Förderung für Mehrgenerationenhäuser Mehr Geld für das Haus der Zukunft

In diesem Jahr hat das Haus der Zukunft in Lüssum finanziell einen etwas größeren Spielraum. Das Sozialressort hat den Zuschuss erhöht. Die Mehrgenerationenhäuser werden außerdem bis 2028 vom Bund gefördert.
07.04.2021, 06:00
Lesedauer: 3 Min
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Mehr Geld für das Haus der Zukunft
Von Julia Ladebeck

Lüssum-Bockhorn. Andrea Hapke koordiniert den Einsatz der ehrenamtlichen Helfer im Haus der Zukunft in Lüssum. Seit dem 1. Januar dieses Jahres stehen ihr dafür 30 statt 20 Stunden zur Verfügung. Heike Binne, Quartiersmanagerin in Lüssum, freut sich, dass es möglich war, die Stelle aufzustocken. „Das ist super, denn es gibt wirklich jede Menge Arbeit“, sagt sie. Die Stunden konnten auch deshalb ausgeweitet werden, weil das Sozialressort den Mehrgenerationenhäusern in Bremen für dieses Jahr mehr Geld zur Verfügung stellt. Die bisherige Summe für das Haus der Zukunft in Lüssum wurde von 7500 Euro auf 15.000 Euro verdoppelt. „Wir haben nun auch mehr Geld für Honorare“, sagt Binne.

Ob die Finanzmittel auch in den kommenden Jahren in dieser Höhe bleiben, steht allerdings nicht fest und hängt von den Beschlüssen für den Haushalt 2022/2023 ab, die voraussichtlich erst Ende des Jahres gefasst werden. Der Bremer Senat hatte vor Ostern zunächst die Haushalts-Eckwerte beschlossen. „Es ist auf jeden Fall unser Bestreben, die Mittel dauerhaft zu erhöhen“, betont Bernd Schneider, Pressesprecher von Sozialsenatorin Anja Stahmann (Grüne).

Mehr Planungssicherheit haben die vier Mehrgenerationenhäuser in Bremen, darunter auch das Haus der Zukunft in Lüssum, indes durch den Start der neuen Förderphase des Bundesprogramms „Mehrgenerationenhaus. Miteinander – Füreinander (2021-2028)“. Die neue Förderperiode, die im Februar begonnen hat, läuft bis zum Jahr 2028. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend fördert alle 530 Mehrgenerationenhäuser im Bundesgebiet für weitere acht Jahre mit jeweils 40.000 Euro pro Jahr. Die Fördermittel des Bundes können die Mehrgenerationenhäuser flexibel als Personal- oder Sachkosten einsetzen.

Das Bremer Sozialressort stellt nun neben der erforderlichen Kofinanzierung von jährlich 10.000 Euro zunächst einmalig für jedes der vier Häuser in Bremen zusätzliches Geld zur Verfügung. Die Finanzmittel wurden von insgesamt 30.000 Euro im Jahr 2020 auf 60.000 Euro im Jahr 2021 verdoppelt. Daraus ergeben sich 15.000 Euro für das Haus der Zukunft in Lüssum. Heike Binne sieht in der Aufstockung der Mittel und der Verlängerung des Bundesprogramms auch einen Erfolg der Lobbyarbeit, die sie gemeinsam mit ihren Kolleginnen und Kollegen gemacht hat. Binne vertritt gemeinsam mit Gaby Dönzelmann vom Familienzentrum Mobile in Hemelingen die Mehrgenerationenhäuser in Bremen.

„Wir haben zahlreiche Briefe an Abgeordnete des Bundestags und der Bürgerschaft geschrieben und eine Veranstaltung für die sozialpolitischen Sprecherinnen und Sprecher gemacht“, nennt sie Beispiele für ihre Bemühungen um mehr Geld für die soziale Arbeit, die im Haus der Zukunft bereits seit 1997 geleistet wird.

Dass eine stabile wirtschaftliche Lage eine der Grundvoraussetzungen für die Arbeit in den Quartieren ist, erkennt auch Anja Stahmann an. „Die Arbeit vor Ort muss flexibel auf die Bedarfe ihrer Zeit reagieren – aber sie braucht Verlässlichkeit in ihrer Finanzierung,“ sagte sie. „Mit der Aufstockung haben wir jetzt die Handlungsspielräume der Mehrgenerationenhäuser nochmals erweitert.“ Mehrgenerationenhäuser förderten als offene Anlaufstellen die Begegnung der Generationen und Kulturen, betont die Senatorin. „Sie fördern das nachbarschaftliche Miteinander und bieten Raum für Begegnungen von Menschen, die sich sonst im Alltag vielleicht nie kennenlernen würden.“ Das könne der Fall sein bei Sprachangeboten, bei Kochkursen oder beim Erlernen neuer Fertigkeiten zum Beispiel im Umgang mit den neuen Medien. Die Häuser seien zudem ein Baustein, um Kinder zu fördern, Familien zu beraten und bürgerschaftliches Engagement zu aktivieren.

Auch im Haus der Zukunft, in dem weitere soziale Einrichtungen unter einem Dach eng zusammenarbeiten, gibt es vielfältige Angebote der unterschiedlichsten Träger. Das Haus ist ein Verbundprojekt: Das Haus der Zukunft mit dem Quartiersmanagement, das Haus der Familie, der Elternverein für ­psychomotorische Entwicklungsförderung (Epsymo) und die Frühberatung Nord kooperieren mit der benachbarten evangelischen Kindertagesstätte, dem Hort und der Kirchengemeinde.

Info

Zur Sache

Mehrgenerationenhäuser

Im Jahr 1997 wurde das Haus der Zukunft in Lüssum-Bockhorn eröffnet. Seit 2007 wird es als Mehrgenerationenhaus vom Bund gefördert. Das Quartierszentrum ist ein Treffpunkt und Ort der Begegnung. Durch die Arbeit im Haus sollen unter anderem die Eigenverantwortung und Selbsthilfetätigkeiten der Bewohnerinnen und Bewohner im Ortsteil gestärkt werden. Als Mehrgenerationenhaus ist es auch ein Treffpunkt, an dem sich die Generationen begegnen und sich gegenseitig helfen – ganz wie in der früheren Großfamilie. Vor dem Hintergrund, dass familiäre Netzwerke kleiner werden, sollen Mehrgenerationenhäuser Orte sein, an denen die gegenseitige Unterstützung von Jung und Alt neu belebt wird. Wie das Haus der Zukunft befinden sich auch die anderen Mehrgenerationenhäuser in Bremen in der Regel unter einem Dach mit weiteren sozialen Einrichtungen. In der Neuen Vahr-Nord ist es das Familien- und Quartiers-Zentrum und in Hemelingen das Familienzentrum Mobile. Das gerade neu eröffnete Mehrgenerationenhaus Schweizer Viertel in Osterholz ist eingebunden in ein Wohnprojekt der Bremer Heimstiftung.

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