Ruben Heinrich läuft beim SWB-Marathon Zum ersten und zum letzten Mal

Ruben Heinrich hat sich vorgenommen, einmal in seinem Leben einen Marathon zu laufen. Er will den SWB-Marathon 2018 absolvieren. Doch der Weg dahin ist nicht einfach.
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Zum ersten und zum letzten Mal
Von Stefanie Heitmann

Was muss man in seinem Leben alles mal gemacht haben? Viele haben eine To-Do-Liste. Ruben Heinrich aus Hildesheim hat auch eine. Auf dieser steht unter anderem „einen Marathon laufen“. Heinrich ist 36 Jahre alt. Er ist Lehrer von Beruf, hat ein geordnetes Leben in Hildesheim. Privat läuft es bei ihm. Beruflich auch. Sportlich ist er ebenfalls erfolgreich. Er spielt Tischfußball für Hannover 96 in der Bundesliga, ist mehrfacher und amtierender deutscher Meister.

Nun soll es eine neue Herausforderung sein. Die steht schon lange auf seiner Liste, aber Heinrich hat diesen Punkt lange vor sich hergeschoben. „Laufen liegt mir einfach nicht. Deshalb ist das schon ein großes Projekt.“ Schon länger habe sich der 36-Jährige innerlich damit beschäftigt, das Projekt Marathon anzugehen. Als dann ein Freund davon erzählte, wie er seinen letzten 42,195-Kilometer-Lauf absolvierte, reifte der Entschluss, selbst das Training zu beginnen. „Mit Ende 36 kann man schon mal Marathon laufen.“

Anfang dieses Jahres war das. Heinrich meldete sich deshalb auch gleich beim SWB-Marathon an. Und erzählte in seinem Umfeld von seinen Plänen. Damit es kein Zurück gibt, sagt er.

Einmal durchs Weserstadion zu laufen, ist reizvoll

Ursprünglich wollte Heinrich den Hannover-Marathon laufen. Doch der findet immer schon Anfang April statt. „Dazu war die Vorbereitungszeit zu knapp. Ich fühle mich sportlich, aber eine Marathon ist eine ganz besondere Herausforderung“, sagt er. Weil die Strecke wenige Steigungen enthält und mit ein paar Besonderheiten wie dem Durchlaufen des Weserstadions aufwartet, aber auch weil die Entfernung von Heinrichs Zuhause nicht allzu groß ist, fiel die Entscheidung auf Bremen. „Ich kenne das Stadion nur als Zuschauer. Einmal direkt durchlaufen zu können, ist schon reizvoll“, sagt Heinrich.

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Nun liegt das Weserstadion allerdings auf der Marathon-Strecke an Kilometer 39. Es bis dahin zu schaffen, ist ein weiter Weg. Das weiß auch Heinrich. Neben seinem Training für die Tischfußball-Bundesliga spielt er auch unter Woche noch bei einem Verein in der Fußball-Kreisklasse. „Bisher waren meine längsten Lauf-Distanzen so um die zehn Kilometer“, sagt Heinrich.

Dass das nicht reicht, weiß er. Im Lauf der Vorbereitung hat Heinrich die Zahl der Läufe und deren Länge erhöht. Immer montags läuft er mit einem Arbeitskollegen die zehn Kilometer. Am Donnerstag läuft er allein und steigerte die Distanzen von 14 bis zuletzt 28 Kilometer. Und am Sonntag steht Fußball auf dem Programm, da kommen auch gute zehn Kilometer zusammen.

Für Heinrich steht aber nicht nur die Distanz im Vordergrund. Er hat sich eine Pulsuhr gekauft, um nachvollziehen zu könne, welches Tempo das beste für ihn ist.

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Seit er in den vergangenen Monaten mit dem Training begonnen hat, bestimmt das Training vieles. „Es ist schwer Arbeit, Training und sonstiges Privatleben unter einen Hut zu bekommen“, meint Heinrich. Das Lauftraining nehme ihn sehr ein, das Training für Hannover 96 falle da schon mal knapper aus. Seine Freundin läuft bei ihm nun öfter mit.

Zeit ist nicht ausschlaggebend

Auch außerhalb des Laufens kann Heinrich Veränderungen feststellen. „Ich bin beim Fußballspielen fitter, hab mehr Luft. Allerdings ist es erschreckend, wie wenig ich mich körperlich verändert habe,“ sagt der 36-Jährige. Er habe am Oberkörper sogar an Muskulatur verloren, da er diese beim Laufen ja kaum beansprucht und die Zeit für die früheren Workouts entfällt.

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Welche Zeit er in Bremen letztlich beim Zieleinlauf auf der Uhr hat, ist für Heinrich nicht ausschlaggebend. „Ich will in erster Linie ankommen“, sagt er. Eine Zeit unter vier Stunden würde er sich wünschen, aber ob das realistisch ist, da ist Heinrich skeptisch. Bei seinem ersten 32-Kilometer-Lauf am Steinhuder Meer versagte sein Körper ihm bei Kilometer 28 den Dienst. Heinrich musste abbrechen.

Für den Wettkampf-Tag hat sich Heinrich vorgenommen, sich zwischen dem 4-Stunden- und dem 4,30-Stunden-Pacemaker einzureihen. „Um mein Ziel von vier Stunden zu erreichen, muss ich einen Schnitt von 5,50 Minuten laufen. Ich liege derzeit bei 5,55 Minuten pro Kilometer“, sagt Heinrich. Dass andere Teilnehmer schneller sind als er, stört ihn nicht. „Das setzt mich nicht unter Druck.“

Allerdings hat sich Heinrich selbst auferlegt, den Marathon unbedingt schaffen zu wollen. „Sollte ich abbrechen, zählt dieser Marathon für mich nicht. Ich werde dann erneut 42 Kilometer laufen müssen, um das Projekt Marathon endgültig abhaken zu können“, sagt Heinrich. Aufgeben ist also keine Option, denn das harte Training wäre umsonst gewesen. Und über den Winter dem Trainingsrhythmus beizubehalten, schätzt Heinrich als sehr hart ein. Sollte es aber in Bremen nicht klappen, will er in Hannover starten.

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