Bremer Bildungskonsens Schulen im Inneren weiter entwickeln

Vor zehn Jahren reformierte Bremen sein Schulsystem. Nun müsse sich im Inneren der Schulen etwas verändern, sagte Bildungsforscher Kai Maaz bei einer Diskussionsveranstaltung von CDU und FDP.
11.04.2018, 21:25
Lesedauer: 2 Min
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Schulen im Inneren weiter entwickeln
Von Sara Sundermann

Nach der großen Schulreform in Bremen muss es weitergehen, auf diesen Impuls konnten sich CDU, FDP und der Frankfurter Bildungsforscher Kai Maaz am Montagabend einigen. Die Bürgerschaftsfraktionen von Christdemokraten und Liberalen hatten zur Debatte über das Schulsystem ins Parlamentsgebäude eingeladen. Im kommenden Jahr liegt der sogenannte Bildungskonsens zehn Jahre zurück. 2009 schlossen SPD, CDU und Grüne einen Vertrag: Nachdem Bremen in einer großen Reform die Schulstruktur umgekrempelt hatte, sollte das System zunächst für zehn Jahre beibehalten werden.

Kai Maaz vom Deutschen Institut für Internationale Pädagogik (DIPF) stellte noch einmal ein Kondensat der jüngsten externen Untersuchung des Bremer Schulsystems vor. Kern seiner Botschaft: Bremen habe mit dem 2009 eingeführten System aus vielen Oberschulen und acht Gymnasien ein geeignetes System, das von der Mehrheit der Schulleitungen befürwortet werde. Dieses System bilde einen guten Rahmen für Modernisierung und Veränderungen im Inneren. Die allerdings brauche es nun auch. "Allein der Fakt, dass die Schulstruktur verändert wurde, konnte weder soziale Ungleichheit beim Bildungserfolg abbauen noch die Qualität verbessern." Jetzt müsse es innerhalb der bestehenden Struktur Veränderungen an Bremens Schulen geben, so Maaz.

"Es gibt schon eine hohe Unzufriedenheit in Bremen mit der Bildung", betonte CDU-Bildungspolitiker Thomas vom Bruch, der gemeinsam mit Magnus Buhlert von der FDP durch die Diskussion führte. "Klar ist: Ein plattes Weiter so darf es nicht geben."

Wie unterschiedlich die Wünsche nach Veränderung sind, zeigte sich gleich bei den ersten Fragen aus dem Publikum. Der Huchtinger Schulleiter Achim Kaschub fragte, ob die Schulreform nicht weitergehen müsse. Er verwies darauf, dass sich laut der von Maaz vorgestellten Untersuchung 78 Prozent der Bremer Schulleitungen dafür aussprachen, auch die Gymnasien aufzulösen, sodass alle Kinder gemeinsam die Oberschulen besuchen. Gleich mehrere Eltern fragten dagegen, ob nicht die Wünsche von Eltern und die Talente ihrer Kinder in Bremen zu wenig berücksichtigt würden. Regelmäßig wählten Eltern zuletzt die Gymnasien stärker an als die Oberschulen. Viele Eltern würden für ihre Kinder nur eine Oberschule wählen, weil die Zahl der Gymnasialplätze gedeckelt sei, kritisierte ein Vater.

Beide Fragen beantwortete Maaz mit einer Anregung: Er halte es für richtig, die Gymnasien beizubehalten. Ziel müsse es aus seiner Sicht aber sein, die Oberschulen so attraktiv zu machen und so gut auszustatten, dass sie auch von Kindern aus sozial begünstigten Familien angewählt würden.

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