Zwei Rennen an einem Tag Reporter am Limit

Es ist Lauftag in Bremen. Morgens der Bremer Friedenslauf, abends der BMW-Firmenlauf. Schafft man zwei Läufe an einem Tag? WESER-KURIER-Reporter Jörn Hüttmann hat sich den Notizblock geschnappt und den Selbsttest gemacht.
22.07.2015, 00:00
Lesedauer: 5 Min
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Reporter am Limit
Von Jörn Hüttmann

Der Start gleicht einem Dammbruch. Kurz nach 10 Uhr fluten am Dienstag rund 1300 Kinder und Jugendliche vom Marktplatz in die Langenstraße. Es ist der Bremer Friedenslauf. Natürlich geht es dabei um den guten Zweck – wie so oft bei solchen Events. Als ich an der Ecke des Marktplatzes ankomme, verschwinden gerade die ersten Kinderköpfe in Richtung Martinistraße. Ein Platz im Hauptfeld – mehr war nicht drin. Aber heute ist das egal, es geht um das Ereignis, nicht um die Zeiten.

Spenden für Flüchtlingsarbeit

„Das ist etwas allgemein formuliert“, erklärt Anette Klasing vom Lidice-Haus. Sie gehört zum Organisationsteam des Bremer Friedenslaufs. Es gehe, genauer gesagt, um Spenden für ein Begegnungsprojekt der Jugendbildungsstätte mit jüdischen und palästinensischen Jugendlichen und die Arbeit des Forums Ziviler Friedensdienste. „Die arbeiten im Libanon mit Flüchtlingen aus Syrien“, sagt Furkan Kas. Im Politikunterricht haben er und Daria darüber gesprochen. Und das sei auch das erste Ziel des Friedenslaufes, sagt Anette Klasing. „Wir wollen die Schüler im Vorfeld informieren und dann beim Lauf Spenden sammeln.“ Aber wozu der Lauf, spenden kann man doch auch so? Klasing widerspricht: „Für junge Leute braucht man einen Event – und Sport ist eben attraktiv.“ Die Zahlen geben ihr Recht. Die 1300 Teilnehmer haben sich selbstständig Sponsoren gesucht, die für jede absolvierte Runde zahlen. „Wenn nach Abzug aller Kosten noch 15 000 Euro übrig bleiben, ist das ein toller Erfolg“, sagt Anette Klasing. Die genauen Ergebnisse gibt es aber erst nach den Sommerferien.

Der Friedenslauf ist für die Vegesacker Zehntklässler ein Highlight. Es macht Spaß, zusammen zu laufen, sagt Daria. „Für den guten Zweck laufen wir gerne.“ Außerdem sei der Lauf in der „müden Zeit“ kurz vor den Zeugnissen eine willkommene Abwechslung, erklärt Klassenlehrer Jörg Selke, der auch auf der Strecke unterwegs ist. „Und ich will nachher noch mit Freunden an den Werdersee“, sagt Furkan. „Das passt gut zusammen.“ Mittlerweile ist Furkan die Distanz deutlich anzusehen. „Ich gehe gleich erst einmal was trinken und mache eine Pause“, sagt er. Vor uns sprintet eine Mutter mit Kinderwagen durchs Feld. Aber wir sind nicht mehr so schnell, dass es für sie eng werden würde. Nach dem Stempelstand dreht Furkan ab. Ich will die Zielmarke schaffen, hänge mich an Daria dran.

Alle 25 Sekunden eine Firma

Am Abend kurz vor dem Start des Firmenlaufes steckt mir die Strecke vom Morgen noch deutlich in den Knochen. Auch jetzt geht es um den guten Zweck: Fünf Euro Spende gehen pro Starter an die Special Olympics Bremen (SOB). Einer Sportbewegung für Menschen mit geistiger Behinderung, die unter anderem Basketball, Tischtennis und Fußball für Behinderte anbiete, erklärt Christian Dirbach von SOB. Beim Firmenlauf sind sie auch mit dabei und ich starte mit in ihrem Feld. Rechts von mir steht Eduard Merkel an der Startlinie. Er ist einer der Sportler der Special Olympics. „Ich will mit den anderen ins Ziel kommen“, sagt er und zieht an mir vorbei. Vor dem Ziel will er warten, aber bis dahin bleibt noch Zeit, um sich auszupowern.

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