Prozess gegen Pastor Latzel eröffnet

Staatsanwaltschaft fordert Geldstrafe

Unter großem Zuschauerinteresse hat am Freitag der Prozess gegen Pastor Olaf Latzel begonnen, der wegen Volksverhetzung vor dem Amtsgericht steht.
20.11.2020, 16:56
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Staatsanwaltschaft fordert Geldstrafe
Von Ralf Michel
Staatsanwaltschaft fordert Geldstrafe

Pastor Olaf Latzel steht wegen Volksverhetzung vor Gericht.

Frank Thomas Koch

Mit den Plädoyers von Staatsanwaltschaft und Verteidigung endete am Freitagnachmittag nach siebeneinhalbstündiger Verhandlung der Prozess gegen Pastor Olaf Latzel von der Bremer St.-Martini-Gemeinde. Das Urteil wird am Mittwoch, 25. November, um 10 Uhr verkündet.

Die Anklagebehörde sieht ihren Vorwurf der Volksverhetzung als erwiesen an und forderte eine viermonatige Freiheitsstrafe, umgewandelt zu einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen à 90 Euro. Die Verteidigung sieht das anders. Die Staatsanwaltschaft habe keinerlei Beweise für ihre Vorwürfe. Ihr gehe es einzig darum, Latzel aus der Bremischen Evangelischen Kirche zu entfernen.

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Latzel war nach Aussagen über Homosexuelle wegen Volksverhetzung angezeigt worden. In einem Eheseminar seiner Gemeinde hatte er in diesem Zusammenhang unter anderem von „Verbrechern“ und „Gender-Dreck“ gesprochen. Der Fall sorgte bundesweit für Schlagzeilen und stieß auch am Freitag auf großes Interesse. Bereits Stunden vor Prozessbeginn bildete sich eine lange Schlange vor dem Konzerthaus Glocke, in deren Kleinen Saal die Verhandlung verlegt worden war, um die coronabedingten Abstandsregeln einhalten zu können.

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