Kommentar zur Jacobs University Senat ist endlich ehrlich

Die private Jacobs University wird weiter aus öffentlichen Mitteln gefördert. Eigentlich hatte Rot-Grün dies kategorisch ausgeschlossen. Der Senat ist nun endlich ehrlich, meint Jürgen Theiner.
12.04.2018, 22:26
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Senat ist endlich ehrlich
Von Jürgen Theiner

Die Ansage war unmissverständlich. Die Jacobs University müsse nach 2017 ohne öffentliche Gelder auskommen, versprach der damalige Bürgermeister Jens Böhrnsen im August 2013 hoch und heilig. Manche Insider bezweifelten schon damals, dass dies das letzte Wort sein würde. Denn kein Mensch konnte seriös vorhersagen, ob sich die Privathochschule innerhalb der gesetzten Frist finanziell berappeln würde. Böhrnsen kaufte lediglich Zeit.

Wenn der Senat nun ein 50-Millionen-Euro-Darlehen der Jacobs-Uni übernehmen will, ist das Wortbruch. Wenn man es positiv wenden will, kann man auch sagen: Die Landesregierung macht sich endlich ehrlich. Die Jacobs University bekommt weiter öffentliches Geld, weil ihre Abwicklung viel teurer wäre als neue Finanzspritzen. Für den Strukturwandel in Bremen-Nord ist sie ein Schlüsselprojekt, dessen Scheitern niemand verantworten will.

Die Grohner Einrichtung lässt sich auch nicht einfach unter das Dach staatlicher Hochschulen bringen, denn sie beruht auf einem völlig anderen Geschäftsmodell. Hoffentlich lernt der Senat aus seiner Kehrtwende wenigstens dies: Sag niemals nie, wenn es um die Jacobs University geht.

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