Beach-Volleyball Hoffnung auf jährliche Fortsetzung von Beachvolleyballturnier

Anlässlich des 50. Jubiläums des Bremer Volleyballverbandes fand am Panzenberg ein B-Cup-Turnier statt, das bei bestem Wetter und guten Leistungen auf eine Fortsetzung hoffen lässt.
22.06.2019, 19:33
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Hoffnung auf jährliche Fortsetzung von Beachvolleyballturnier
Von Ruth Gerbracht

Während oberhalb auf der Straßenbrücke die Autos achtlos vorbeirauschten, herrschte auf den darunter gelegenen Beach-Volleyballfeldern beim TV Bremen-­Walle 1875 launige Sommer-Atmosphäre. Anlässlich des 50. Geburtstags des Bremer Volleyballverbands wurde auf den sechs Feldern im Sand gebaggert, gepritscht und geschmettert. Es ist das größte Beach-Turnier des Jahres in Bremen und sportlich ein echtes Highlight, denn beim B-Cup-Turnier zeigten die Herren und Damen mit viel Engagement große Leistungen.

Auch Beke Giese vom TV Eiche Horn ist angetan von der Veranstaltung. „Die Organisation ist super, das macht richtig Spaß.“ Die 32-jährige, die im Winter für den TV Eiche Horn Volleyball in der zweiten Damenmannschaft spielt, setzt im Sommer auf Sand. Zusammen mit ihrer Partnerin Jasmin Lauer von der Bremer Turnvereinigung von 1877 hat sie auch für das Jubiläumsturnier gemeldet. Vor zweieinhalb Jahren hat sie mit dem Beachen begonnen, nachdem sie seit Kindheitstagen als Volleyballerin in der Halle aktiv ist. Beach sei ein ganz anderes Spiel, sagt Beke Glese, weniger verletzungsträchtig, aber auch kräftezehrend. Das fördere jedoch die Kondition enorm, erklärt die Schifffahrtskauffrau.

Beachvolleyballer sind trotz Spaß nicht auf Rosen gebettet. Es ist eine Sportart, in die auch eigenes Geld investiert werden muss. Jedes angebotene Trainingscamp müssen die Spieler selbst bezahlen. Beke Giese kommt gerade zurück von einem Camp in Portugal und freut sich darauf, Anfang August in Cuxhaven dabei zusein. Beim Goldcamp hat schließlich Weltmeisterin Kira Walkenhorst eine Menge Tipps für die Teilnehmer parat.

Ansonsten kann man in Bremen Beach-Plätze mieten, sich verabreden und spielen. Aber trotz der nicht so einfachen Trainingsbedingungen macht Beke Giese Beach-Volleyball einfach großen Spaß. Eine Sportart schließlich, die gute Laune verschafft. Am Sonnabend war dies in Bremen nicht zu übersehen und zu überhören. Es gab Sonnenschein satt, laute Musik, braun gebrannte und mit cooler Sonnenbrille auf der Nase agierende Sportler und Sportlerinnen. Man kennt sich gut. Die meisten, die am Panzenberg gestartet waren, treffen seit Jahren bei den niedersächsischen Turnieren aufeinander.

Streitigkeiten sind verpönt

Von daher wirkte die Stimmung am Panzenberg auch familiär, was natürlich zusätzlich daran liegt, dass die Volleyballszene in Bremen seit jeher eine eingeschworene Gemeinschaft bildet. Ob vor zwanzig Jahren beim internationalen Damen-Nationen-Turnier in der Stadthalle oder an diesem Sonnabend beim B-Cup in Walle – viele ehrenamtliche Helfer aus Bremer Vereinen und Verband sorgen unter anderem für eine Wohlfühlatmosphäre. Neben den organisatorischen Pflichten verkaufen sie Kuchen, Bratwurst, Salate, alles selbst gemacht und für jeweils nur einen Euro. Verdienen kann der Ausrichter damit nichts, aber die Zufriedenheit für alle steht im Vordergrund.

Auch die Aktiven sind gefragt. Wer gerade sein Spiel hinter sich hat, ist als Schiedsrichtergespann für die folgende Partie gesetzt. Das ist selbstverständlich, alles andere wäre auch kaum finanzierbar. Dafür sind Streitigkeiten verpönt. Keiner diskutiert mit dem Schiedsrichtergespann über einmal getroffene Entscheidungen. Fair geht vor. Beispiel: Jasmin Lauer macht ihre Gegnerinnen darauf aufmerksam, dass die Linienbegrenzung verrutscht ist, und somit das gegnerische Feld größer ist. Dankbar wird der Hinweis angenommen, alles wird wieder zurecht gerückt.

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Beke Giese und ihre Partnerin Jasmin Lauer sind an eins gesetzt beim B-Cup. „Das heißt aber nicht, dass wir heute als Beste ins Rennen gehen“, erklärt die Volleyballerin vom TV Eiche Horn. Das liege vielmehr daran, dass die beiden in diesem Jahr viel gespielt haben und somit bislang die meisten Punkte auf dem Konto haben. Ziele haben sie sich beim Jubiläumsturnier nicht gesetzt. Die beiden hoffen erst einmal, eine Runde weiter zukommen, denn abseits von guter Laune und Spaß – „sobald ich auf dem Feld stehe, will ich auch gewinnen“, erklärt Beke Giese. Vier Partien mussten die beiden in der Vorrunde absolvieren, drei haben sie gewonnen, eine verloren. Es hat gereicht, sie sind weiter.

„Vor allem der Kopf spielt dann nicht so mit, wie man gerne möchte“

„Na, Gott sei dank“, erklärt die 32-Jährige, die nicht wirklich zufrieden ist. Zu viele Fehler habe sie gemacht und im Angriff liefe es sehr bescheiden. Es gebe Tage, da sei es nicht so einfach, alles zusammen zu bekommen. „Und heute ist einer davon. Vor allem der Kopf spielt dann nicht so mit, wie man gerne möchte.“ Einen Turniersieg haben die beiden noch nicht geschafft, auch in Walle gehen sie nicht unbedingt davon aus (Ergebnis stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest). Da Beke Giese und Jasmin Lauer erst so kurz zusammenspielen, wollen sie vor allem Erfahrung sammeln, sich immer besser aufeinander einstellen. Am liebsten würden sie das jedes Jahr auch beim B-Cup-Turnier am Panzenberg machen. Patrick Lüttgen, der diese zweitägige Veranstaltung mitverantwortet, hofft wie auch die begeisterten Teilnehmer auf eine Fortsetzung.

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