Räumliche Veränderung für Teile der Polizei

Bremer Kripo-Abteilung zieht um

Die Polizeireform in Bremen bedeutet nicht nur personelle, sondern auch räumliche Veränderungen. Bei der Kripo im Präsidium und im Revier Woltmershausen können schon die Umzugskartons geordert werden.
22.07.2020, 05:00
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Bremer Kripo-Abteilung zieht um
Von Ralf Michel

„Schnell, verlässlich und überlegen“ soll die Polizei sein, so steht es in der im März 2017 auf den Weg gebrachten „Polizeireform 2600“. Erklärtes Ziel dabei laut Polizeipräsident Lutz Müller: Organisatorisch auf allen Ebenen leistungsfähiger und flexibler werden. Gemeinhin wird dies vor allem mit der Sollstärke der Polizei verbunden, wobei die ursprüngliche Zielzahl von 2600 längst Makulatur ist und inzwischen bei 2900 liegt. Tatsächlich aber gehört dazu auch ein umfassendes Liegenschaftskonzept, das schrittweise umgesetzt wird. Zwei dieser Schritte werden jetzt konkret – der Umzug des Polizeireviers Woltmershausen nach den Sommerferien sowie der für Anfang kommenden Jahres geplante Auszug zweier Abteilungen der Kriminalpolizei aus dem Polizeipräsidium.

Zentraler Ansatz der Polizeireform ist die Konzentration der wesentlichen Aufgaben und polizeilichen Leistungen. Dafür seien klare, eindeutige und verständliche Strukturen gefragt, erklärte Lutz Müller seinerzeit bei der Vorstellung des Konzepts. Und machte kein Hehl daraus, dass dies aus seiner Sicht mit den vorhandenen Polizeistandorten in der Stadtgemeinde Bremen auf keinen Fall zu schaffen sei. Diese entsprächen nicht mehr den künftigen Anforderungen und müssten somit zwingend weiterentwickelt werden.

Raumnot im Präsidium

Herzstück der Planungen sind sechs regionale Kommissariate, die in den kommenden Jahren geschaffen werden sollen. Hier werden die 110-Notruf-Einsätze konzentriert, hier können rund um die Uhr Anzeigen aufgenommen werden. Dort werden deshalb aber auch Kräfte aus den bisherigen elf Polizeirevieren zusammengezogen. Mit dieser personellen Neuorganisation gehen bauliche Veränderungen einher: Standorte müssen erweitert oder verlagert werden, neue Räumlichkeiten gebaut oder gemietet und an anderer Stelle dafür Räume abgegeben werden.

Ein Beispiel dafür ist das Polizeipräsidium in der Vahr. Hier könnte die Reform organisatorisch relativ zügig komplett umgesetzt werden, hieß es schon vor Jahren seitens der Innenbehörde. Vorausgesetzt allerdings, dass die dafür an dieser Stelle benötigten Raumkapazitäten geschaffen werden. Die Rede war von einem Mehrbedarf von rund 150 Arbeitsplätzen und etwa 30 Funktionsräumen. Nicht eben wenig, zumal vor dem Hintergrund, dass das Präsidium schon heute aus allen Nähten platzt.

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Platz geschaffen werden soll nun unter anderem durch den Auszug der Abteilung Wirtschafts- und Vermögensdelikte der Kriminalpolizei. Betroffen sind davon etwa 90 Mitarbeiter. Deren neues Domizil wird voraussichtlich ab Januar 2021 das knapp drei Kilometer vom Präsidium entfernt liegende Gebäude Feuerkuhle 32 in Hastedt sein. „Die Anmietung durch das Land Bremen erfolgte zu marktüblichen Preisen für eine Dauer von 15 Jahren mit der Option auf eine Verlängerung des Mietvertrages“, heißt es hierzu seitens der Polizei. Das Gebäude sei vom Vermieter kernsaniert worden, anschließend erfolgte die für die Bedürfnisse der Polizei erforderliche Erneuerung der gesamten technischen Infrastruktur und Sicherheitstechnik.

Teure Sanierungsarbeiten

Ähnliches gilt für das Gebäude Dötlinger Straße 6 – 8, dem künftigen Standort des Polizeireviers in Woltmershausen. Auch hier erfolgten eine Kernsanierung durch den Vermieter und anschließend sicherheitstechnische Umbauten. Das Gebäude befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft zum heutigen Polizeigebäude in der Woltmershauser Straße. Das hat laut Pressestelle der Polizei inzwischen 110 Jahre auf dem Buckel. Die im Zuge der Polizeireform dringend notwendigen Modernisierungs- und Sanierungsarbeiten wären überproportional teurer geworden als die Anmietung einer vergleichbaren Immobilie im Stadtteil. Deshalb der Umzug in die Dötlinger Straße. Im September will Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) das neue Polizeirevier offiziell eröffnen.

Untergebracht werden dort die Revierleitung, Kontaktpolizisten sowie Verkehrssachbearbeiter. Außerdem sind zusätzliche „Open-Space-Flächen“ für flexible weitere Nutzungen vorgesehen, wie zum Beispiel ein Lehrrevier der Polizeiausbildung.

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