Innendeputation in Bremen Sondersitzung nach Razzia

Bei einer Sondersitzung des Rechtsausschusses und der Innendeputationsoll sollen am Mittwoch der Anti-Terroreinsatz in Bremen sowie die Razzia im Islamischen Kulturzentrum (IKZ) diskutiert werden.
06.03.2015, 00:00
Lesedauer: 1 Min
Zur Merkliste
Sondersitzung nach Razzia
Von Alexander Tietz

Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) hat für Mittwoch, 11. März, um 13 Uhr eine Sondersitzung des Rechtsausschusses und der Innendeputation veranlasst. Bei dem Treffen soll der Anti-Terroreinsatz in der Bremer Innenstadt sowie die Razzia im Islamischen Kulturzentrum (IKZ) am Breitenweg diskutiert werden. Mäurer reagiert damit auf einen Antrag der CDU-Fraktion, die eine Aufarbeitung der Aktion am Sonnabend gefordert hatte.

Thomas Röwekamp, Vorsitzender der CDU-Fraktion, hatte den zeitlichen Ablauf des Einsatzes kritisiert. Nach einer Terrorwarnung patrouillierten Einsatzkräfte der Polizei bereits am Sonnabendvormittag in der Innenstadt, während die Razzia im Islamischen Kulturzentrum erst mehrere Stunden später gegen 18.30 Uhr erfolgte. Röwekamp will aufklären lassen, inwiefern die frühe Polizeipräsenz den Tatverdächtigen genug Zeit verschafft hat, um Waffen zu verstecken und selbst zu verschwinden. Röwekamp fordert vom Rechtsausschuss und von der Innendeputation genaue Auskunft, wann die Staatsanwaltschaft eingeschaltet wurde und wann die Polizei bei der Staatsanwaltschaft einen Durchsuchungsbeschluss für das IKZ angeregt hatte.

Einsatzkräfte des SEK hatten die Moschee am Breitenweg am Sonnabend gestürmt, weil dort möglicherweise Waffen lagerten. Ebenso sollen sich vier angereiste und bewaffnete Islamisten in der Moschee aufgehalten haben. Die mutmaßlichen Terroristen sollen Kontakt zu einem 39-jährigen Libanesen gehabt haben, der dem Islamischen Kulturzentrum nahesteht und im Zentrum aktuell laufender Ermittlungen steht.

Im Oktober 2014 soll der tatverdächtige Libanese einen Waffendeal mit einem kurdisch-libanesischen Familienclan abgeschlossen haben. Unter anderem soll es um 60 Maschinen- und Automatikpistolen gegangen sein. Die Wohnung des Libanesen wurde am Sonnabend durchsucht. Weder dort noch im IKZ konnten die Polizeibeamten jedoch Waffen finden. Ob die vier mutmaßlichen Terroristen sich noch in Bremen aufhalten, weiß die Staatsanwaltschaft nach aktuellen Erkenntnissen nicht.

Lesen Sie auch

Lesen Sie auch

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+