem anpassen - durch eine Finanzierung, die sich mehr nach Bedarf und weniger nach dem Markt richtet, meint Timo Thalmann.
23.07.2020, 05:00
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Das neue Normal in Krankenhäusern
Von Timo Thalmann

Vielleicht sind 92 Prozent in Zeiten von Corona quasi die neue 100-Prozent-Marke für die Kapazität von Kliniken. Noch wird die Auslastung der Operationssäle an einem Maßstab gemessen, der aus der Zeit vor der Pandemie stammt. Doch es gelten neue Regeln. Die Kliniken sollen Intensivbetten für mögliche Covid-19-Patienten vorhalten, auch die Anforderungen an die Hygiene sind gestiegen.

Mit Blick auf das vorhandene Personal und die Räumlichkeiten hat das eine Konsequenz: Die Kapazitäten der Krankenhäuser werden künftig wohl dauerhaft niedriger sein. Nicht so wie zu Beginn der Pandemie, als jede Behandlung verschoben wurde, bei der das medizinisch vertretbar schien, aber eben etwas niedriger. 92 Prozent hat die Geno für sich festgestellt. Klingt wenig, aber hochgerechnet auf Deutschland entfallen jährlich 1,3 Millionen Operationen. So wie Krankenhäuser jetzt finanziert werden, bedeutet das geringere Einnahmen. „Lass niemals eine Krise ungenutzt verstreichen“, soll Winston Churchill gesagt haben. In diesem Sinne wäre es auch die Chance, das Gesundheitswesen grundsätzlich anders zu finanzieren: mit Blick auf den Bedarf und nicht auf den Markt.

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