Bundesweiter Wettbewerb

Projekt in der Neustadt: Deutscher Fahrradpreis 2018 geht nach Bremen

Bei der 18. Verleihung des Deutschen Fahrradpreises am Donnerstag ist das Bremer Fahrradmodellquartier in der Neustadt ausgezeichnet worden.
23.02.2018, 09:48
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Von Nina Willborn
Projekt in der Neustadt: Deutscher Fahrradpreis 2018 geht nach Bremen

Das Bremer Fahrmodellquartier in der Neustadt wurde am Donnerstag mit dem Deutschen Fahrradpreis ausgezeichnet.

dpa

Das Fahrradquartier in der Alten Neustadt ist jetzt ganz offiziell eine ausgezeichnete Idee. Das Modellprojekt, bei dem Deutschlands erstes Fahrrad-Viertel entsteht, hat den Deutschen Fahrradpreis gewonnen. In der Begründung der Jury heißt es: „Das Pilotprojekt ist derzeit einzigartig in Deutschland. Mit dem Radquartier zeigt die Stadt Bremen einen Ansatz, der einen ganzheitlichen und quartiersbezogenen Charakter besitzt. Dabei geht es um mehr als nur eine Anhäufung von Fahrradstraßen, die von Menschen, die dort wohnen, arbeiten oder studieren, genutzt werden.“

Insgesamt hatten sich über 130 Projekte in den Kategorien Infrastruktur, Service und Kommunikation beworben. Den Preis entgegen nahmen in Essen Staatsrat Jens Deutschendorf, die ADFC-Landesvorsitzende Bonnie Fenton und Ulrike Mansfeld, Dekanin für Architektur an der Hochschule Bremen.

„Diesen Erfolg verdanken wir einer besonders engen Kooperation zwischen der Verwaltung, der Hochschule, dem Stadtteilbeirat und dem ADFC“, sagte Bau- und Umwelt-Senator Joachim Lohse (Grüne). Auch Ralph Saxe, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen freute sich: „Das ist wieder eine Innovation für die Förderung des Radverkehrs, die aus Bremen kommt.“ Nach Ansicht der Grünen ist der Ausbau des Radverkehrs von großer Bedeutung, weil so auch die Belastung durch Stickoxid gesenkt werden kann. Unter den Städten mit über 500.000 Einwohnern habe Bremen bereits die niedrigsten Messwerte.

Lesen Sie auch

Ende November haben die Bauarbeiten in der Kleinen Johannissstraße begonnen. Vom Bund wird die Fahrradzone im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative mit 2,4 Millionen Euro gefördert, insgesamt wird sie rund drei Millionen Euro kosten. Wenn das Fahrrad-Quartier im Sommer 2019 fertig ist, haben Radler im Gebiet zwischen Langemarckstraße und Friedrich-Ebert-Straße Vorfahrt. Für sie werden unter anderem Kopfsteinpflaster gegen Asphalt ausgetauscht, mehr Fahrradbügel und Ladestationen für E-Bikes sowie ein Repair-Café an der Hochschule eingerichtet.

Initiiert wurde das Projekt maßgeblich von der Hochschule und dem ADFC. Bonnie Fenton: „Es schlummern im Radverkehr noch immer viele ungenutzte Potenziale für eine lebenswerte und gut funktionierende Stadt. Das Fahrradquartier ist ein wichtiger Schritt. Aber es muss auf allen Ebenen noch viel mehr passieren: egal ob Bund oder Kommune, egal ob es um Straßenverkehrsrecht oder um die Finanzierung geht.“

Lesen Sie auch

(Dieser Artikel wurde um 12.51 Uhr aktualisiert.)

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+