Bis Ende 2018

Senat: 560 neue Wohnungen für Bremen

Bis Ende 2018 werde es in Bremen 561 neue Wohnungen in Bremen geben. Dies schreibt der Bremer Senat auf eine Anfrage der CDU-Fraktion. Die Christdemokraten sind mit dem Tempo nicht zufrieden.
30.07.2017, 17:43
Lesedauer: 2 Min
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Senat: 560 neue Wohnungen für Bremen
Von Sara Sundermann

Der CDU geht es beim Wohnungsbau in Bremen nicht schnell genug vorwärts. Das ist deutlich in einer Großen Anfrage der Christdemokraten von Mai zu lesen, die der Senat nun beantwortet hat. „Wann wird aus dem Sofortprogramm Wohnungsbau des Senats ein Sofortprogramm?“, lautet der Titel der Anfrage.

Konkret bemängelt die CDU-Fraktion, dass mit Stand von Anfang April nur auf drei von 17 für die Bebauung vorgesehenen Flächen, die der Senat im Sofortprogramm Wohnungsbau aufliste, bisher tatsächlich gebaut werde. Und 12 der 17 Flächen seien vom Senat ohnehin schon länger zur Bebauung vorgesehen, so die CDU.

Mit dem Sofortprogramm Wohnungsbau, das Ende 2015 beschlossen wurde, reagierte der Senat insbesondere auf den Zuzug von Flüchtlingen. Zum Zeitpunkt des Beschlusses ging man in Bremen noch davon aus, dass pro Jahr bis zu 12.000 Geflüchtete hierher kommen könnten. Tatsächlich kamen 2015 mehr als 10.000 Geflüchtete, 2016 sank der Zuzug aber auf ein Viertel.

Seit 2015 hat die Baubehörde nach eigenen Angaben rund 2000 Wohnungen pro Jahr genehmigt. Bis Ende 2018 sollen nun 561 Wohnungen fertig werden. Beschlossen wurde im Rahmen des Sofortprogramms, dass in dem Jahr 620 entstehen sollten. Dafür sollen 2019 mehr Wohnungen fertig werden als geplant: 1531 sollen es dem Senat zufolge sein, beschlossen waren 1390. 2020 sollen weitere 2472 Wohnungen entstehen.

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Derzeit dauere es in der Regel mehr als zwei Jahre, bis eine Fläche entwickelt und fertig bebaut sei, heißt es in der Antwort des Senats. Allein die konkreten Baumaßnahmen für ein Gebiet mit 100 bis 200 neuen Wohnungen dauere in der Regel anderthalb Jahre. Ein Beispiel für ein „äußerst zügig realisiertes Bauprojekt“ sei die Marcuskaje in der Überseestadt, wo im ersten Bauabschnitt 149 Sozialwohnungen in anderthalb Jahren entstanden seien.

"Weiterhin angespannte personelle Situation"

Erhebliche Probleme hat die Baubehörde der Senatsantwort zufolge bei der Personalausstattung: Zwar seien ab 2016 im Bauressort 24 zusätzliche Stellen ausgeschrieben worden. Man habe diese Stellen allerdings teilweise erst zeitverzögert besetzen können.

Zudem müssten die neuen Mitarbeiter erst eingearbeitet werden, ehe sie die Abteilungen entlasten könnten. Insgesamt bestehe daher „weiterhin angesichts der großen Zahl laufender Projekte eine sehr angespannte personelle Situation in den Bauordnungs- und Planungsabteilungen“.

Der Senat betont, bei neuen Bauvorhaben räume Bremen Anwohnern, Mietern und Investoren Informations- und Beteiligungsmöglichkeiten ein, die weit über das hinausgingen, was gesetzlich vorgeschrieben sei. Der Haken dieser aus Sicht des Senats starken Beteiligung: Sie sei aufwendig.

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Es dürfe „nicht außer Acht bleiben, dass diese Beteiligungsangebote personal- und zeitintensiv sind“. Man sei aber dennoch überzeugt, dass solche Bürgerbeteiligungsverfahren in den meisten Fällen zu einer höheren Akzeptanz neuer Bauprojekte führten.

Am Beispiel der Gartenstadt Werdersee in der Neustadt, wo 590 neue Wohnungen entstehen sollen, zeigt sich, wie lange es dauern kann, bis Behördenmitarbeiter einen neuen Bebauungsplan erstellt und dabei Experten, Bauherren und Anwohner einbezogen haben:

Der Bau der Gartenstadt Werdersee wurde im Herbst 2013 von der Baudeputation beschlossen. Damals hieß es, die ersten Häuser sollten 2015 entstehen. Nun wurde der Bebauungsplan im Juni dieses Jahres fertig – vier Jahre später. Die große Wiese neben dem Friedhof Huckelriede ist noch immer unbebaut. Die ersten Häuser sollen nun Anfang 2018 entstehen.

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