Pumpwerk Blumenthal Auf Starkregen vorbereitet

Das Pumpwerk in Blumenthal kann bis zu 1100 Liter Wasser pro Sekunde befördern. Das kann bei Starkregen notwendig werden. Hansewasser hat die Anlage jetzt für 3,4 Millionen Euro saniert.
22.08.2021, 16:47
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Auf Starkregen vorbereitet
Von Julia Ladebeck

Blumenthal. Die provisorische Anlage, die auf dem Hof hinter dem Pumpwerk Blumenthal für eineinhalb Jahre dessen Aufgabe übernommen hat, wurde bereits wieder abgebaut. Nun ist hier Platz für Gäste. Und die kamen jetzt zur Einweihung des generalsanierten Pumpwerks. Klimaschutz- und Umweltsenatorin Maike Schaefer (Grüne), Blumenthaler Beiratsmitglieder und Vertreter von Hansewasser sowie an der Sanierung beteiligter Firmen machten sich ein Bild von der Anlage, in die der Betreiber Hansewasser 3,4 Millionen Euro investiert hat.

Das Pumpwerk am Blumenthaler Busbahnhof ist eines von etwa 200 im gesamten Bremer Stadtgebiet. 20 Anlagen stehen in Bremen-Nord. Die Blumenthaler, die bereits 1956 gebaut wurde, ist die größte im Bremer Norden und zudem die letzte Station vor der Kläranlage in Farge. Das Mischwasser – das heißt Schmutzwasser aus den Haushalten sowie Niederschlagswasser – aus Vegesack und Blumenthal läuft hier zusammen und wird in Richtung Kläranlage Farge gepumpt. Etwa 400 Millionen Kubikmeter Wasser pro Jahr passieren das Pumpwerk.

Nicht nur das Alter der Anlage machte eine Sanierung erforderlich. Die Technik wurde auch vor dem Hintergrund erneuert, dass immer häufiger Starkregen fällt. Die Wassermassen, die bei Stark- oder sogar Extremregen fallen, müssen bewältigt werden. 50 Liter pro Sekunde beträgt die Pumpenleistung bei Trockenwetter, bei Starkregen kann die Leistung nach der Sanierung nun auf 1100 Liter pro Sekunde gesteigert werden.

Bereits 2014 wurden die Arbeiten geplant, im Mai 2019 ging das Provisorium ans Netz. "Das Bauen im Bestand bei Aufrechterhaltung der vollen Funktionstüchtigkeit ist eine besondere Herausforderung", betonte Jörg Broll-Bickhardt, Technischer Geschäftsführer der Hansewasser Bremen GmbH. Auch die baulichen Gegebenheiten vor Ort führten seinen Worten nach zu Problemen, da Baupläne nicht stimmten. Unter Mitwirkung zahlreicher Beteiligter konnten die Schwierigkeiten letztlich aber gelöst und die Anlage termingerecht saniert werden, so Broll-Bickhardt. In einer Bauzeit von rund eineinhalb Jahren wurde die Anlage mit der Erneuerung von Bau-, Maschinen-, Elektro-, Mess-, Steuer- und Regelungstechnik für die nächsten 20 Jahre fit gemacht. "Mir hat man gesagt: Die Kiste läuft", scherzte Broll-Bickhardt.

Maike Schaefer hob die Bedeutung einer klimaangepassten Stadtentwicklung vor dem Hintergrund von Klimaveränderungen hervor. "Hitzesommer und immer wieder Wolkenbrüche, die ganze Straßenzüge mitsamt Hauseingängen, Kellern und Gärten in kürzester Zeit überfluten: Durch die Ereignisse der letzten Jahre – und ganz aktuell in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz – ist das Phänomen Stark- und Extremregen im allgemeinen Bewusstsein angekommen." Ein leistungsfähiges Kanalnetz sei die Grundlage für eine wassersensible Stadtentwicklung. "Dazu gehören auch leistungsfähige und auf Starkregen ausgelegte Pumpwerke."

Das im Umweltressort angesiedelte Projekt "KLAS" (das steht für Klima Anpassungsstrategie Starkregenereignisse) trage ebenfalls bei. Ein Projekt ist das Starkregenvorsorgeportal. Darüber bekommen Bremer Auskunft, inwieweit ihr Grundstück beim nächsten Starkregenereignis unter Wasser stehen könnte – und wie sie ihr Haus und Grund schützen können. Dazu bietet Hansewasser kostenlose Beratungen zu baulichen Maßnahmen in den Häusern.

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