Bürgerschaftswahl 2019

Sieling und Bogedan sollen SPD-Liste anführen

Bei der Bremer SPD ist seit Sonntagnachmittag klar, mit welchem Personalangebot sie bei der Bürgerschaftswahl 2019 antreten will. Die sogenannte Mandatskommission hat die Listenplätze vergeben.
09.09.2018, 15:51
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Sieling und Bogedan sollen SPD-Liste anführen
Von Jürgen Theiner
Sieling und Bogedan sollen SPD-Liste anführen

Sie sopllen die SPD führen: Bürgermeister Carsten Sieling und Bildungssenatorin Claudia Bogedan

Frank Thomas Koch

Die Bremer SPD soll mit Bürgermeister Carsten Sieling und Bildungssenatorin Claudia Bogedan an der Spitze in die Bürgerschaftswahl im Mai 2019 ziehen. So lautet die Empfehlung der sogenannten Mandatskommission des SPD-Unterbezirks Bremen-Stadt, die am Wochenende ein Personalpaket für die Listenplätze der Partei geschnürt hat. Das letzte Wort hat ein Parteitag am 22. September. In der Vergangenheit wurde das Votum der Kommission nicht mehr infrage gestellt.

Die Mandatskommission hatte in den vergangenen Wochen intensiv darüber beraten, wie ein möglichst attraktives Personalangebot der Bremer SPD aussehen könnte und wem man die als sicher geltenden Listenplätze anvertrauen sollte. Davon gibt es nicht mehr allzu viele, und entsprechend groß war zuletzt die Nervosität unter führenden Genossen.

Es wird wackelig

Die Empfehlung der Mandatskommission sieht nun vor, dass auf der Liste hinter dem Führungsduo zunächst die weiteren Senatoren platziert werden sollen, nämlich Ulrich Mäurer (Inneres) und Eva Quante-Brandt (Gesundheit und Wissenschaft). Danach folgen Unterbezirkschef Falk Wagner, die Landesvorsitzende Sascha Aulepp, Bürgerschaftspräsident Christian Weber, Fraktionsvize Antje Grotheer, der bisherige Weyher Bürgermeister und frühere SPD-Landeschef Andreas Bovenschulte, die Farger Ortsvereinsvorsitzende Ute Reimers-Bruns, die Leiterin der Bremer Freiwilligenagentur Birgitt Pfeiffer, IG-Metall-Chef Volker Stahmann, die Abgeordnete Petra Krümpfer, der Burglesumer Ortsvereinsvorsitzende Kevin Lenkeit sowie die Abgeordneten Valentina Tuchel und Arno Gottschalk. Bis zu Gottschalks Platz 17 dürften die Listenplätze noch sicher für den Einzug in die nächste Bürgerschaft reichen.

Lesen Sie auch

Danach wird es wackelig. Auf Platz 18 ist Anja Schiemann (Mitglied des Unterbezirksvorstandes Stadt) vorgesehen, dahinter der Bildungspolitiker Mustafa Güngör und die Findorfferin Gönül Bredehorst. Damit dem erfahrenen Huchtinger Abgeordneten Sükrü Senkal auf Platz 21 noch der Wiedereinzug gelingt, müsste die SPD schon ein überraschend gutes Stimmergebnis einfahren. Zu denen, die über ihre Platzierung auf der Vorschlagsliste ziemlich enttäuscht sein dürften, zählt die Gesundheitspolitikerin Steffi Dehne.

Sie soll auf Platz 28 ins Rennen gehen. Sie kann jetzt nur noch hoffen, statt via Liste über ein sehr gutes Personenstimmenergebnis ins Parlament zu gelangen. Die 35-Jährige gilt eigentlich als eines der größten politischen Talente der Bremer SPD. Auffallend in der Rangfolge ist die vergleichsweise schlechte Platzierung von Fraktionschef Björn Tschöpe. Mit Platz elf wird er zwar sicher drin sein, doch als wichtiger Funktionsträger hinter dem Seiteneinsteiger ­Bovenschulte eingereiht zu werden, zeugt nicht gerade von Rückhalt für den 51-Jährigen.

Sakuth: die Mischung stimmt

Nach Informationen des WESER-KURIER gab es innerhalb der Mandatskommission sogar ein Gruppe von acht Funktionären, die Tschöpe und Parlamentspräsident Weber ganz von der Liste streichen wollten: Weber aus Altersgründen; Tschöpe, weil er nicht dem starken linken Flügel der Landes-SPD angehört. Letztlich gab es in der Kommission aber keine Mehrheit dafür, die beiden Spitzen­genossen abzusägen. Auch ein Vorstoß der ­Jusos scheiterte dem Vernehmen nach. Ihre Vertreter in der Kommission wollten die drei sogenannten Seiteneinsteiger Bovenschulte, Pfeiffer und Stahmann, die von der Parteiführung schon vorab für sichere Listenplätze nominiert worden waren, weiter hinten einsortieren und dafür mehr junge Leute auf vordere Plätze hieven.

Als „ehrlichen Makler“ an der Spitze der Kommission hatte ein Unterbezirksparteitag im Juni den früheren Innensenator Peter ­Sakuth eingesetzt. An ihm war es, die Personalvorschläge aus den Ortsvereinen zu gewichten und konkurrierende Ansprüche auszutarieren. Das sei der Mandatskommission auch gelungen, sagte Sakuth nach Abschluss der Sitzung. Die Mischung stimme, und man habe sowohl jüngere Kandidaten als auch Gewerkschafts- und Arbeitnehmervertreter mit attraktiven Listenplätzen ausstatten können. Sakuth kündigte an, die SPD werde in den kommenden Monaten „einen offensiven Straßenwahlkampf führen“. Gefragt sei jetzt ein „Alle-Mann-Manöver“ aller Parteimitglieder, damit die Sozialdemokraten die Regierungsverantwortung im nächsten Jahr behaupten können.

Lesen Sie auch

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+