Sportgala Bremen

Lennard Kämna ist Sportler des Jahres

Bei der Tour de France zeigte Radsportler Lennard Kämna sein großes Talent. Nun wurde er als Bremens Sportler des Jahres 2019 ausgezeichnet.
23.06.2020, 22:18
Lesedauer: 2 Min
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Lennard Kämna ist Sportler des Jahres
Von Mathias Sonnenberg
Lennard Kämna ist Sportler des Jahres

Lennard Kämna ist zu Bremens Sportler des Jahres gewählt worden.

Frank Thomas Koch

Natürlich sind diese Geschichten immer bester Lesestoff. Die Geschichten von den Helden oder auch Talenten, die erst ganz groß waren, gefeiert wurden, dann hinfallen und sich in einer Sinnkrise fragen: Was soll das Ganze eigentlich noch? Und die dann aber wieder aufstehen, um noch größer und besser zu werden, als sie es jemals zuvor waren. Lennard Kämna wird sich wiederfinden in einem Teil dieser Geschichte. 23 Jahre jung ist er erst, aber in sein Sportlerleben als Radfahrer passt schon ziemlich viel rein. Jetzt wird es um eine wichtige Episode erweitert: Lennard Kämna ist Bremer Sportler des Jahrs 2019.

Das hat zu großen Teilen damit zu tun, was Kämna im vergangenen Jahr zwischen dem 6. und 28. Juli auf den französischen Straßen zeigte. Erstmals war er bei der Tour de France angetreten, dem größten und angesehensten Radspektakel der Welt. Kämna war glücklich, einfach nur dabei zu sein. Und fuhr plötzlich so gut, dass die nationalen und internationalen Experten staunten: Hoppla, was kommt denn da für einer? Am Ende der Tour war Kämna, in Wedel nahe Hamburg geboren und in Fischerhude aufgewachsen, auf Rang 40 gelistet. Eine Platzierung, die einer Eintrittskarte in ein neues Sportleben gleichkam. Wenig später gab Bora Hansgrohe, Deutschlands führender Rennstall, die Verpflichtung von Kämna bekannt.

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Kämnas rasante Entwicklung im vergangenen Jahr war keine Selbstverständlichkeit. Er hätte eben auch eines dieser Talente sein können, denen Großes zugetraut wurde, und die an eben dieser Erwartung zerbrechen. Kämna zog schon mit 13 aus dem Zuhause in Fischerhude aus, um in der Kaderschmiede in Cottbus an seiner Karriere zu feilen. Es folgten Junioren-Titel bei Europa- und Weltmeisterschaften, ein Wechsel nach Gelsenkirchen und der Sprung ins Sunweb-Team – eine Radsport-Karriere, entworfen wie am Reißbrett.

Sportgala Bremen Ehrung Sportler des Jahres 2020 -

Live aus dem Trainingslager in Österreich zugeschaltet: Radsportler Lennard Kämna.

Foto: Frank Thomas Koch

Der Bruch kam 2018, als plötzlich fast nichts mehr ging und sein Rennstall ihm eine Pause verordnete. Kämna kehrte dorthin zurück, wo er sich am wohlsten fühlte: in die Heimat. „Bremen ist meine Heimat, ich fühle mich wohl, wenn ich durchs Blockland oder die Wümmewiesen fahre“, hat er zuletzt mal gesagt. Er habe eine Zeit lang in Köln gelebt, das war „einfach nur schrecklich. Bremen ist nicht das Toptrainingsgebiet, in dem ich Berge fahren kann. Aber grundlegendes Training kann ich hier auch absolvieren“. Die Heimat als Motor, so kann und muss man das verstehen. Hier ist einer, der die Stadt verlassen musste, um zu einem Topsportler zu werden. Und der zurückkehrt, weil er jetzt hier bekommt, was für einen gestandenen Sportler mit am wichtigsten ist: Geborgenheit.

Für 2020 hat Kämna sich große Ziele gesetzt. Er ist austrainiert in die ersten Rennen des Jahres gegangen und hat schnell die Erwartungen seines neuen Arbeitgebers Bora Hansgrohe übertroffen, bevor die Corona-Pause alles lahmlegte. Stück für Stück erobert sich auch der Radsport jetzt wieder die Normalität, Ende August wird die Tour de France starten – natürlich mit Kämna. Er soll helfen, seinen Team-Kollegen Emanuel Buchmann ganz nach vorne zu bringen. Und sich so in Position bringen, damit auch er künftig mal die Hilfe der Kollegen beanspruchen kann.

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