Arschbomben-Meisterschaft Gesucht wird die größte Wasserfontäne

Bei der 13. „Arschbomben“-Meisterschaft im Freibad Blumenthal zeigten Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, wie unterschiedlich man im Wasser landen kann
18.08.2022, 16:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Jörn Hildebrandt/jöh

„Du hast prima die Figur gehalten und alles unter Kontrolle gehabt“, kommentierte Volker Behringer vom Förderverein des Freibades Blumenthal einen Sprung vom Drei-Meter-Turm. „Da hat das Wasser lange gebraucht, bis es nach unten kam“, lobte Behringer das Ergebnis. Sprüche, die die Fans und Organisatoren der "Arschbomben"-Meisterschaft lange vermisst haben. Zwei Jahre Pandemie lagen zwischen der 12. und der 13. Veranstaltung dieser Art im Blumenthaler Freibad. Jetzt hatten sich bei Temperaturen um die 30 Grad Celsius auf Einladung des Freibad-Fördervereins und der Bremer Bäder Gesellschaft wieder viele Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene eingefunden, um aus ein, drei oder auch fünf Metern Höhe ins tiefe Becken zu platschen und dabei möglichst spektakuläre Wasserfontänen zu verursachen.

Ortsamtsleiter in der Jury

Die Teilnehmer wurden in drei Altersklassen eingeteilt und durch eine dreiköpfige Prominenten-Jury, darunter auch Ortsamtsleiter Oliver Fröhlich, mit Schulnoten von eins bis sechs bewertet. Besonders zahlreich vertreten waren Kinder im Alter bis zu zwölf Jahren, weniger Teilnehmer fanden sich unter den 13- bis 17-Jährigen, während unter den jungen Erwachsenen ab 18 Jahren viele dabei waren. „Ein paar haben sich allerdings zurückgezogen, weil sie Muffe haben“, frotzelte Volker Behringer, der jeden einzelnen Sprung kommentierte. Denn so manchen befalle laut Behringer wohl doch ein Grauen, wenn er oder sie sich aus großer Höhe in die Tiefe stürzen soll.

Drei Sprünge hatte jeder, und den Anmerkungen Behringers war es zu verdanken, dass viele Sprünge von mal zu mal besser wurden. Ein Junge ging langsam und majestätisch auf den Abgrund zu. Und als er sich vom Sprungbrett in fünf Metern Höhe fallen ließ und ins Wasser platschte, stieg eine ringförmige Welle auf. Schon gut, aber das war noch nicht ganz die ideale „Arschbombe“. Denn bei dieser – auch „Paketsprung“ genannten Disziplin des Turmspringens – kommt es darauf an, eine möglichst hohe Wasserfontäne zu erzeugen.

Fünf Meter hohe Wasserfontäne

Bei einem Jugendlichen erreichte sie die Höhe von gut fünf Metern. Sein Sprung und Körper ließen Wellen aufsteigen, die in ihrer Höhe die Zuschauenden ins Staunen versetzten. „Da müssen wir nachher Wasser nachfüllen“, kommentierte Volker Behringer, denn erhebliche Wassermengen waren weit über den Beckenrand geschwappt.

Intensiv geübt hatten jedoch zuvor nicht alle Teilnehmenden. Da kippte so mancher beim Fallen vom Fünf-Meter-Turm nach hinten und landete auf dem Rücken – was bei der Höhe wohl nicht ganz ohne Schmerzen abgegangen sein wird. Einige der jüngeren Teilnehmer überfiel zudem beim Blick nach unten die Angst. Er oder sie zögerten eine Weile. Ob es an Volker Behringers Spruch lag, „du guckst wohl noch mal, ob das Wasser auch da ist“, oder am doch wiederkehrenden Mut: Keine und keiner kehrte um, jede und jeder wagte den Sprung. Allerdings nicht immer mit dem erwünschten Ergebnis.

Vielfalt an Sprüngen

Da stand beispielsweise ein jüngerer Teilnehmer kerzengerade auf dem Brett – es war ihm anzusehen, der Sprung vom Dreier kostete ihn Überwindung. Ab ins Wasser – aber auch gerade, von Wasserfontäne keine Rede, es waren eher kleine Spritzer. Manche Koordination ließ zu wünschen übrig, ein Bein angezogen am Körper, das andere noch lang, versehentliches Eintreffen mit Brust und Bauch im Wasser: vom schmetterlingshaften Sprung mit weit ausgebreiteten Armen und Beinen über kerzengerades Eintauchen, einem zittrigen und wackelnden Abflug vom Brett bis zur perfekten Landung eines kompakten Körperpaketes reichte das Spektrum. Eine Vielfalt an Sprüngen, die das Publikum begeisterte. Dabei zeigten manche ungeahnte Virtuosität: Nach einem gewaltigen Anlauf beispielsweise drehte sich ein Körper rückwärts in der Luft und landete mit dem Kopf im Wasser – eine Übung, die freilich eher ans Kunstspringen erinnerte als an den geforderten Paketsprung. Bei dem sollte das Wasser nämlich zuerst mit dem Gesäß berührt werden. Das erklärt zum einen den Namen "Arschbomben"-Meisterschaft, zum anderen das geforderte Wettkampf-Ergebnis: eine hoch aufspritzende Wasserfontäne.

Die Teilnehmenden, die es genau richtig machten, zogen in der Luft ihre Beine an den Körper und umfassten sie mit den Armen. So landete der Körper als eine kompakte Masse im Becken – mit einem Knall. Entsprechend hoch schoss die Fontäne, und die vielen Zuschauer rings um das Becken klatschten spontan Beifall. „Genau: Da muss ein Klumpen ins Wasser fallen“, empfahl auch Volker Behringer.

Der Spaß, an einem heißen Tag ins kühlende Nass zu hüpfen, stand definitiv im Vordergrund. Am Ende war es aber doch ein Wettkampf, und da gab es auch Gewinner: Maximal konnten von der Jury 54 Punkte vergeben werden. Die Sieger in der Gruppe der bis Zwölfjährigen waren Elias Hahn (47 Punkte), Damian Pelzer (44 Punkte) und Leander Baltzer (44 Punkte), in der Gruppe der 13- bis 17-Jährigen Leon Vogelsang (43 Punkte), Auron Totsch (42 Punkte) und Luca Vogelsang (39 Punkte), und unter den jungen Erwachsenen ab 18 Jahren Marvin Weber (53 Punkte), Justin Nullmeyer (51 Punkte) und Jason Nullmeyer (49 Punkte).

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