Das Sportlerherz will so viel mehr

Das sind die Bremer Sportler des Jahres 2019

Die Bremer Sportlerinnen und Sportler des Jahres sind geehrt worden. Lennard Kämna und Rike Jürgens bekamen die Einzel-Auszeichnungen, Gert Stürmer den Ehrenpreis. Grün-Gold ist Mannschaft des Jahres.
23.06.2020, 18:00
Lesedauer: 3 Min
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Das sind die Bremer Sportler des Jahres 2019
Von Frank Büter
Das sind die Bremer Sportler des Jahres 2019

Bei der Sportgala Bremen wurden auf dem Rennbahngelände in der Vahr die Sportler des Jahres 2019 ausgezeichnet.

Frank Thomas Koch

Die Bremer Sportfamilie ist sich einig: Die Athleten und Athletinnen lechzen danach, sich sportlich betätigen zu können. Und insbesondere sehnen sie sich danach, sich auch wieder im Wettkampf messen zu dürfen. „Für das Sportlerherz war es ganz schwer zu ertragen, wegen der Coronapandemie von 100 auf null runterbremsen zu müssen“, sagt Andreas Vroom, der Vorsitzende des Landesportbundes (LSB) Bremen. Corona-bedingt war der Sport im Frühjahr regelrecht zum Erliegen gekommen, erst allmählich werden die Verbote und Auflagen wieder gelockert. Was dazu führte, dass die eigentlich schon für Mitte März geplante Sportgala erst jetzt durchgeführt und die Bremer Sportler des Jahres 2019 jetzt erst geehrt werden konnten.

Nicht ins GOP-Theater, sondern vor die altehrwürdige Tribüne auf dem Rennbahngelände in der Vahr hatte die Bremer Sportstiftung als Initiator dieser Sportlerwahl die Gäste eingeladen. Es war ein kleiner, aber dennoch illustrer Kreis, der sich in diesem Ambiente eingefunden hatte. 48 Personen waren es ganz genau. Und natürlich mussten Hygiene- und Abstandsregeln eingehalten werden. Die einzelnen Trophäen wurden nicht persönlich überreicht, sondern auf einem Stehpult platziert – zum Mitnehmen quasi als Pokal to go. Und auch auf den Händedruck musste das Moderatorenduo Lea Reinhard und Jörg Wontorra schweren Herzens verzichten. „Trotzdem war es uns wichtig, dass die Sportler des Jahres noch vor den Ferien ihr Forum bekommen“, sagt Peter Gagelmann, der Vorsitzende der Bremer Sportstiftung.

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Sieben Ehrungen fanden an diesem Abend insgesamt statt. Komprimiert und ohne jegliches Rahmenprogramm. Ehrungen in sieben verschiedenen Kategorien, in denen eine neunköpfige Expertenkommission aus den Bereichen Wirtschaft, Sport und Medien zuvor die Gewinner gekürt hatte. In kleinen Wortbeiträgen ging es naturgemäß auch um die stets leeren Kassen und den aus LSB-Sicht zu kleinen Sporthaushalt. Es ging natürlich auch um die Förderung des Leistungssports in Bremen und das Ziel, ein Haus der Athleten zu schaffen. Aber in erster Linie ging es an diesem Abend um die Sportlerinnen und Sportler, die mit ihren Erfolgen und Titeln im vergangenen Jahr weit über die Stadtgrenzen hinaus für Furore und Aufmerksamkeit gesorgt hatten.

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Erfolge, die mithilfe von Filmbeiträgen und auch in den Gesprächen mit Reinhard und Wontorra noch einmal in Erinnerung gerufen wurden. Etwa die tolle Tour des Tour-Debütanten Lennard Kämna, der im Sommer 2019 bei der Frankreich-Rundfahrt begeistert hatte. Kämna, in Fischerhude aufgewachsen und inzwischen in Bremen heimisch, konnte aufgrund eines Trainingslagers in Österreich zwar nicht an der Gala in der Vahr teilnehmen, war aber per Video live zugeschaltet. Bremens Sportler des Jahres begrüßte das Publikum mit einem lässigen Victory-Zeichen und zeigte sich trotz des intensiven Tagespensums von bis zu sechs Stunden Training in bester Laune.

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Die Tour 2020 hätte eigentlich am kommenden Wochenende begonnen, ist nun aber auf Ende August verschoben worden. „Ich hoffe sehr, dass wir fahren können“, sagt Kämna. Und der Vorjahres-40. verriet dabei auch, dass ihm persönlich bei der kommenden Tour de France ein Etappensieg lieber wäre als eine bessere Einzelplatzierung im Gesamtklassement. „Vielleicht bekomme ich ja bei ein, zwei Etappen auch mal freie Fahrt.“

Freie Fahrt für den Sport sozusagen. Dieser Wunsch eint Bremens Beste. Hip-Hop-Weltmeisterin Rike Jürgens etwa hat keine Lust mehr auf Onlinetraining. Die Bremerhavenerin möchte ihr Pensum so schnell wie möglich wieder hochfahren und bedauert es sehr, „dass für 2020 bereits alle Wettbewerbe abgesagt wurden“.

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Auf sportliche Vergleiche hoffen derweil auch die Weltmeister-Tänzer der Grün-Gold-Formation – und das noch in diesem Jahr. Die Mannschaft des Jahres, wegen der abgespeckten Veranstaltungsform nur mit einer vierköpfigen Delegation vertreten, hat inzwischen das Training wieder komplett aufnehmen können. „Aber wir brauchen auch den Wettkampf“, sagt Trainer Roberto Albanese. Die Bremer Sportfamilie ist sich einig.

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Info

Zur Sache

Die Sieger im Überblick

Sportler des Jahres:

Lennard Kämna (Radsport)

Sportlerin des Jahres:

Rike Jürgens (Hip-Hop)

Mannschaft des Jahres:

Grün-Gold-Club (Tanzen)

Trainer des Jahres:

Gert Stürmer (Volleyball)

Behindertensportler des Jahres:

Leon Schäfer (Leichtathletik)

Nachwuchssportlerin des Jahres:

Naomi Conze (Handball)

Nachwuchsteam des Jahres:

Palmira Seeger-Suarez und Paul Turbanow (Rollkunstlauf)

Betriebssport des Jahres:

SG Stern

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